Türkei: Obdachloser beleidigt Erdogan für Bett im Gefängnis
Um einen Schlafplatz im Gefängnis zu bekommen, hat ein Obdachloser in der Türkei einem Medienbericht zufolge absichtlich Präsident Recep Tayyip Erdogan beleidigt. "Ich habe keine Unterkunft, ich schlafe auf Müllhalden. Deshalb habe ich es getan", sagte der Mann bei seiner Gerichtsanhörung laut einem Bericht der Zeitung "Sözcü" vom Freitag. Den Präsidenten zu beleidigen, kann in der Türkei eine Haftstrafe von einem bis zu vier Jahren nach sich ziehen.
Der in der südlichen Küstenstadt Alanya festgenommene Obdachlose gab vor Gericht zudem an, schon drei Mal zuvor versucht zu haben, auf diesem Wege eine Unterkunft zu bekommen. Bis jetzt sei es ihm aber noch nicht gelungen, in Untersuchungshaft genommen zu werden.
Laut dem türkischen Strafrecht ist es verboten, den Präsidenten zu beleidigen, ebenso wie die türkische Flagge, staatliche Symbole oder die türkische Nation und staatliche Institutionen.
Obwohl das Verbot schon seit Jahrzehnten besteht, hat seine Anwendung erheblich zugenommen, seitdem die Türkei 2018 zu einem Präsidialsystem übergegangen ist. Zwischen 2016 und 2025 wurden gemäß der Artikel 299 bis 301 fast 83.000 Fälle verfolgt. Zu den Beschuldigten gehören unter anderem Teenager, Journalisten und eine ehemalige Miss Turkey.
© 2026 AFP




