Drei Auszeichnungen für herausragende Kunstprojekte

KunstNacht Kempten 2026

Bei einer feierlichen Preisverleihung im Kulturquartier Allgäu (KQA) sind am Donnerstag, 15. Oktober 2026, drei herausragende Kunstprojekte der KunstNacht Kempten ausgezeichnet worden. Zwei Jurypreise und ein Publikumspreis würdigen die künstlerische Vielfalt und das besondere Engagement der Beteiligten.

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Bei einer feierlichen Preisverleihung im Kulturquartier Allgäu (KQA) sind am Donnerstag, 15. Oktober 2026, drei herausragende Kunstprojekte der KunstNacht Kempten ausgeze...Bild: Kulturamt Kempten
Bereits zum achten Mal wurde die Kemptener Innenstadt im Rahmen der KunstNacht am 26.09.2026 zur großen Bühne für die bildende Kunst. Rund 10.000 Besucherinnen und Besucher waren an mehr als 70 Veranstaltungsorten unterwegs und erlebten die Vielfalt der regionalen und überregionalen Kunstszene. Nun wurden drei Projekte ausgezeichnet, die auf ganz unterschiedliche Weise Akzente gesetzt haben.
Preis der Rupert-Gabler-Stiftung für die Albert-Schweitzer-Schule Sonthofen
Der mit 2.000 Euro dotierte Preis der Rupert-Gabler-Stiftung ging an ein Projekt mit besonderer gesellschaftlicher Relevanz: „Wir gemeinsam hier – Gewächse, Geschöpfe, Gegensätze“ der Albert-Schweitzer-Schule Sonthofen.
Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte verwandelten den kühlen Gewölbekeller der Sing- und Musikschule Kempten in einen lebendigen Garten mitten in der Stadt. Mit unterschiedlichsten Materialien, Formen und künstlerischen Ausdrucksweisen entstand eine facettenreiche Ausstellung zum Motto „Die Stadt als Garten“. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten verlieh den Arbeiten zusätzliche Tiefe und bezog den ungewöhnlichen Ausstellungsraum in die künstlerische Gestaltung ein.
Besonders überzeugte die Jury das gelungene Zusammenspiel von künstlerischer Qualität, gemeinschaftlichem Engagement und pädagogischer Wirkung. Die Arbeiten machten Werte wie Toleranz, Mitgefühl, Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt auf vielfältige Weise sichtbar. Zugleich setzte der kreative Umgang mit wiederverwendeten Materialien ein Zeichen für Nachhaltigkeit und einen bewussten Umgang mit Ressourcen.

Preis der BSG-Stiftung für „Ich will ein Garten sein“ des Künstlerduos Klug/Fasslrinner

Mit dem ebenfalls mit 2.000 Euro dotierten Preis der BSG-Stiftung für außergewöhnliche künstlerische Arbeiten wurde das Künstlerduo Dorothea Klug und Nikolaus Fasslrinner für seine Installation „Ich will ein Garten sein“ ausgezeichnet.
In der St.-Mang-Kirche ließen die beiden Kunstschaffenden großformatige Tuschezeichnungen an Heliumballons durch den Kirchenraum schweben. Fantastische Geschöpfe zwischen Natur und Fabel bevölkerten die Kirche und schufen eine ebenso poetische wie geheimnisvolle Atmosphäre. Die Installation griff die Verbindung von Garten, Paradies und Kirche auf und spielte mit dem Gegensatz zwischen idyllischen Vorstellungen und subtiler Düsternis.
Die Jury würdigte insbesondere die außergewöhnliche künstlerische Qualität und die eindrucksvolle Wirkung der Installation im Kirchenraum. Anerkennung fand auch der Mut des Künstlerduos, eine anspruchsvolle, bislang unerprobte Idee in diesem großen Maßstab zu verwirklichen. Entstanden ist ein Kunstwerk, das vertraute Vorstellungen von Schönheit und Gartenidylle auf überraschende Weise hinterfragte.

Publikumspreis der KunstNacht Kempten 2026

Auch die Besucherinnen und Besucher der KunstNacht hatten die Möglichkeit, ihren Favoriten zu küren. Der Publikumspreis 2026 ging an das Untergrund Dachboden Kollektiv für das Projekt „Haltung“. Die Präsentation in der Galerie Kunstreich/artig e. V. verband Schwarz-Weiß-Fotografie, Videosequenzen und Klangelemente. Mit einer Altersempfehlung ab 14 Jahren beeindruckte und schockierte die Ausstellung das Publikum gleichermaßen.
Das Projekt setzt sich eindringlich mit Massentierhaltung und dem Umgang des Menschen mit Tieren auseinander. In aufwendig inszenierten Fotografien werden Menschen selbst in die beklemmende Situation eingesperrter Tiere versetzt. Zugleich erweitert das Projekt den Begriff „Haltung“ um körperliche und gesellschaftliche Dimensionen und wirft Fragen zu Unterdrückung, Mitmenschlichkeit und persönlicher Verantwortung auf.

Austausch und neue Impulse zum Abschluss

Die Preisverleihung bot den an der KunstNacht 2026 beteiligten Kunstschaffenden einen anregenden und zugleich geselligen Rahmen für Begegnung, Austausch und neue Ideen. In den Gesprächen mit Kulturamtsleiter Martin Fink und Projektleiterin Nadja Kuban wurde deutlich, dass die Künstlerinnen und Künstler bereits zahlreiche neue Vorhaben ins Auge fassen und die KunstNacht ihnen dafür eine inspirierende Plattform bietet.
Nadja Kuban zeigte sich erfreut: „Dieser Abend bildet einen schönen Abschluss für eine rundum erfolgreiche KunstNacht.“

Alle Informationen zur KunstNacht Kempten finden Sie unter www.kunstnacht-kempten.de.
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