WHO warnt vor Gesundheitsrisiken durch mangelnde Bewegung unter Jugendlichen

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Logo der WHOBild: AFP/Archiv / Fabrice COFFRINI

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat vor Gesundheitsrisiken durch mangelnde Bewegung unter Jugendlichen gewarnt. Einer von vier Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren gab an, in der vorangegangenen Woche keinen einzigen aktiven Tag gehabt zu haben, wie aus einer am Mittwoch von der WHO im Fachjournal "The Lancet Global Health" veröffentlichten Studie hervorging. Ein aktiver Tag wurde dabei definiert als mindestens eine Stunde mäßige bis intensive körperliche Betätigung.

Die Studie stützt sich laut WHO auf hunderte bevölkerungsbezogene Erhebungen aus 140 Ländern und Territorien mit insgesamt mehr als 3,2 Millionen Jugendlichen. Hochgerechnet entsprechen die Ergebnisse demnach rund 240 Millionen jungen Menschen, die innerhalb einer Woche keinen einzigen aktiven Tag haben. Insgesamt gaben die Jugendlichen in der Studie im Durchschnitt an, 2,7 Tage pro Woche körperlich aktiv zu sein, während lediglich 14 Prozent angaben, an allen sieben Tagen aktiv zu sein.

Die WHO warnte, dass "körperliche Inaktivität ein wesentlicher Risikofaktor für Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten ist". Es sei "entscheidend für den Schutz der Gesundheit junger Menschen und die Verringerung der weltweiten Krankheitslast, dass sie früh im Leben aktive Gewohnheiten entwickeln", heißt es in der Studie weiter.

Die UN-Organisation beklagte zudem den fehlenden Fortschritt in dem Bereich: Das Maß an körperlicher Aktivität unter Jugendlichen sei in den vergangenen 15 Jahren "praktisch unverändert" geblieben. "Seit 15 Jahren hat die Welt bei der Bewegung junger Menschen nahezu keine Fortschritte gemacht, und Mädchen werden am stärksten zurückgelassen", erklärte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Mädchen sind der WHO zufolge in fast jedem Land und jeder Region deutlich weniger aktiv als Jungen. Den Schätzungen zufolge berichteten 28 Prozent der Mädchen, dass sie keinen aktiven Tag hatten, verglichen mit 22 Prozent der Jungen, während lediglich elf Prozent der Mädchen angaben, täglich aktiv zu sein, gegenüber 17 Prozent der Jungen. Auch unter den Ländern gab es deutliche Unterschiede.

Die Antwort auf diese Probleme bestehe nicht darin, "Jugendlichen zu sagen, sie sollen sich mehr anstrengen", betonte Tedros. "Vielmehr müssen wir Schulen, Straßen und Gemeinschaften schaffen, in denen Bewegung, Spiel und Aktivsein sicher, einfach und normal sind."