Tipps gegen lestiges Schnarchen

Der leidige Schlafkiller

Chrrrr, chrrr…kennen Sie dieses Geräusch aus Ihrem Schlafzimmer nur allzu gut? Ob nun der eigene Partner schnarcht oder man selbst davon betroffen ist – (dauerhaftes) Schnarchen kann durchaus lästig und in manchen Fällen sogar wirklich gefährlich sein. Wir klären daher zunächst die Ursachen für das Schnarchen, schauen uns verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an und stellen klar, wann der Gang zum Arzt sinnvoll ist.

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Bild: adobe.stock
In Deutschland ist Schnarchen weit verbreitet und sorgt regelmäßig für unruhige Nächte: Etwa jeder zweite Mann und jede vierte Frau im mittleren bis höheren Alter ist davon betroffen, die entsprechenden Geräusche können bis zu 100 Dezibel erreichen – dies entspricht der Lautstärke einer Bohrmaschine! Wenn Sie oder Ihr Partner also des Öfteren gefühlt einen ganzen Wald zersägen, sollten Sie schnell weiterlesen.

Wie entsteht Schnarchen eigentlich?

Schnarchen beziehungsweise die Geräusche, die unter diesem Begriff zusammengefasst werden, entstehen durch eine Verengung der oberen Luftwege. Während wir schlafen, erschlafft die Muskulatur (und damit die Atemmuskulatur) für gewöhnlich – fällt dies jedoch ungewöhnlich stark aus, ragen die Zäpfchen und Gaumensegel weit in den Hals hinein. Dadurch wird die daran vorbeiströmende Luft während der Atmung zum Flattern gebracht und es kommt zum sogenannten Röcheln.

Nun schnarcht aber nicht jede Person, weshalb bei den Betroffenen die Muskeln wohl besonders stark erschlaffen. Auf der einen Seite kann dies aus der Einnahme von Beruhigungsmitteln, Schlaftabletten, manchen Psychopharmaka oder dem Genuss von alkoholischen Getränken resultieren. Auf der anderen Seite kann dieser Umstand dem Alter der Menschen geschuldet sein – schließlich neigt die Muskulatur älterer Personen generell dazu, immer mehr zu erschlaffen. Daher schnarchen auch Jüngere meist nur in bestimmten Situationen.
Dazu zählen Allergien oder eine Erkältung, das Problem liegt dann also in der Nase: wird der Luftstrom dort gestört, kommt es zum Schnarchen. Weitere Ursachen für die Verengung der Atemwege können vergrößerte Gaumen- oder Rachenmandeln, Nasenpolypen, eine verkrümmte Nasenscheidewand sowie ein verkürzter Unterkiefer oder Fettansammlungen im Rachenbereich sein.

Ist Schnarchen gefährlich?

Falls Sie hin und wieder leise und gleichmäßig schnarchen, müssen Sie sich zunächst einmal keine Sorgen machen. Das sogenannte habituelle Schnarchen stellt für die Gesundheit keine Gefahr dar. Wer allerdings sehr laut und intensiv schnarcht, schadet dadurch nicht nur dem Partner – auch der eigene Schlaf kann durch die Geräusche gestört werden. Werden die für die Erholung so wichtigen Tiefschlafphasen beeinträchtigt, ist Vorsicht angesagt. Dasselbe gilt für wiederkehrende Atemaussetzer, die als Schlafapnoe bezeichnet werden. Dabei verschließt sich der Rachen teilweise sogar vollständig und der betroffenen Person bleibt während des Schlafens die Luft weg. Obwohl das Gehirn dabei das Ersticken durch eine Weckreaktion verhindert, wird der Schlaf nachhaltig gestört. Die Folgen sind unter anderem Müdigkeit und starke Reizbarkeit sowie eine verminderte Konzentrationsfähigkeit. Zudem kann es zu einem erhöhten Blutdruck und einem gesteigerten Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.

Was also tun?

Falls Sie schnarchen und dies in Ihrem eigenen Sinne und/ oder zum Wohle Ihres Partners vermeiden möchten, haben wir nun einige Tipps für Sie aufgelistet. 

1. Alkohol- und Tabakkonsum reduzieren

Da die für das Schnarchen verantwortliche Muskelentspannung auch durch Alkoholkonsum verstärkt wird, sollten Sie auf derartige Getränke etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen verzichten. Um Zigaretten und Co. sollten Sie ebenfalls einen Bogen machen, da der Rauch die Schleimhaut der oberen Luftwege austrocknen kann.

2. Schlafposition optimieren

Auf dem Rücken schlafende Personen schnarchen häufiger, da das Ende der Zunge in diesem Fall eher in Richtung Rachen rutscht und ihn teilweise verschließt. Daher besser auf der Seite und mit erhöhtem Oberkörper schlafen – wer sich unbewusst im Schlaf immer wieder auf den Rücken dreht, kann beispielsweise auf spezielle Schlafwesten setzen.

3. Übergewicht verringern

Fetteinlagerungen im Halsbereich bei starkem Übergewicht lassen diesen Teil der oberen Atemwege an Volumen verlieren, zudem kann ein Doppelkinn auf den Atemschlauch drücken. Darum kann es Sinn machen, durch Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung überflüssige Pfunde loszuwerden.

4. Schlafqualität und Sauberkeit verbessern

Weil manche Stoffe die Nasenschleimhaut von Allergikern anschwellen lassen und es dadurch zu einer verstopften Nase und lästigen Geräuschen kommen kann, sollte auf Sauberkeit im Schlafzimmer geachtet werden – gründliches Lüften sowie regelmäßiges Saugen sind hier das A und O. Außerdem sollten Sie Pflanzen aus dem Schlafzimmer verbannen, da diese potenzielle Allergene absondern können.

5. Muskelentspannende Arzneimittel meiden

Ähnlich wie Alkohol können auch Medikamente eine entspannende Wirkung auf unsere Muskulatur haben. Nehmen Sie daher Schlaftabletten, Beruhigungsmittel und Co. nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.

6. Ein Blasinstrument erlernen

Des Weiteren kann Schnarchen durch ein Training der Muskeln im Gaumen und Rachen reduziert werden. Die ideale Gelegenheit also, ein Musikinstument (am besten ein Blasinstrument wie Trompete oder Posaune) zu erlernen!

7. Hilfsmittel ausprobieren

Es gibt eine Reihe an speziell entwickelten Helferlein, die gegen das Schnarchen helfen sollen. So gibt es zum Beispiel Nasenpflaster, die die Nasenflügel weiten und damit die Atmung erleichtern. Wenn ein Schnupfen der Grund für die Geräusche ist, können abschwellende Nasensprays kurzfristig Abhilfe schaffen. Falls das Schnarchen bei offenem Mund auftritt, reicht es oftmals aus, den Unterkiefer zu fixieren. Dafür gibt es Schnarchbandagen in der Apotheke, allerdings tut es oftmals auch eine einfache Kinnbinde. Eine weitere Möglichkeit wäre eine vom Zahnarzt angefertigte und individuell angepasste Schnarchschiene, die die Atemwege offenhält. Andere Hilfsmittel sind beispielsweise Kissen, Mundstücke, Öle, Ringe und Armbänder gegen das Schnarchen sowie Nasenklammer oder Nasenspreizer, deren Wirkung jedoch meist relativ gering ist. Dies gilt auch für die Anwendung von Naturheilmitteln wie Inhalieren, Dampfbäder, Nasenduschen oder spezielle Tees. Sollte Ihr Partner Ihnen zuliebe ein Hilfsmittel verwenden, vermeiden Sie bitte „lustige“ Sprüche. Niemand sieht mit Kinnbinde wirklich schick aus. 

Wann ein Gang zum Arzt sinnvoll ist

Wenn Sie sehr laut schnarchen, morgens häufig erschöpft sind und verschiedene Maßnahmen keine Besserung bringen, sollten Sie zu einem Arzt gehen – möglicherweise leiden Sie nämlich an der bereits erwähnten Schlafapnoe, die mit gefährlichen Atemaussetzern einhergeht. Geeignete Ansprechpartner sind Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sowie Kliniken mit einem speziellen Schnarch-Zentrum. Nehmen Sie, falls vorhanden, unbedingt Ihren Partner mit, schließlich kann dieser Ihr Schnarchen am besten beschreiben. Der Arzt wird zunächst Ihren Rachen- und Nasenraum untersuchen, um hinter die Ursache zu kommen. Für die weitere Analyse kann er Ihnen ein sogenanntes Schnarchtestgerät mit nach Hause geben. Dieser kleine Computer zeichnet dann die Atem- und Schnarchgeräusche und die Sauerstoffversorgung während des Schlafens auf. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Nacht im Schlaflabor, wo Ihr Schlaf genauestens gemessen, überwacht und ausgewertet wird.

Die Überdruckbeatmung

Eine Maßnahme für Schlafapnoe-Patienten ist die sogenannte Überdruckbeatmung oder CPAP (Continuous Positive Airway Pressure)-Therapie, die mithilfe einer Atemmaske durchgeführt wird. Diese wird in der Nacht getragen und soll die gefährlichen Atemaussetzer sowie das Schnarchen verhindern. Indem die Maske Luft mit leichtem Überdruck in die Lunge presst, wird ein Zusammenfallen der Atemwege verhindert – der Betroffene kann trotzdem ganz normal atmen. Allerdings werden dadurch nur die Symptome behandelt, außerdem kann sich langfristig das Lungenvolumen verringern und es entstehen teils laute Geräusche durch den erzeugten Luftdruck.

OP als Lösung für hartnäckiges Schnarchen 

Falls alle konservativen Therapiemethoden nicht gegen das Schnarchen helfen, kann eine Operation erforderlich werden, bei der die Mediziner mögliche anatomische Ursachen beseitigen. Die Krankenkasse übernimmt die anfallenden Kosten allerdings nur bei einem bestehenden Gesundheitsrisiko wie einer Apnoe. 
Viele der Eingriffe können ambulant durchgeführt werden, ein Krankenhausaufenthalt ist demnach also nicht zwingend notwendig. Jedoch gibt es hierbei keine Erfolgsgarantie – manchmal werden die Geräusche einfach nur leiser, zudem kann es natürlich auch zu Komplikationen kommen.
Je nach Ursache und Bereich können verschiedene Operationen vorgenommen werden. Beispielsweise kann der Arzt eine krumme Nasenscheidewand korrigieren, vergrößerte oder schlaffe Zäpfchen verkleinern, das Gaumensegel straffen beziehungsweise verkleinern oder Schleimhautwucherungen (Polypen) entfernen. Dies sollte allerdings die allerletzte Option sein – in den meisten Fällen reichen kleinere Maßnahmen völlig aus. Falls Ihr Partner nur hin und wieder schnarcht, helfen auch ein sanftes Anrempeln sowie im Notfall Ohrstöpsel sehr gut. In diesem Sinne: Schlafen Sie gut! |Text: Vera Mergle

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