Der grüne Trend: Indoor-Gardening

Urbanes Gärtnern – in der eigenen Wohnung?

Inzwischen leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Trotzdem haben viele das Bedürfnis, mehr Zeit in der Natur zu verbringen, einen Garten zu bepflanzen und eigenes Gemüse und Obst zu ernten. DAS ist nichts Neues. Doch dass der Trend nun auch in den heimischen vier Wänden einzieht, ist wirklich neu. Urban Gardening und der Urban Jungle Look gehören in vielen Wohnungen gerade zu den angesagten Trends. Aber nicht jeder hat einen Balkon oder eine Dachterasse, um den Wunsch nach Natur umsetzen zu können. Darum nun eben die Lösung: Indoor Gardening.

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Natur direkt im eigenen Wohnzimmer – egal wo man lebt
Bild: stock.adobe.com

Pflanzenzucht in der Wohnung

Das Indoor-Gardening boomt: Die "Drinnengärten" sind die perfekte Lösung für alle, die etwas Natur in ihre Wohnung bringen möchten. Dabei gibt es verschiedene Varianten: Pflanzen als Luftverbesserer, auffällig bepflanzte Einrichtungselemente bis hin zum richtigen Gemüse- oder Kräutergarten, der gepflegt und geerntet wird. Das Beste am Indoor-Gardening: Man weiß, woher Kräuter und Gemüse wirklich stammen.
Pflanzen in der Wohnung sind aber nicht nur eine schöne Dekoration oder Nahrungsmittellieferant, sie erhöhen auch unsere Lebensqualität: Pflanzen geben uns ein Gefühl von Ruhe und Gelassenheit. Sie verbessern das Raumklima und senken unser Stresslevel. Kleine Gewächstische, Wandregale oder ein einfaches Fensterbrett bieten bereits genug Platz für das Indoor-Gardening. Und natürlich kann man hierbei der Kreativität freien Lauf lassen.

Tipps und Ideen

Häufig lässt sich das Indoor-Gardening mit Do-it-yourself-Projekten umsetzen. Makramee-Blumenampeln lassen sich beispielsweise mit einem Holzring und etwas Garn wunderbar selbst machen. Der Vorteil der schwebenden Pflanzentöpfe: Sie sind nicht nur ein Hingucker, sie sparen auch Platz! Auf Pinterest oder Instagram gibt es im Moment tolle Inspirationen und Anleitungen für die orientalisch designten Eyecatcher. Auch Einmachgläser sind Allround-Talente der DIY-Welt und natürlich taugen sie auch für den Indoor-Garten. Dazu werden die Gläser bepflanzt und mit Schlauchschellen auf einem Holzbrett befestigt, das dann an die Wand gehängt oder auf ein Regal gestellt werden kann. 
Für Gartenfans mit handwerklichem Geschick ist das Palettenbeet ein interessantes Projekt. Da die Palette hochkant aufgestellt wird, ist das schmale Beet gut geeignet für einen kleinen Balkon oder kann platzsparend in der Wohnung eingesetzt werden. 

Man braucht:

  • Euro-Palette
  • Brechstange
  • Bohrmaschine
  • Mulchfolie
  • Schrauben
  • Nägel oder Tacker
  • Kies und Erde
Zuerst hebelt man mit der Brechstange die beiden inneren Holzleisten, die etwas schmaler sind, von der Oberseite der Palette ab. Dann wird die Palette umgedreht – so, dass die Unterseite nach oben zeigt. Die beiden im ersten Schritt abgenommenen Leisten befestigt man nun im 90 Grad-Winkel mit Nägeln unter den auf der Unterseite der Palette befindlichen Leisten. Auf diese Weise entstehen vier kleine Pflanztröge – vergleichbar mit kleinen Blumenkästen für einen Balkon. Wenn die Palette wieder aufrecht steht (mit den Pflanzmulden nach oben), kommt als nächstes die Mulchfolie zum Einsatz: sie wird in die vier einzelnen Mulden gelegt und dann mit einem Tacker oder kleinen Nägeln befestigt. Im nächsten Schritt werden die entstandenen Blumenkästen bis zur Hälfte mit Kieselsteinen und der Rest mit Erde befüllt. Nach Wunsch kann das Kräuterregal natürlich vorher abgeschmirgelt und in der Lieblingsfarbe gestrichen werden. Verwendet man Tafelfarbe, kann man die einzelnen Kräuter zum Beispiel beschriften (www.genialetricks.de/kraeuterregal/).

Unsere Zukunft?

Übrigens ist das Indoor-Gardening nicht nur ein Trend, es wird auch in Zukunft immer wichtiger werden: Angesichts der Geschwindigkeit, mit der unsere Gesellschaften wachsen, werden wir im Jahr 2050 ganze 70 Prozent mehr Nahrung produzieren müssen als heute. Es wird immer schwerer, Lebensmittel in der Stadt anzupflanzen. Schon heute ist ein eigener Garten in der Stadt ein Privileg. 
Wer nicht selbst zu Hammer und Säge greifen will, für den gibt es zahlreiche Komplett-Sets für das Indoor Gardening zu kaufen. Unternehmen wie Plantui aus Finnland oder SproutsIQ aus den USA bieten Systemlösungen mit Samenkapseln, intelligenter Bewässerung und optimaler Beleuchtung an. Damit sollen die Pflanzen mit wenig Aufwand und ohne Erde in jeder Küche wachsen. Auch das Unternehmen greenYou ermöglicht mit neuen Systemen die ganzjährige Aufzucht von Kräutern und Bio-Gemüse – unabhängig vom Standort. Frische Kräuter und Gemüse aus eigenem Anbau bieten eine Vielfalt an Geschmack, an die industriell gezüchtete Pflanzen niemals heranreichen können. Sie sind außerdem nicht mit Pestiziden oder Chemie behandelt und sind bei Bedarf schnell zur Hand. Allerdings sind die Systeme bis jetzt noch relativ teuer – doch wer weiß, vielleicht sind diese die Zukunft des modernen Gärtnerns. Wer erst einmal nur auf cooles Styling setzen möchte, sollte sich bei capsulegardens.com umsehen. Unser Tipp: Die aufhängbaren Mooskugeln mit Efeu. Einfach per Mail anfragen und Mooskugel per Post nach Hause geliefert bekommen (ab 15 Euro). | Katharina Schlenz