Ein Bildstöckle verbindet Tradition mit moderner Kunst

Ein neuer Bildstock wurde enthüllt

Stadt Isny (rau) – Ein neuer Bildstock wurde zwischen Anwanden und Schließlang enthüllt. Die Künstlerinnen Daphne Kerber und Susanne Krämer haben damit ein Wegzeichen ge-schaffen, das Tradition und Moderne vereint.

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Bild: Stadt Isny/Rau
Strahlend weiß steht das Bildstöckle an der schmalen Straße und lädt zur näheren Betrachtung, zum Innehalten ein. Mit einer kleinen Zeremonie wurde es enthüllt und gefeiert.
Karin Konrad, Leiterin des Kulturbüros bei Isny Marketing erinnerte daran, dass es in den Alpenländern seit dem 14. Jahrhundert eine „weitverbreitete Form der Volksfrömmigkeit“ sei. Susanne Krämer und Daphne Kerber hätten zwar in der althergebrachten Form gebaut, innen würden aber immer wieder neue, künstlerisch gestaltete Präsentationen gezeigt. „Durch das Bildstöckckle wird mitten im offenen Raum ein besonderer Platz geschaffen.“ Die Kulturlandschaft erhalte ein neues Wegzeichen.
Karin Konrad dankte der Stadt Isny und dem Kulturforum für die finanzielle Förderung, insbesondere aber Großholzleutes Ortsvorsteher Rainer Leuchtle. Der hatte zusammen mit dem Baubetriebshof bei der Umsetzung unterstützt und das Aufstellen des Bildstocks erst möglich gemacht, indem er seinen Privatgrund dafür zur Verfügung stellte. Denn wie er berichtete, war das Finden einer passenden Örtlichkeit nicht so ganz einfach.
Für Paul Rupf-Bolz vom Kulturforum ist es eine gelungene Aktion, „weil hier Traditionelles mit Modernem kombiniert wird“. Das Moderne ist in diesem Fall die Installation von gewellten Bleiplatten, die die Schichtungen der Geschichte darstellen, das Aufeinanderfolgen von Generationen, die Leben mit Höhen und Tiefen erlebten. „Keine neue Kultur oder Kunst kann ohne die vorherige entstehen. So entstehen die Schichtungen unseres Lebens“, erklärt Daphne Kerber. Und auf die Frage, ob auch religiös motivierte Kunst im Bildstöckle Platz finden solle, antwortet sie: „Geschichte ist alles, was Menschen betrifft, sie ist immer auch religiös und spirituell.“ Was Susanne Krämer nach zwei Monaten installiert, verriet diese noch nicht.
Den Zauber des neugeschaffenen Platzes unterhalb des Thomasberges spürten alle Anwesenden. Ein Steinsockel eines ehemaligen Feldkreuzes lädt zum Niederlassen ein. Wenn dann noch der geplante Baum, den Leuchtle pflanzen möchte, Schatten spendet, wird es sicher ein beliebter Ruhepunkt für Vorbeikommende.