Steigende Spritpreise: Was bringen autofreie Sonntage und Tempolimits?

Abhängigkeit von russischer Energie wirft neue Debatte auf

Die Spritpreise liegen in Deutschland aufgrund des Kriegs in der Ukraine aktuell deutlich über zwei Euro – daran zeigt sich, wie hoch die Abhängigkeit von der russischen Energie ist. Aus Politik und Wirtschaft kommen nun verschiedene Vorschläge zur Einsparung.

cropped-1647187764-spotlight-nord
Bild: stock.adobe / Spotlight Nord
Angesichts der momentanen Preissprünge an der Tankstelle werden in der Politik jetzt Rufe nach weiteren Entlastungen der Bürger laut. Nach Auffassung der baden-württembergischen Umweltministerin Thekla Walker könnten demnach autofreie Sonntage den Spritverbrauch drosseln und die Abhängigkeit von russischen Energieimporten verringern. Im Zuge der Ölkrise 1973 hatte die damalige Bundesregierung vier autofreie Sonntage und ein vorübergehendes Tempolimit verordnet: 100 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen.

Ausnahmen möglich

Nichtsdestotrotz könne es aber heute ebenso wie damals Sonderregelungen für Menschen geben, die dringend auf das Auto angewiesen sind. Auch die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, brachte diese Idee ins Spiel und bezeichnete autofreie Sonntage als möglichen „Akt der Solidarität“. Die Politikerin zeigte sich außerdem offen für eine Senkung der Mehrwertsteuer für Benzin von 19 auf sieben Prozent.

Greenpeace schlägt Tempolimit vor

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace fordert darüber hinaus noch weitere, schnell umsetzbare Maßnahmen, um den Import von russischem Öl deutlich zu reduzieren. Laut den Berechnungen der Umweltschutzorganisation würde etwa ein vorübergehendes Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen Deutschlands Mineralölimporte um etwa 2,5 Prozent pro Jahr senken. Die wegen der Corona-Pandemie eingeführte Homeoffice-Pflicht in Teilen zu verlängern, könne weitere 1,7 Prozent einsparen, ein Verzicht auf jede zweite Freizeit-Autofahrt von über 20 Kilometern sogar 2,6 Prozent.