Katastrophenschutzübung Gersthofen: 500 Kräfte im Einsatz

Rund 500 Beteiligte trainierten in Gersthofen den Katastrophenfall. Das Landratsamt Augsburg und der MVV Industriepark übten eine Flugzeugkollision. Meta Description kopieren

Flugzeugkollision als Extremszenario: Im Landkreis Augsburg übten rund 500 Einsatzkräfte gemeinsam mit dem MVV Industriepark Gersthofen die Bewältigung einer komplexen Großschadenslage. Auch die Führungsgruppe Katastrophenschutz und das Bürgertelefon waren eingebunden.

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Auf dem Gelände des MVV Industrieparks Gersthofen fand eine großangelegte Katastrophenschutzübung mit rund 500 Beteiligten statt. Landrat Martin Sailer, Bürgermeisterin S...Bild: Annabell Feith
Wie funktionieren Alarmierung, Kommunikation und Einsatzkoordination bei einer außergewöhnlichen Schadenslage? Um auf solche Situationen vorbereitet zu sein, haben das Landratsamt Augsburg und die MVV Industriepark Gersthofen GmbH am vergangenen Wochenende eine groß angelegte Katastrophenschutzübung durchgeführt. Rund 500 Einsatzkräfte, Helferinnen und Helfer, Statistinnen und Statisten sowie Übungsbeobachter waren vor Ort beteiligt.

Parallel zum Geschehen in Gersthofen koordinierte die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Augsburg die übergeordnete Einsatzlage. Rund 40 Personen arbeiteten dort daran, die verschiedenen Maßnahmen abzustimmen und die Einsatzkräfte zu unterstützen. Zusätzlich trainierte das Bürgertelefon den Umgang mit Anfragen aus der Bevölkerung.

Landrat Martin Sailer unterstrich die Bedeutung solcher Übungen für die Gefahrenabwehr. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Organisationen sei entscheidend, um im Ernstfall schnell, koordiniert und wirksam reagieren zu können. Großübungen böten die Möglichkeit, bestehende Abläufe zu überprüfen und die Einsatzbereitschaft kontinuierlich zu verbessern.

Flugzeugkollision löst mehrere Schadenslagen aus
Ausgangspunkt des Übungsszenarios war die fiktive Kollision zweier Flugzeuge. In der Folge wurden mehrere Schadensereignisse auf dem Gelände des MVV Industrieparks sowie an einem weiteren Ort im Stadtgebiet Gersthofen angenommen.

Das bewusst anspruchsvoll gestaltete Szenario sollte die beteiligten Organisationen mit unterschiedlichen Herausforderungen gleichzeitig konfrontieren. Ziel war es, die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte und die Koordination verschiedener Einsatzabschnitte unter möglichst realistischen Bedingungen zu erproben.

An der Übung waren zahlreiche Organisationen aus dem Landkreis Augsburg beteiligt. Dazu zählten mehrere Freiwillige Feuerwehren, das Technische Hilfswerk (THW), das Bayerische Rote Kreuz (BRK), die Polizei und die Bundeswehr.

Einsatzabläufe unter realistischen Bedingungen getestet
Die Übung orientierte sich in weiten Teilen an den Abläufen eines tatsächlichen Einsatzes. Dazu gehörten die Alarmierung der Kräfte, ihre Anfahrt und Koordination sowie die Kommunikation zwischen den beteiligten Organisationen. Auch die Bearbeitung der Schadenslage anhand bestehender Einsatz- und Notfallpläne wurde trainiert.

Um das Geschehen möglichst realitätsnah darzustellen, kamen auf dem Gelände des Industrieparks Requisiten, Pyrotechnik und zahlreiche Statistinnen und Statisten zum Einsatz. Die Einsatzkräfte konnten dadurch unter Bedingungen üben, die einem tatsächlichen Schadensereignis möglichst nahekommen sollten.

Gleichzeitig musste sichergestellt werden, dass der reguläre Betrieb des Industrieparks während der gesamten Übung gewährleistet blieb. Die Planung erforderte daher auch eine enge Abstimmung zwischen der Übungsleitung und dem Unternehmen.

Führungsgruppe und Bürgertelefon ebenfalls gefordert
Nicht nur die Einsatzkräfte vor Ort standen im Mittelpunkt. Auch die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt Augsburg musste die komplexe Lage übergeordnet bearbeiten, Informationen zusammenführen und die Maßnahmen der beteiligten Stellen koordinieren.

Das Bürgertelefon ergänzte die Übung um einen weiteren wichtigen Baustein des Krisenmanagements: den Umgang mit Fragen und Informationsbedarf aus der Bevölkerung. Gerade bei größeren Schadensereignissen ist es wichtig, Anfragen strukturiert zu bearbeiten und die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern sicherzustellen.

Landrat Sailer betonte, dass ein wirksamer Bevölkerungsschutz voraussetze, dass alle beteiligten Stellen ihre Aufgaben und Schnittstellen genau kennen. Regelmäßige gemeinsame Übungen seien deshalb unverzichtbar.

Die groß angelegte Katastrophenschutzübung in Gersthofen diente dazu, die Zusammenarbeit der Hilfs- und Einsatzorganisationen im Landkreis Augsburg weiter zu festigen und die Vorbereitung auf mögliche Großschadenslagen zu verbessern.