So machen Sie Ihren Garten fit für den Winter

Herbstzeit ist Gartenzeit

Oktober – Kürbissuppe, buntes Laub, die Tage werden dunkler und die Temperaturen sinken langsam. Es wird Herbst und neben goldenen letzten Sonnentagen und gemütlichen Abenden steht für Garten- und Balkonbesitzer vor dem Winter auch noch einiges an Arbeit an. Wir haben Tipps gesammelt, wie das Projekt „winterfest“ am besten funktioniert.

cropped-1537951387-bildschirmfoto-2018-09-26-um-10.42.40

Bild: stock.adobe.com
Pflanzen und Rasen

Die meisten Gartenbesitzer möchten wohl, dass ihre Pflanzen im nächsten Frühling wieder aufblühen oder andere Setzlinge neu wachsen. Außerdem ist jetzt die Zeit gekommen, um Hecken und Bäume zurückzuschneiden, damit ihnen mehr Kraft für das Überwintern bleibt und sie im Frühjahr umso üppiger neu austreiben können. Vorsicht: Während die meisten Hecken sehr weit zurückgeschnitten werden können, sollte man an Bäumen und Sträuchern nur abgestorbene oder kranke Zweige und Äste sowie alle Wassertriebe, also alle Äste die senkrecht nach oben wachsen, entfernen. Die Temperaturen im Herbst sind meist noch warm genug und oft fällt ausreichend Regen, um Bäume und Sträucher zu pflanzen. Die Zeit ist außerdem perfekt geeignet, um Blumenzwiebeln einzupflanzen. Tulpen und Narzissen kann man – solange die Erde nicht gefroren ist – bis weit in den November hinein pflanzen. Der Boden sollte dazu durchlässig und locker sein, die Zwiebeln könnten sonst bei Staunässe leicht faulen. Die Blumenzwiebeln werden übrigens in kleinen Gruppen etwa doppelt so tief in die Erde eingesetzt, wie sie hoch sind.
Andere Pflanzen hingegen müssen bei den kälteren Temperaturen umziehen. Vor allem exotische Arten wie Zitruspflanzen oder Palmen mögen wärmere Temperaturen und brauchen trotz des Umzugs in einen geschützten Raum viel Licht. In der kalten Jahreszeit ist die Unterbringung in einem Wintergarten oder einem hellen Treppenhaus geeignet. Bei Kräutern unterscheidet man zwischen ein- und mehrjährigen Pflanzen. Die Einjährigen – wie etwa Dill, Basilikum oder Kapuzinerkresse – überstehen den Winter in Deutschland nicht und müssen im nächsten Frühjahr neu gesät werden. Bei den mehrjährigen Kräutern, also zum Beispiel heimischen Arten wie Schnittlauch und Petersilie sowie mediterrane Pflanzen (Salbei, Thymian oder Lavendel), müssen nicht zwingend ins Haus geholt werden. In Regionen mit milden Wintern überstehen sogar die südländischen Kräuter die kalte Jahreszeit im Freien. Zum Schutz sollten sie aber sorgfältig mit Tannenzweigen oder Stroh abgedeckt werden.
Da auch Balkonpflanzen oft keine heimischen und witterungsfesten Gewächse sind und auf Balkonen stark der Kälte ausgesetzt sind, sollten diese mit Folien und Jutesäcken frostfest gemacht werden. Am besten stellt man sie aber zum Überwintern gleich in den kühlen Keller. Außerdem muss der Rasen auf den Winter vorbereitet werden. Das Laub sollte man als Gartenbesitzer regelmäßig vom Rasen entfernen: Es kann sonst Fäulnis entstehen, die den Graswurzeln schadet. Im besten Fall verwendet man übrigens einen Rechen, um das Laub zu entfernen. Laubsauger sind sehr laut, machen meist genauso viel Arbeit und schaden oder töten außerdem wichtige Insekten und Kleintiere wie Frösche und Igel. Das gesammelte Laub kann man zum Beispiel direkt als Frostschutz auf Beeten oder Kräutern verteilen, auch Kompost daraus zu machen unterstützt die spätere Gartenarbeit. Anschließend kann man das Gras mit einem Dünger versorgen und die Halme sehr kurz mähen.
Ende Oktober ist es übrigens höchste Zeit, die letzten Gemüsesorten aus dem eigenen Garten sinnvoll zu nutzen. Ob Einkochen, Einfrieren oder im Keller lagern – spätestens jetzt sollte man die Ernte, die man sich mühevoll erarbeitet hat, auch einfahren. Gemüsepflanzen,  die Früchte tragen, wie zum Beispiel Tomaten oder Paprika, entwickeln bei frostfreiem Wetter weiterhin Blüten und Früchte. Die unreifen Früchte können an einem sonnigen Fensterplatz im Haus dann noch gut nachreifen.

Gartenausstattung

Vorsicht bei Wasserschläuchen: das Wasser abzulassen und abzustellen, verhindert geplatzte Wasserleitungen. Auch die Regentonnen müssen geleert werden, damit sie bei Frost nicht platzen.  Brunnen, Wasserspiele und Gartenpumpen sollten entleert werden. Frost und Feuchtigkeit machen auch den Gartenmöbeln zu schaffen. Während es ausreicht, Kunststoffstühle und -tische mit Planen abzudecken, sollte man Holzmöbel besser drinnen überwintern und sie dabei gleich noch mit speziellen Ölen und anderen Mitteln pflegen. 
Im Herbst sollte auch der Gartenteich winterfest gemacht werden. Das Hauptproblem während der kalten Jahreszeit ist die Zersetzung der organischen Masse im Teich. Sie verbraucht viel Sauerstoff, der aber unter einer geschlossenen Eisdecke knapp wird. Teichbesitzer sollten deshalb alle absterbenden Pflanzenteile wie zum Beispiel Seerosenblätter sorgfältig entfernen. Ist das geschafft, kann man entspannt den Winter genießen und sich schon auf den nächsten Frühling freuen!