Weltweit größte pflegefreie Moosfassade begrünt Neu-Ulmer Parkhaus
1.600 Quadratmeter Moos am neuen Bechtle-Standort – KREOR Architekten aus Neckarsulm verantworten die Planung
1.600 Quadratmeter Moos am neuen Bechtle-Standort – KREOR Architekten aus Neckarsulm verantworten die Planung
Neu-Ulm – Ein grüner Blickfang prägt das neue Parkhaus am Standort des IT-Dienstleisters Bechtle in Neu-Ulm: Rund 1.600 Quadratmeter der Außenfassade sind mit Moos gestaltet. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich um die weltweit größte pflegefreie Moosfassade. Geplant wurde sie von der KREOR Südwest GmbH aus Neckarsulm. Die grüne Fassadengestaltung war eine Voraussetzung im Rahmen der Baugenehmigung.
Für die Umsetzung sorgte das Unternehmen MoosMoos, das auf Moosbilder und Fassadenbegrünungen spezialisiert ist. Geschäftsführer Andreas Bergermann erklärt, dass das Unternehmen ursprünglich Moosgestecke für Gärtnereien herstellte. 2015 entstand die Idee, Moos für Wandbilder zu nutzen. Später entwickelte das Unternehmen daraus Lösungen für den Außenbereich und testete deren Widerstandsfähigkeit unter verschiedenen Witterungsbedingungen.
Pflegefreie Begrünung mit zusätzlichen Funktionen
Bei der Planung stand neben der Optik vor allem die langfristige Pflegefreiheit im Mittelpunkt. „Für uns war neben der reinen Fassadenbegrünung wichtig, dass die Außenfassade auf Jahre hundertprozentig pflegefrei bleibt“, sagt Raphael Marquardt von KREOR Südwest. Mit dem Ergebnis der ersten von KREOR geplanten Moosfassade zeigt er sich zufrieden.
Für die Montage wird präpariertes Moos mit einem Spezialkleber auf Aluminiumplatten befestigt, die anschließend in Stahlelemente eingesetzt werden. Laut Hersteller kann das Moos bis zu acht Liter Wasser pro Quadratmeter aufnehmen und wieder verdunsten lassen. Zudem soll es Schall absorbieren und zur Kühlung beitragen. Eine regelmäßige Bewässerung ist nach Angaben des Unternehmens nicht erforderlich.
Eine weitere pflegefreie Moosfassade wurde am EDEKA-Markt Didis in Kürnach bei Würzburg umgesetzt. Dort umfasst die begrünte Außenfläche rund 160 Quadratmeter. Inhaber Christos Didis wollte damit die Gestaltung des Marktes mit Moos und Holz unterstreichen. Auch Bürgermeister René Wohlfart begrüßt die Lösung, da sich das Gebäude dadurch harmonischer in die von Feldern geprägte Umgebung einfüge.
Moos aus verschiedenen europäischen Regionen
MoosMoos gibt für seine Außenfassaden eine Garantie von mindestens sechs Jahren. Das Rohmaterial stammt unter anderem aus Lettland, Polen, der Ukraine und Skandinavien. Die Verarbeitung erfolgt vor allem im sächsischen Oppach. Das Unternehmen beschäftigt nach eigenen Angaben rund 70 Mitarbeitende in Deutschland und Lettland.
Mit seinen Moosfassaden möchte das Unternehmen auch einen Beitrag zur Verringerung städtischer Wärmeinseln leisten. In welchem Umfang die Fassaden tatsächlich zur Kühlung beitragen, hängt von den jeweiligen Standortbedingungen ab.





