CSU-Fraktion präferiert Vergabe des Elektromobilitätskonzepts an die Hochschule Kempten

«Im Lande bleiben!»

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? In einem ihrer jüngsten Anträge im Stadtrat Kempten an Oberbürgermeister Thomas Kiechle fordert die CSU-Fraktion eine Ende der Vergabe von Studien an externe Einrichtungen ,wenn hierfür regionale Institutionen wie die Hochschule Kempten bestens geeignet sind. Nachfogend der Antragstext der CSU-Fraktion im Wortlaut:

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Die Bundestagskandidatin Mechthilde Wittmann unterstützt die CSU-Fraktion bei der regionalen Vergabe des Elektromobilitätskonzepts.Bild: Privat
CSU-Fraktion fordert Vergabe des vorgesehenen Elektromobilitätskonzept an externe Berater zu stoppen

Antragstext:

Die CSU-Stadtratsfraktion beantragt, der Stadtrat der Stadt Kempten möge beschließen:

Der Ausschuss für Mobilität und Verkehr hat in seiner Sitzung am 26.07.2021 beschlossen, die Stadtverwaltung mit der Erstellung eines Elektromobilitätskonzepts zu beauftragen. Dabei beantragt die CSU-Fraktion, das Fachwissen und die Kompetenz der Hochschule Kempten am Technologietransferzentrum Elektromobilität vorrangig vor der Vergabe an Externe zu nutzen und die Hochschule anzufragen, ob die zeitliche und personelle Kapazität zur Erstellung eines entsprechenden Konzeptes besteht. Dabei könnten auch Bachelor- und Masterarbeiten zu diesem Thema vergeben werden. Fördermittel hierfür sollten berücksichtigt werden. Vor dem Zuschlag ist ein Beschluss des Stadtrats einzuholen.

Begründung:

Seit dem Jahre 2009 hat die Hochschule Kempten eine große Anzahl von Forschungs-projekten zur Elektromobilität durchgeführt. Sie unterhält ein Technologietransferzentrum Elektromobilität, das sich mit verschiedenen technischen und wirtschaftlichen Aspekten zu diesem Thema befasst. So ist an der Hochschule Kempten umfangreiches Fachwissen und Kompetenz zum Zukunftsthema Elektromobilität entstanden, das von vielen Partnern genutzt werden kann. Darüber hinaus ist die Hochschule Kempten mit den örtlichen Gegebenheiten
vertraut und besitzt Geoinformationsdaten des Stadtgebiets. Daher beantragt die CSU-Fraktion, vorrangig die örtliche Hochschule anzufragen, ob die zeitliche und personelle Kapazität besteht, ein Elektromobilitätskonzept als Grundlage für den Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur für die Stadt Kempten zu erarbeiten.
Finanzierungsvorschlag
Die Kosten werden von der Stadtverwaltung auf 60.000 Euro geschätzt. Ein Kostenvoranschlag von der Hochschule Kempten ist entsprechend einzuholen.

Stimmen aus der Fraktion:

Prof. Dr. Robert Schmidt, haushaltpolitischer Sprecher:
„Die Hochschule Kempten hat seit 2009 eine Vielzahl von Forschungs- und Elektromobilitätsprojekten durchgeführt. Insbesondere das Projekt zur Elektromobilität in der Logistik aus 2014 ist ein Beispiel für hervorragende wissenschaftliche Arbeit, die eng an der Praxis orientiert ist. Diese Kompetenz und das wissenschaftliche Arbeiten vor Ort sollten wir uns gerade dann zu Nutzen machen, wenn es ohnehin um regionale Bedarfe geht, in denen die Geoinformationsdaten des Stadtgebiets von entscheidender Bedeutung sind. Sie liegen der Hochschule bereits vor. Ich rege daher an, die Hochschule Kempten anzufragen, ob die zeitlichen und personellen Kapazitäten für die Erstellung eines entsprechenden Konzeptes gegeben sind. Ergänzend hierzu wäre auch die Vergabe von Bachelor-und Masterarbeiten vorstellbar.“

Helmut Berchtold, Fraktionsvorsitzender CSU:

„Mir fällt immer wieder auf, dass wir Aufträge an Externe, meistens nicht einmal innerhalb Bayerns vergeben, für die durchaus Fachkompetenz und Ressourcen vor Ort oder regional nah vorhanden sind. Wir sollten die Hochschule um einen Kostenvoranschlag bitten, ob sie mit diesen Vorgaben ein Konzept erstellen kann. Ferner bitten wir die Fördermöglichkeiten für das Konzept - auch unter Berücksichtigung von Fördermitteln im wissenschaftlichen Bereich zu prüfen. Hier könnte sich eine finanzielle Win-Win-Situation für Hochschule und Stadt ergeben. Am meisten aber wiegt, dass wir mit Stolz auf unseren eigenen Wissenschaftsstandort verweisen können.“