Lebensretter in der City-Galerie Augsburg

Kostenlose Schulung der Wiederbelebungsmaßnahmen

Augsburg, 13. September 2019 – Ein Mensch liegt reglos am Boden. Wie kann ich helfen? Damit man in solchen Situationen nicht ratlos daneben steht, werden am 21. September in der City-Galerie Augsburg Lebensretter geschult. Ehrenamtliche der Augsburger Hilfsorganisationen sowie Ärzte und Pflegekräfte des Universitätsklinikums Augsburg sind vor Ort und zeigen Besuchern, wie einfach Erste Hilfe ist.

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Mitarbeiter des Universitätsklinikums Augsburg und Ehrenamtliche der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen beim Aktionstag in der City-Galerie AugsburgBild: City-Galerie Augsburg
Anlässlich der „Woche der Wiederbelebung“ vom 16. bis 22. September 2019 veranstalten die Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen und die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Augsburg einen Aktionstag unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“. In der City-Galerie Augsburg informieren Ehrenamtliche und Klinik-Mitarbeiter über Reanimationsmaßnahmen und geben kostenfreie „Hands-on“-Schulungen. Mit dem Reanimationstraining für Jung und Alt setzen Klinik und Hilfsorganisation gemeinsam ein Zeichen: Reanimation ist einfach. Jeder kann ein Leben retten!

„Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen – deshalb sollte auch jeder in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen“, erklärt Oberarzt Dr. Jürgen Friedrich, Facharzt für Anästhesiologie und Notfallmediziner. Lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen sollten deshalb nicht erst ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war. „Da der letzte Erste Hilfe Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, ist es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein“, ergänzt Michael Gebler, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen.

Dr. Friedrich und Gebler danken der City-Galerie Augsburg, die seit 2013 den Aktionstag gemeinsam mit dem Klinik- und Rettungsdienst-Team durchführt: „Gemeinsam konnten wir so tausende Lebensretter für Augsburg und die Region schulen.“

Die lebensrettende Devise lautet „Prüfen. Rufen. Drücken!“: Prüfen, ob die Person noch atmet. Unter der europaweit gültigen Notrufnummer 112 den Rettungsdienst rufen. Fest und mindestens 100 Mal pro Minute in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft. „Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden“, sagt Dr. Jürgen Friedrich. So werden Hemmschwellen in der Bevölkerung vor der Ersten Hilfe abgebaut und die Wiederbelebungsrate in Deutschland gesteigert. „Denn Reanimation ist einfach – jeder kann ein Leben retten!“, fasst Michael Gebler zusammen.

Wie häufig muss in Deutschland reanimiert werden?

In Deutschland wird nach Auskunft des „Deutschen Reanimationsregisters“ etwa 100- bis 150mal pro Tag ein Mensch reanimiert, wobei die Häufigkeit regional unterschiedlich ist. Generell kann man sagen, dass die Quote bei 50 bis 80 Reanimationen pro 100.000 Einwohner pro Jahr liegt.

Was ist für das Überleben der Patienten wichtig?

Entscheidend ist, Hinweise auf ein drohendes Kammerflimmern oder einen Herzstillstand vorauszusehen, möglicherweise schon durch eine Untersuchung beim Hausarzt oder beim Kardiologen. Das menschliche Gehirn stirbt nach fünf Minuten unwiederbringlich ab. Wird einem Menschen mit Herz-Kreislauf-Stillstand nicht schnell genug Hilfe geleistet, drohen Behinderung oder Tod.

Die Rettungsdienste in Deutschland sind bemüht, mit Blaulicht innerhalb weniger Minuten beim Patienten zu sein. Mit einer Anleitung zur Herzdruckmassage durch den Leitstellen-Disponenten am Notruftelefon oder auch durch den Einsatz qualifizierter Ersthelfer über Handy-Apps oder als „First Responder“ - beispielsweise von der örtlichen Feuerwehr - soll das „therapiefreie Intervall“ auf wenige Minuten verkürzt werden.

Rettungsdienste und Notärzte arbeiten an der Einsatzstelle nach international anerkannten Leitlinien für die Reanimation. Gelingt es, bei dem Patienten wieder einen Kreislauf aufzubauen, wird er schnellstmöglich ins Krankenhaus gebracht, bei einem Herzinfarkt als Ursache zum Beispiel in eine kardiologische Klinik mit Herzkatheter-Labor.

Wie hat sich die Quote der Laienreanimation entwickelt, seit 2012 die Initiative „Ein Leben retten“ gegründet wurde?

Die Zahl der Menschen, die bei einem Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen - auch dank der BDA/DGAI-Kampagne „Ein Leben retten“. In kürzester Zeit hat sich die Quote von 17 Prozent auf knapp 40 Prozent mehr als verdoppelt.

Auch diese Daten liefert für Deutschland ausschließlich das „Deutsche Reanimationsregister“.