Wie Virtual Reality unsere Reisen 2020 verändern könnte

Urlaub trotz Corona dank VR

Ein Schnappschuss am schiefen Turm von Pisa? Ein Glas Wein auf dem berühmten Markusplatz? Corona macht all das gerade unmöglich.

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Bild: Adobe Stock / VanHope
Da völlig unklar ist, wie lange dieser Zustand anhalten wird, fällt das Stichwort „Virtual Reality“ immer häufiger, wenn es um Sehenswürdigkeiten und „Urlaubsersatz“ geht. Denn die bereits bekannte Technik erlaubt es uns, von Balkonien aus einen Sightseeing-Trip zu unternehmen. Wir erklären Ihnen hier, welche Technik hinter VR steckt, welche Voraussetzungen Sie dafür erfüllen sollten und welche Sehenswürdigkeiten Sie aktuell bereits via VR bereisen können.

Sehenswürdigkeiten und Orte digital bestaunen
Gehören auch Sie zu den Verzweifelten, deren Flüge gecancelt, Urlaube und Reisen storniert und ganze Ferienpläne, die Sie von langer Hand geplant haben, durchkreuzt wurden? Die gute Nachricht ist: Trotz aller Umstände müssen Sie nicht auf das Erkunden von fernen Ländern sowie unbekannten und spannenden Sehenswürdigkeiten verzichten. Die Technik der
„Virtual Reality“ ermöglicht es auch jetzt zu reisen, durch Museen zu spazieren oder beispielsweise die Sixtinische Kapelle von innen zu bewundern – ohne dafür das eigene Sofa verlassen zu müssen. 

Möglichkeiten der virtuellen Realität

VR macht nicht nur die computergenerierten Spielwelten oder Filme noch intensiver und realitätsnäher erlebbar, sondern kann auch in ganz anderen Bereichen sehr nützlich eingesetzt werden. Setzen Sie eine VR-Brille auf, so erleben Sie die unterschiedlichsten Welten auf visueller Ebene hautnah und empfinden dabei eine noch intensivere Sinneswahrnehmung als bisher. Diese Welt muss nicht einfach nur die digitale Welt eines Computerspiels sein, sondern es können auch „echte“ Umgebungen erkundet werden, die für diesen Zweck mit speziellen Kameras abfotografiert und aufbereitet wurden. Bestimmt haben Sie schon einmal von 360°-Kameras gehört. Mit deren Hilfe ist es möglich, die komplette Umgebung rundherum einzufangen. Genau diese Abbildung können Sie dann mithilfe einer VR-Brille erleben. Dabei entsteht ein täuschend realistischer und dreidimensionaler Eindruck der Umwelt. Sie können den Blick selbst steuern und wählen, welchen Bildausschnitt Sie gerade sehen möchten. Mit genau diesen Aufnahmen von berühmten Sehenswürdigkeiten ist es Ihnen also derzeit möglich, einfach virtuell zu verreisen oder ganze Konzerte zu erleben, ohne dafür die eigenen vier Wände zu verlassen. Mittlerweile ist es sogar kein Problem mehr, über die App eines Möbelhauses die eigene Wohnung virtuell einzurichten oder zumindest verschiedene Einrichtungsstile auszuprobieren. Die Technik dahinter ist gar nicht mal so kompliziert und lässt sich leicht erklären. 

Die Technik hinter Virtual Reality

VR-Brillen werden mit dem PC, einer Konsole oder dem Smartphone verknüpft. Die Brille ist dabei ein Display in einem Gehäuse, das zugunsten der Benutzerfreundlichkeit der Form einer Brille nachempfunden ist. Im Gegensatz zu einem Computer- oder Smartphonedisplay, blickt man bei einer VR-Brille durch zwei Linsen. Eine spezielle Software teilt das angefertigte Bild für beide Augen in zwei je leicht abgewandelte Darstellungen auf. Dadurch entsteht das dreidimensionale Bild, das wir dann wahrnehmen können und uns mitten in eine andere, virtuelle Realität versetzt fühlen. Bei manchen Modellen von VR-Brillen ist es sogar möglich, einfach den Bildschirm seines Smartphones zu nutzen.

Sehenswürdigkeiten, die man jetzt virtuell bereisen kann

Viele virtuell zu bereisende Sehenswürdigkeiten finden Sie bei Interesse einfach im Internet. Einige Beispiele aber haben wir Ihnen hier schon zusammengefasst. So ist es beispielsweise möglich, per VR die Sixtinische Kapelle in Rom von innen zu besichtigen. In dieser „Il Divino“ getauften Virtual-Reality-Erfahrung erleben Sie die Kapelle samt Decken- und Wandgemälden hautnah. Die App dazu ist kostenlos auf Steam erhältlich. Auch das Rijksmuseum in Amsterdam öffnet seine virtuellen Pforten für Besucher. Sie können unter anderem Rembrandts „Die Nachtwache“ oder „Dienstmagd mit Milchkrug“ von Vermeer bestaunen. Berlin ermöglicht den virtuellen Zugang zum Pergamonmuseum und gewährt den Besuchern virtuelle Blicke auf dessen monumentale Architektur. 

Der Yosemite-Nationalpark zeigt beispielsweise acht Streams aus dem Unesco-Weltnaturerbe die Hotspots El Capitan, Half Dome, High Sierra und Yosemite Falls. Wer zu Hause im Trockenen Lust auf eine wilde virtuelle Jagd nach dem Seemonster „Nessie“ aus dem schottischen See Loch Ness hat, kann dies per Webcam tun. 

Wie sich die virtuelle Realität in Zukunft weiterentwickelt und ob wir auch nach der Pandemie weiterhin unser Sightseeing-Programm auf diese Weise planen werden, lässt sich nur sehr schwer vorhersagen. Sicher ist, dass es in der aktuellen Zeit eine nie dagewesene Möglichkeit bietet, die Schönheiten der Welt zu bewundern – vielleicht auf eine ganz neuartige, aber dennoch sehr besondere Weise, die wir so schnell nicht wieder vergessen.