Super-Impfstoff gegen Corona?

Neues Verfahren könnte jahrelangen Schutz bieten

Die Impfungen gegen das Coronavirus laufen in Deutschland stetig voran, doch der Schutz ist nicht von ewiger Dauer. Forscher arbeiten gerade an einer neuen Methode, die das Problem lösen könnte - allerdings bestehen auch Risiken.

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Bislang ist noch nicht eindeutig klar, wie lange eine Impfung tatsächlich wirkt. Die Daten deuten darauf hin, dass der Impfschutz der aktuell verwendeten Vakzine mit der Zeit abnimmt und gegen die immer wieder auftretenden Virusvarianten wirkungslos oder zumindest schwächer wirksam sein könnte. Aus diesen Grund arbeiten mehrere Start-ups an einem Impfstoff, der über Jahre und auch gegen neue Mutanten immun machen soll. Ansonsten müssten - ähnlich wie bei der Grippe - jedes Jahr Auffrischungsimpfungen nötig sein, die den Schutz verlängern und die neuen Varianten entsprechend abwehren.

Universelle Impfung gegen Corona

Die bisher zugelassenen Vakzine sollen in erster Linie die Bildung von Antikörpern anregen, die das Virus erkennen und zerstören, bevor es eine Zelle infiziert. Bei den neuen Impfstoffen wird nun versucht, dass sie vor allem die T-Zellen stimulieren – also den Teil der Immunantwort, der sich darauf konzentriert, bereits infizierte Zellen zu finden und zu eliminieren, nicht das Virus selbst.

In der Theorie haben die T-Zellen mehrere Vorteile gegenüber Antikörpern. Sie können länger im Körper überleben und reagieren auf Bestandteile des Virus, die wahrscheinlich seltener mutieren als diejenigen, die von Antikörpern erkannt werden. Erste Unternehmen erproben ihre Impfstoffe derzeit in klinischen Studien. Sie sollten nicht nur mehrere Jahre lang wirken, sondern auch "universell" gegen jegliche Varianten wirksam sein.

Kritik: Virus könnte immun werden

Allerdings werden die neuen Impfstoffe wohl erst frühestens nächstes Jahr einsatzbereit sein. Darüber hinaus besteht bei vielen Wissenschaftlern große Skepsis: Sie befürchten, dass die massenhafte Impfung selbst einen evolutionären Selektionsdruck erzeugt - dieser Druck könne laut einem britischen Virologen "das Virus dazu bringen, sich so zu entwickeln, dass es jedem Impfschutz entgeht." Außerdem stellt sich die Frage, ob der Körper in der Lage sein wird, das Virus mit einer auf T-Zellen basierenden Reaktion zu bekämpfen.

Die T-Zellen-Impfstoffe - sollten sie zugelassen werden - könnten in Europa und den USA jenen Menschen verabreicht werden, die bereits eine Antikörper-Impfung erhalten haben. Außerdem könnten die neuartigen Vakzine Menschen schützen, die wegen Krankheiten wie etwa Krebs oder Diabetes Schwierigkeiten haben, Antikörper zu bilden. Allerdings liegt für die Erreichung dieses Ziels noch jede Menge Arbeit vor den Unternehmen.