Podiumsdiskussion im Ringhotel Alpenhof

Drei OB-KandidatInnen äußern sich zu Strukturwandel, Wohnraummangel und ÖPNV-Ausbau

Augsburg: Der Termin der Kommunalwahlen in Bayern rückt näher und der Wahlkampf tritt in seine heiße Phase. Anlass genug, die OB-KandidatInnen der Stadt Augsburg zusammenzuführen und auf Themen wie Strukturwandel, Wohnraummangel oder Stellenabbau anzusprechen. So lud der Bund der Selbstständigen die drei aussichtsreichsten KandidatInnen ins Ringhotel Alpenhof in Augsburg ein: Eva Weber (CSU), Dirk Wurm (SPD) sowie Martina Wild (GRÜNE). Moderiert wurde das Podium von dem Journalisten Jürgen Marks.

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Bild: TRENDYone
Wirtschaft und Arbeitsplätze, Mobilität und Umwelt, Kultur und Integration, Wohnen und Leben - das waren die vier großen Themen des heutigen Abends im Ringhotel Alpenhof. Als nach einer knapp 30-minütigen Verspätung alle Gäste eintrafen, stellte Jürgen Marks zu Beginn der Veranstaltung die drei KandidatInnen vor, deren Aussichten im Bezug auf die kommende Kommunalwahl am Besten zu sein scheinen. 

Wirtschaft und Arbeitsplätze 

Bereits zum Beginn des Podiums kamen Eva Weber, Dirk Wurm und Martina Wild auf das Thema Innovationspark zu sprechen. Dabei wurde das Möglichkeit zur Weiterentwicklung des Parks diskutiert und gleichzeitig die potentiellen Arbeitsplätze, die dadurch geschaffen werden, erwähnt. Im Zuge dessen kamen die Diskutanten auf die etlichen Arbeitskräfte, die in andere Großstädte pendeln müssen, statt ortsansäßig einen Arbeitsplatz zu finden. Besonders Martina Wild möchte dafür sorgen, dass adäquate Jobs die Augsburger zukünftig dazu animiert, auf einen derart langen Arbeitsweg verzichten zu können. Dass Studienplätze in Augsburg erhöht werden sollten und gleichzeitig die Weiterbildung der Arbeitskräfte von hoher Bedeutung ist, ist im Sinne aller drei OB-KandidatInnen. Außerdem sprach sich besonders Wild dafür aus, einen Schwerpunkt auf die Altenpflege und soziale Berufe im Allgemeinen zu legen. Schwieriger wird es allerdings bei dem Thema knapper Wohnraum. Immer wieder tauchte in den Gesprächen auf, dass Räumlichkeiten fehlen und viele Gründer den Produktionsstandort Augsburg im Laufe der Zeit verlassen.

Mobilität und Umwelt

Besonders dieses Thema wurde an diesem Abend heiß diskutiert. Auch wenn nicht gerade das angestrebte Ergebnis in puncto Fahrradstadt durchgesetzt werden konnte, betonten alle drei Kandidaten, dass trotzdem bisher Einiges erreicht wurde. Die OB-Kandidatin der Grünen sieht zwei Wege in die Richtung einer menschengerechteren Stadt: Breitere Fahrradwege sowie den Ausbau des ÖPNV. Eva Weber setzte jedoch daraufhin ein Augenmerk darauf, dass man der Realität ins Auge blicken müsse und in erster Linie Prioritäten setzen solle. Für Autobesitzer ist das Fahrzeug mit vier Rädern noch immer einerseits ein Statussymbol und auf der anderen Seite eine sehr bequeme und flexible Art der Fortbewegung. SPD-Kandidat Wurm betonte bei diesem Thema, dass die Augsburger eine Alternative brauchen - und zwar in Form von einem bezahlbaren Nahverkehr. 
Als die Diskussion auf den Aspekt "autolose Altstadt" gelenkt wurde, wurden besonders dann die Meinungsverschiedenheiten deutlich, als Wild ihre Vorstellung einer autolosen Innenstadt äußerte. Wild zählt dabei alles zur Innenstadt, was innerhalb der Stadtmauern liegt.

Kultur und Integration

Das Gaswerk ist für Dirk Wurm eine "diskussionswürdige Alternative" und soll ein Ort der Kultur- und Kreativwirtschaft sein. Auch Eva Weber sieht und dem innovativen Gebäude hohes Potential, wünscht sich jedoch einen ähnlichen Veranstaltungsort wie etwa das Zenith in München, welches sich für Anlässe jeder Art eignet. In erster Linie habe beim Thema Gaswerk jedoch der Stadtrat die Entscheidungsmacht. 

Wohnen und Leben

Dass die Mieten in Augsburg sehr hoch sind, begründet Eva Weber unter anderem mit einer Niedrigzinsphase. Sie sprach sich in der heutigen Podiumsdiskussion dafür aus, dass das Wohnen bezahlbarer werden sollte. Auch zu diesem Thema betonte Dirk Wurm, dass bezahlbarer Wohnraum nur dann geboten werden könne, wenn zusätzliche Flächen vorhanden sind. Martina Wild merkte an, dass sich die Notwendigkeiten ändern und heutzutage die soziale Frage ein bedeutenderes Problem geworden ist.

Zum Abschluss beantworteten die drei KandidatInnen die Fragen der anwesenden Bürger. Dabei stellte sich heraus, dass besonders die "Mobilität und Nachhaltigkeit" die Fragenden beschäftigt. Themen wie "mehr Sicherheit für Radfahrer" und die Finanzierung der Radwege waren nur wenige der vielen Fragen, die die potentiellen Oberbürgermeister gerne beantworteten.

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