Augsburg als Modellkommune für Deradikalisierung ausgewählt

Bundesweites Förderprogramm leistet wichtigen Beitrag zur Extremismusprävention in Augsburg

Die Stadt Augsburg ist als eine von bundesweit sechs „Modellkommunen Deradikalsierung“ (MoDeRad) ausgewählt worden, die vom Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat gefördert werden. Das Projekt will gefährdete junge Menschen darin unterstützen, rechtsradikalen und verschwörungstheoretischen verfassungsfeindlichen Ideologien zu widerstehen und leistet einen wichtigen Beitrag zur Extremismusprävention auf kommunaler Ebene.

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Bild: adobe.stock/hkama

Präventionsnetzwerg gegen Radikale Gesinnung

Das Büro für Kommunale Prävention der Stadt hat gemeinsam mit seinem Projektpartner Violence Prevention Network (VPN) den Fachbeirat des Bundesinnenministeriums mit einem Konzept für ein starkes Präventionsnetzwerk überzeugt. Dieses sieht vor, das Handeln von Akteurinnen und Akteuren auf verschiedenen Ebenen passgenau mit pädagogischer Distanzierungsarbeit zu verknüpfen. Grundüberlegung von MoDeRad ist, dass in einer immer komplexer werdenden Welt, in der von jedem und jeder Einzelnen täglich viele Entscheidungen erwartet werden, einfache Erklärungen einen besonderen Reiz haben. Dabei können Schuldzuweisungen und stark vereinfachte Opfer-Täter-Muster zu einer radikalen Vereinfachung der sozialen und politischen Situation führen und rechtspopulistische Gesinnungen für immer mehr Menschen attraktiv machen.

Impuls für Radikalisierungsprävention

Wie das Büro für Kommunale Prävention ausführt, treten gerade durch gesamtgesellschaftliche Herausforderungen wie etwa die Corona-Pandemie und damit verbundene Einschränkungen des gewohnten Alltages verstärkt Tendenzen der Polarisierung auf. Im Zentrum der Arbeit als ausgewählte Modellkommune steht in Augsburg daher das Projekt MODERATION. Es ist ein Impuls für die Radikalisierunsprävention und Deradikalisierung im Bereich „Rechtsextremisums“ in der Stadt. Der Projektname steht für Modulare Organisation der Deradikalisierung Extrem Rechter Ansichten – Task Force der Interventions-Orientierten Netzwerkarbeit.

„Den gesellschaftlichen Frieden in der Stadt stärken“

Ordnungsreferent Frank Pintsch erklärt dazu: „Wir möchten mit diesem Vorhaben den gesellschaftlichen Frieden in unserer Stadt stärken. Die übergroße Mehrheit unserer Bürgerinnen und Bürger vertraut unserem Rechtsstaat und unseren demokratischen Institutionen. Es gilt, für unsere Verfassung immer wieder einzutreten und sie zu bewahren. Ich betrachte aktuelle Polarisierungsprozesse und extremistische Entwicklungen mit Sorge. Daher sehe ich eine große Chance für MODERATION, weil es auf die Schaffung von Präventionsstrukturen setzt und eine professionelle Anlaufstelle für Deradikalisierung in Augsburg bietet.“

Kooperation von Staat und Zivilgesellschaft

Während der einjährigen Projektlaufzeit soll ein Leitfaden zur Kooperation zwischen staatlichen Stellen und einer zivilgesellschaftlich getragenen Beratungsstruktur geschaffen werden. Ziel ist es, rechtsstaatliche Maßnahmen mit pädagogischer Intervention zu verschränken. „Das funktioniert aber nur mit verlässlichen Partnerinnen und Partnern. Daher werden wir zur Bayerischen Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) ebenso eine Schnittstelle schaffen, wie zur Landeskoordinierungsstelle „Bayern gegen Rechtsextremismusund nutzen dafür auch das gut aufgestellte Netzwerk des Büros für Kommunale Prävention“, sagt dessen Leiterin Janina Hentschel. Wie sie erläutert, wird die konkrete pädagogische Deradikalisierungsarbeit von Expertinnen und Experten des Vereins VPN durchgeführt. Dieser verfügt über breite Erfahrungen und Kompetenzen im Bereich verschiedener Extremismusformen und ist bereits langjähriger Kooperationspartner des Büros für Kommunale Prävention.