Werder Bremen vs. FC Augsburg 3:2

Nach Traumstart in die neue Saison muss der FCA die erste Niederlage einstecken

Nachdem der FC Augsburg einen Traumstart in die neue Erstligasaison hinlegte und nach dem zweiten Spietag sogar auf Platz 1 der Tabelle stand, gab es bereits letzte Woche ggen Leverkusen einen kleinen Dämpfer. Als man den Sieg noch kurz vor dem Abpfiff verspielte. Dennoch fuhr der FCA mit breiter Brust nach Bremen, wo es bisher noch nicht so rund lief. Zweimal ging der FCA dann sogar in Führung, könnte am Ende aber auch das zwischenzeitliche Unentschieden nicht retten.

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Bild: Kolbert-Press
Dabei hatte es für den FC Augsburg im Weserstadion lange danach ausgesehen, als würde sich der bemerkenswerte Saisonstart auch im hohen Norden fortsetzen. Die Mannschaft von Manuel Baum war mit sieben Punkten aus den ersten drei Bundesligaspielen nach Bremen gereist und ging auch dort früh in Führung. Nach einem Ballgewinn schalteten die Augsburger schnell um, Fabian Rieder schickte Robin Fellhauer auf die Reise. Der setzte sich auf dem Weg in den Strafraum durch und ließ Werder-Keeper Karl Hein keine Chance – 1:0 für den FCA nach 18 Minuten.

Die Führung änderte allerdings wenig am Charakter der Partie. Bremen hatte mehr vom Ball, während Augsburg kompakt stand und auf Umschaltmomente lauerte. Die Gastgeber näherten sich dem Augsburger Tor immer wieder an, fanden gegen die Defensive der Gäste zunächst aber kaum ein Durchkommen. Wenn Werder gefährlich wurde, war Finn Dahmen zur Stelle. So ging der FCA mit dem knappen Vorsprung in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Bremen den Druck. Manuel Baum reagierte früh und brachte in der 53. Minute gleich drei frische Kräfte: Alexis Claude-Maurice, Rodrigo Ribeiro und Yannik Keitel kamen für Mert Kömür, Michael Gregoritsch und Han-Noah Massengo. Und der Wechsel von Claude-Maurice zahlte sich beinahe umgehend aus. Zunächst zwang er Hein zu einer starken Parade, die anschließende Ecke brachte er selbst scharf an den kurzen Pfosten. Dort stieg Calvin Brackelmann am höchsten und verlängerte den Ball zum 2:0 ins Netz (58.).

Eigentlich schien der FCA damit auf dem besten Weg, auch sein viertes Saisonspiel ungeschlagen zu überstehen. Doch statt Sicherheit brachte der Zwei-Tore-Vorsprung eine zunehmend wilde Partie. Nur acht Minuten später setzte sich Marco Grüll auf der linken Seite durch und traf ins lange Eck zum 1:2. Bremen war plötzlich wieder da – und Augsburg geriet zunehmend unter Druck.

Nur wenige Augenblicke später verhinderte der FCA den Ausgleich mit vereinten Kräften. Dahmen parierte zunächst gegen Niclas Füllkrug, den Nachschuss von Chuki klärte Chrislain Matsima kurz vor der Linie. Augsburg bekam das Spiel nun kaum noch beruhigt. Zwar boten sich bei eigenen Gegenstößen weiterhin Möglichkeiten, die Entscheidung herbeizuführen, doch Bremen drängte immer entschlossener auf den Ausgleich.

Vier Minuten vor dem Ende war es schließlich ausgerechnet Rückkehrer Niclas Füllkrug, der das Weserstadion jubeln ließ. Nach einem langen Ball gelang es der Augsburger Defensive nicht, die Situation entscheidend zu bereinigen.
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Füllkrug nutzte die Gelegenheit und traf wuchtig zum 2:2.

Doch selbst dieser späte Ausgleich sollte aus Augsburger Sicht noch nicht der bitterste Moment des Nachmittags bleiben. In der Nachspielzeit machte Bremen die Aufholjagd komplett. Mitchell Weiser erzielte in der 93. Minute das 3:2 und verwandelte eine Partie, in der der FCA bereits mit zwei Toren geführt hatte, endgültig in die erste große Enttäuschung der noch jungen Saison.

Damit ist zunächst auch der Höhenflug der ersten Wochen gebremst. Nach dem 3:0 zum Auftakt gegen Schalke, dem beeindruckenden 4:1-Auswärtserfolg in Frankfurt und dem 2:2 gegen Bayer Leverkusen hatte Augsburg sieben Punkte aus drei Begegnungen gesammelt. Nun bleibt das Punktekonto erstmals stehen. Gleichzeitig verliert der FCA nach dem hervorragenden Start zunächst etwas an Boden in der Spitzengruppe der Bundesliga.

Überbewerten muss man diesen ersten Rückschlag nach dem gelungenen Saisonauftakt sicherlich nicht. Ärgerlich ist vielmehr die Art und Weise, wie die Niederlage zustande kam. Wer auswärts in Bremen mit 2:0 führt, besitzt beste Voraussetzungen, zumindest einen Punkt mitzunehmen. Für Manuel Baum und seine Mannschaft dürfte deshalb vor allem die Schlussphase genügend Stoff zur Aufarbeitung liefern.

Zeit dafür gibt es nun reichlich. Wegen der anstehenden Länderspiele ruht der Bundesligabetrieb für drei Wochen. Danach wartet auf den FC Augsburg eine Aufgabe, die kaum größer sein könnte: Am 10. Oktober kommt der große bayerische Nachbar FC Bayern München in die WWK ARENA. Dann wird sich zeigen, wie der FCA den ersten Rückschlag einer bis dahin so überzeugenden Saison verarbeitet hat.