Erste Ebola-Patientin in Nigeria in die Schweiz ausgeflogen
Sie ist der erste Mensch seit zwölf Jahren, der in Nigeria an Ebola erkrankte - nun ist die Patientin in die Schweiz ausgeflogen worden. Die 42-jährige Schweizer Staatsbürgerin sei am Montagmorgen in einem Spezialflugzeug abgeflogen, teilte das nigerianische Gesundheitsministerium mit. Ihr Zustand habe sich über das Wochenende "deutlich verbessert".
"Sie war stabil, bei Bewusstsein und kommunikationsfähig. Zudem näherten sich ihre Laborwerte den Normalwerten an", erklärte Gesundheitsminister Muhammad Ali Pate im Onlinedienst X. "Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht mehr ansteckend ist", fügte er warnend hinzu. Der Ehemann der Patientin, ein Mitarbeiter der Schweizer Botschaft, der keinerlei Symptome aufweist, sei mit in die Schweiz geflogen. Es seien bisher 53 Kontaktpersonen der Infizierten ermittelt worden.
Die Behörden im westafrikanischen Nigeria hatten den Ebola-Fall vor wenigen Tagen gemeldet. Es ist der erste Ebola-Fall in dem Land seit zwölf Jahren und auch die erste seit Beginn der aktuellen Ebola-Epidemie in der zentralafrikanischen Demokratischen Republik Kongo. Die Frau war nach Angaben der Schweizer Botschaft in Abuja kürzlich nach Uganda gereist, nicht jedoch nach Kongo.
Derzeit wütet im Kongo die bislang verheerendste Ebola-Epidemie in dem Land. Seit Bekanntgabe der Epidemie Mitte Mai starben dort bereits mehr als 4600 Menschen. Auch in Uganda, Kenia und weiteren afrikanischen Ländern wurden bereits Fälle nachgewiesen.
Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter übertragen. Die Krankheit führt zu Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall bis hin zu inneren Blutungen und Organversagen. In den vergangenen 50 Jahren starben auf dem afrikanischen Kontinent mehr als 15.000 Menschen an dem Virus. Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Zuletzt war das Land 2014 auf dem Höhepunkt der damaligen Epidemie in Westafrika von Ebola betroffen. Dank des entschlossenen Eingreifens der Behörden konnte der Ausbruch damals jedoch innerhalb von 21 Tagen eingedämmt werden.
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