Malaika Mihambo springt 7,16 Meter

Leichtathletik-DM 2019 – Tag 2

Am zweiten Tag der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Berlin im Rahmen der Finals 2019 hat Malaika Mihambo für die stärkste Leistung gesorgt. Die Weitsprung-Europameisterin steigerte ihre Weltjahresbestleistung auf 7,16 Meter. Tatjana Pinto holte sich nach ihrem 100 Meter-Sieg auch den Titel über die 200 Meter. Einen spannenden Speerwurf-Gipfel gewann Titelverteidiger Andreas Hofmann.

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Andreas Hofmann gewinnt spannenden Titelkampf im SpeerwurfBild: Deutscher Leichtathletik-Verband (DLV) - Peter Schmitt
Am Sonntag waren beeindruckende 34.350 Zuschauer im Olympiastadion. Zusammen mit den 26.200 DM-Gästen des Vortages verfolgten insgesamt 60.550 Zuschauer die Wettkämpfe der Leichtathleten – die höchsten DM-Zuschauerzahlen in den letzten 40 Jahren.

Eigentlich lief das Finale im Weitsprung für Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) gar nicht nach Plan. Nach zwei ungültigen Versuchen, brauchte die Weltjahresbeste erstmal eine gültige Weite, um im Endkampf weitere drei Versuche zur Verfügung zu haben. Es folgten nervenstark 6,76 Meter. Nach mäßigen Resultaten in den Runden fünf und sechs traf die Europameisterin im letzten Durchgang den stärksten Sprung ihrer Karriere und flog bis auf 7,16 Meter. Den Meisterschaftsrekord von Weitsprung-Legende Heike Drechsler aus dem Jahr 1992 verpasste sie nur um fünf Zentimeter. "Ich bin nicht sehr gut in den Wettkampf gekommen, aber ich habe gewusst, es geht noch mehr", sagte die Siegerin. "Es ist ein cooles Gefühl, zu wissen, dass man die Nummer eins der Welt ist. Ich weiß, dass ich gute Chancen für die Weltmeisterschaften habe und freue mich darauf."

Tatjana Pinto (LC Paderborn), die sich in persönlicher Bestleistung von 22,65 Sekunden den Titel über 200 Meter holte, machte das Sprint-Double nach ihrem 100 Meter-Sieg vom Samstag am Meisterschaftswochenende perfekt. Dahinter stürmte Lisa-Marie Kwayie (Neuköllner SF) vor heimischer Kulisse auf Platz zwei. Wie schon am Vortag über die 100 Meter erfüllte die Berlinerin auch über diese Strecke die WM-Norm für Doha (Katar; 27. September bis 6. Oktober). Sie blieb mit 22,88 Sekunden deutlich unter dem geforderten Richtwert.

Europameisterin Gesa Felicitas Krause mit starkem Solo

Ihre nationale Überlegenheit demonstrierte Gesa Felicitas Krause (Silvesterlauf Trier) mit einem Solo-Lauf von vorne im Finale über 3.000 Meter Hindernis. Nach 9:28,45 Minuten war der fünfte DM-Titel in Serie perfekt. "Es war grandios wie immer im Olympiastadion, ich liebe es hierher zu kommen, das Publikum hat mich beflügelt", bedankte sich die 27-Jährige für die Standing Ovations auf den letzten Runden. An das Stadion hat sie beste Erinnerungen: Vor zwei Jahren lief sie hier beim ISTAF deutschen Rekord, letztes Jahr verteidigte sie ihren EM-Titel. "Mit der Stimmung bin tausendprozentig zufrieden, mit der Zeit nicht ganz", meinte Gesa Krause, die nach ihrem mehrwöchigen Trainingslager in St. Moritz (Schweiz) gerne noch etwas schneller gelaufen.

Von den angekündigten Top-Speerwerfern konnte einer nicht antreten. Weltmeister Johannes Vetter (LG Offenburg) verletzte sich beim Aufwärmen und musste seine Teilnahme kurzfristig absagen. So war es überraschend der Mainzer Julian Weber, der mit 83,96 Meter aus dem ersten Versuch bis zum letzten Durchgang in Führung lag. Erst seinen letzten Wurf konnte Vize-Europameister Andreas Hofmann (MTG Mannheim) dazu nutzen, seinen Titel zu verteidigen. Sein Speer flog auf 87,07 Meter, die erhoffte Weltklasse-Weite des Tages. "Der Wettkampf war für mich eine schwere Geburt", sagte der alte und neue Meister aus Mannheim. Die Steigerung seines Konkurrenten nahm Weber ebenfalls als Ansporn, sich zu verbessern und legte 86,60 Meter nach. Damit untermauerte der 24-Jährige seinen Silberplatz. Olympiasieger Thomas Röhler (LC Jena), für den der Fokus vor allem auf den Olympischen Spielen 2020 in Tokio (Japan) liegt, wurde mit 82,70 Metern Dritter.

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