WHO: Sechs Klima- und Gesundheitsmaßnahmen könnten jährlich 1,5 Millionen Leben retten

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WHO-LogoBild: AFP/Archiv / Fabrice COFFRINI

Die weltweite Umsetzung von sechs Gesundheits- und Klimaschutzmaßnahmen könnte laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich 1,56 Millionen Menschenleben retten. In ihrer Studie, die am Mittwoch wenige Tage vor der UN-Klimakonferenz im türkischen Antalya (COP31) veröffentlicht wurde, spricht die WHO von einer "Dreifach-Dividende" der empfohlenen Maßnahmen: eine gesündere Bevölkerung, eine Verringerung der Treibhausgasemissionen und solidere Volkswirtschaften.

Konkret empfiehlt die WHO, weltweit Warnsysteme zu den Gesundheitsgefahren durch Hitze sowie Systeme zur Trinkwasserversorgung und Abwasseraufbereitung aufzubauen, die widerstandsfähig gegenüber den schädlichen Folgen des Klimawandels sind. Auch eine Verbesserung der Hand-Hygiene würde laut der UN-Organisation Todesfälle vermeiden. Außerdem empfiehlt die WHO die verstärkte Nutzung der saubersten heimischen Energiequellen wie etwa Solarkraft sowie eine wirksame Bepreisung klimaschädlicher fossiler Energieträger wie Kohle und Erdöl.

Die weltweite Umsetzung der genannten Maßnahmen könnte laut der Studie nicht nur viele Leben retten, sondern auch jährlich fast 16,7 Milliarden Tonnen Treibhausgasemissionen einsparen. Den wirtschaftlichen Nutzen der Maßnahmen beziffert die WHO mit vier Billionen Dollar (3,57 Billionen Euro) pro Jahr, unter anderem durch die Vermeidung von Todesfällen und Katastrophen. Die möglichen Einsparungen für die Staatshaushalte bezifferte die WHO mit 5,44 Billionen Dollar.

Bei den Prognosen, die für 187 Staaten für den Zeitraum 2024 bis 2075 errechnet wurden, sind die Hitze-Warnsystem mit 836 Millionen Dollar Einsparungen finanziell am ertragreichsten. Insgesamt wäre laut WHO aber die höhere Bepreisung von fossilen Energieträgern die folgenreichste Maßnahme: Allein durch sie könnten der Studie zufolge 1,2 Millionen Todesfälle pro Jahr verhindert und riesige Mengen Treibhausgasemissionen vermieden werden.

"Die Welt muss Lösungen identifizieren, priorisieren und umsetzen, die dazu beitragen, den Verlust von Menschenleben zu verhindern und Gemeinschaften vor klimabedingten Schäden zu schützen", erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus in dem Bericht. Es gebe bereits "Lösungen", die weltweit umgesetzt zu werden könnten. Dies biete eine "außergewöhnliche Chance", betonte Tedros.

Laut WHO können die Länder mit niedrigen oder mittleren Einkommen den größten Nutzen aus den vorgeschlagenen Maßnahmen ziehen. Trotz der begrenzten Aussagekraft der Studie wegen der ambitionierten Szenarien und des Fehlens bestimmter Daten versicherte die WHO, ihre Prognosen zeigten, "dass Investitionen in bewährte Klima- und Gesundheitsmaßnahmen" wertvolle Vorteile bringen könnten.