Erster Masern-Todesfall in Wisconsin seit Jahrzehnten: Säugling stirbt nach Infektion
Erstmals seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten ist im US-Bundesstaat Wisconsin ein Mensch an den Masern gestorben. Ein Säugling fiel der hochansteckenden Krankheit zum Opfer, wie Wisconsins Gesundheitsbehörde am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte. "Der Tod eines Kindes ist immer eine Tragödie - und noch viel mehr, wenn er mit einer durch Impfstoffe vermeidbaren Krankheit zusammenhängt", betonte Behördenchefin Kirsten Johnson.
Johnson appelllierte an die Bewohner des Bundesstaats, "sich selbst und ihre Familien zu schützen". Zuletzt war in Wisconsin 1990 ein Mensch nach einer Maserninfektion gestorben.
Die USA erleben derzeit den größten Masernausbruch seit mehr als 35 Jahren. Bis Ende Oktober wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC in 47 Bundesstaaten insgesamt mehr als 4800 Infektionen verzeichnet. Am Montag hatte New York den ersten Masern-Todesfall in dem Bundesstaat seit 30 Jahren gemeldet. Bereits im Oktober hatte New Yorks Gouverneurin Kathy Hochul von den Demokraten wegen des Masern-Ausbruchs den Notstand ausgerufen.
Eigentlich waren die Masern in den USA 2000 für ausgerottet erklärt worden. Angesichts einer zunehmenden Impfskepsis in Teilen der Bevölkerung kehrte die Infektionskrankheit in den vergangenen Jahren jedoch wieder zurück. Der von Präsident Donald Trump ins Amt gebrachte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. ist überzeugter Impfskeptiker. Im Gegensatz zum Stand der medizinischen Forschung suggeriert auch Trump selbst immer wieder einen angeblichen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.
Masern sind eine hoch ansteckende Viruserkrankung. Neben typischen Symptomen wie Fieber und rotem Hautausschlag können lebensgefährliche Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung auftreten. Obwohl die Masern landläufig oft als typische Kinderkrankheit wahrgenommen werden, können sich auch ungeimpfte Erwachsene infizieren.
© 2026 AFP




