Urlaub im Wohnmobil - Vorteile und Nachteile!

Das sollten Einsteiger beachten

Immer mehr Menschen verreisen mit dem Wohnmobil - aus gutem Grund. Eine Camping-Tour auf vier Rädern bringt Flexibilität mit sich und ermöglicht es, beliebte und entlegene Orte auf individuelle Weise zu entdecken. Neulinge sollten jedoch einige Aspekte berücksichtigen, damit der Wohnmobil-Urlaub ein Erfolg wird. Wir zeigen Ihnen, worauf es ankommt.

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Bild: adobe.stock
Das richtige Wohnmobil auswählen
Reisen mit dem Wohnwagen oder dem Wohnmobil liegt voll im Trend. Nach Schätzungen des ADAC gibt es allein in Deutschland fünf Millionen Camper. Für Neulinge gilt: Unternehmen Sie zu Beginn eine kleinere Tour, um herauszufinden, ob Ihnen diese Art des Urlaubs gefällt. Welches Modell hierbei infrage kommt, hängt einerseits von der Anzahl der Mitreisenden, andererseits von Ihrem Führerschein ab. Besitzen Sie die Fahrerlaubnis der alten Klasse 3 (evtl. umgeschrieben auf „B plus C1“), dürfen Sie Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 7,5 Tonnen fahren. Haben Sie „nur“ die neue Klasse B, so liegt die Grenze bei 3,5 Tonnen.

Am handlichsten sind umgebaute Pick-ups und Vans, die sich in der Regel jedoch nur für zwei Personen eignen. Mehr Platz bieten Modelle mit Alkoven, bei denen sich Schlafplätze über dem Führerhaus befinden. Verfügbar sind außerdem teilintegrierte Wohnmobile. Hier wird das Fahrerhaus des Serienfahrzeugs zusätzlich zu Wohnzwecken genutzt. Die gehobene und sehr geräumige Variante sind schließlich sogenannte vollintegrierte Wohnmobile.

Die Übergabe

Wenn Sie erstmalig ein Wohnmobil mieten, so sollte eine ausführliche Übergabe bei der Mietstation stattfinden. Immerhin verfügen Reisemobile über zahlreiche Ausstattungsmerkmale. Stromanschluss, Gasflasche, Frischwassertank, Abwasserbehälter, chemisches WC, Dusche, Küche, Klapp- oder Hub-Betten und drehbare Sitze: Lassen Sie sich all diese Funktionen genau erklären.
Vermutlich werden Sie eine relativ umfangreiche Campingausrüstung mitnehmen. Dazu zählen beispielsweise Tisch, Stühle, Grill, diverse Küchenutensilien, Lebensmittel, Haushaltsartikel, Hygieneartikel, Kleidung, Schwimmsachen und vielleicht sogar Fahrräder. Fragen Sie deshalb, wo Sie Ihr Gepäck am besten verstauen und richtig sichern können. Größere Teile müssen möglicherweise festgezurrt werden.

Das Fahren

Über sechs Meter Länge, 2,20 Meter Breite und eine Höhe von 2,80 Metern: Solche Ausmaße sind für ein durchschnittliches Vier-Personen-Wohnmobil völlig normal und erfordern selbstverständlich eine gewisse Eingewöhnung. Drehen Sie zum „Warmwerden“ daher ein paar Runden auf dem Parkplatz des Vermieters oder in einer ruhigen Gegend. Üben Sie auch das Einparken im Rückwärtsgang. Schnell werden Sie feststellen, dass das Fahren richtig Spaß macht. Sie sitzen sehr hoch, haben einen guten Überblick und in den großen Seitenspiegeln können das Geschehen hinter sich optimal beobachten.
Nicht zuletzt ist Wohnmobilfahren eine echte Entschleunigung. Schwimmen Sie einfach mit dem Verkehr mit. Zwischen 3,5 und 7,5 Tonnen dürfen Sie in Deutschland ohnehin nur maximal 100 km/h fahren. Unter 3,5 Tonnen unterliegen Sie zwar keiner Begrenzung, aus Gründen des Spritverbrauchs empfiehlt sich aber dennoch eine moderate Fahrweise. Achten Sie in jedem Fall auf Höhenbegrenzungen bei Unterführungen und auf herausragende Gegenstände wie Äste, Balkone und Dachvorsprünge, um Schäden zu vermeiden.

Auf dem Campingplatz

„Wildcampen“, also das freie Stehen mit dem Wohnmobil, ist in den meisten Ländern Europas untersagt. Sie müssen im Regelfall also einen Campingplatz ansteuern. Haben Sie eine längere Strecke vor sich, so planen Sie Zwischenübernachtungen ein. Immerhin ist eine Wohnmobil-Tour geradezu prädestiniert für kurze Tagesetappen und das Entdecken verschiedener Orte.
Gerade in der Hauptsaison kann es sinnvoll sein, Stellplätze bereits im Vorfeld zu reservieren. Wer es auf gut Glück versucht, findet über das Internet oder beispielsweise über die ADAC-Campingführer-App freie Plätze. Achten Sie unabhängig davon auf die Lage, Bewertungen und verfügbare Extras. Im Hochsommer empfiehlt es sich, schattige Stellplatz zu benutzen. Sie werden feststellen, dass Campingplätze relativ günstig sind und ein vielfältiges Angebot bereithalten. Zum Standard zählen WC, Duschen und Spülstationen. Oftmals befinden sich die Plätze außerdem in Toplage - beispielsweise direkt an einem Gewässer. | Text: Florian Deuring