Kreisfachberater Markus Orf rät, Abstand zu Raupen und deren Nestern zu halten
Vorsicht vor den Brennhaaren
Unterallgäu. Nicht nur wir Menschen freuen uns über warmes, trockenes Wetter - auch im Garten kreucht und fleucht es. Darunter ist auch Getier, das man nicht so gerne sieht.
Hier beschreibt er die häufigsten Schädlinge, die sich bei warmem, trockenem Wetter im Unterallgäu besonders stark vermehren:
• Gespinstmotten: Aus schmutzig-gelben bis grünlichen Raupen, die bis zu 20 Millimeter lang werden, entwickeln sich Falter, die man an ihren weißen, gefransten Vorderflügeln mit Punkten erkennt. Die nur wenig behaarten Raupen bilden ein Gespinst und fressen als Gruppe gerne an Apfelbäumen, Weißdorn, Süßkirsche, Traubenkirsche, Schlehe oder anderen Sträuchern. Bei mehrjährigem Befall können sie die Pflanze nachhaltig schädigen. Orf sagt: „Räuberische Wanzen fressen gerne die Eier und Raupen. Und für Insektenfressende Vögel sind die Falter ein Leckerbissen.“
• Frühlingswollafter: Der Falter hat am Hinterleib Afterwolle - daher der Name. Auch hier leben die Raupen in Gespinsten, die beutelartig größere Dimensionen annehmen können - bevorzugt an Linde und Birke. Erwachsene Raupen sind rund fünf Zentimeter lang, schwarz und behaart. Sie haben am Rücken rötliche Flecken.
• Goldafter: Der Name kommt von der goldgelben Behaarung am Hinterleib des Falters. Die Raupen geben während des Fressens Spinnfäden ab - so spinnen sie ein faustgroßes Nest. Hier überwintern die Raupen, um sich im Folgejahr zu verpuppen. Besonders gerne mag der Goldafter laut Orf Weißdorn, Obstgehölze und Forstkulturen. Die Raupenhaare können allergische Reaktionen hervorrufen und sollten deshalb nicht berührt werden. Wer Gespinste entfernen muss, sollte dies laut Orf bevorzugt im Winter und mit Schutzausrüstung tun.
• Eichenprozessionsspinner: Die Larven leben an Eichen und sorgen hier für Fressschäden. Die Raupen wandern häufig in Prozessionen, also in mehreren Reihen nebeneinander. Gegen Ende des Larvenstadiums bilden sich am Hinterleib der Raupen Brennhaare aus. Die Raupen fertigen Gespinstnester in Fußballgröße, die mit Resten aus der Häutung und Kot angereichert sind. Befallen werden bevorzugt freistehende Eichen. Orf warnt: „Auch bereits mehrere Jahre alte Nester können beim Menschen noch Haut- und Atemwegsreizungen hervorrufen. Hier ist besondere Vorsicht geboten.“ Er rät, die Bekämpfung Fachleuten zu überlassen, die auch Gespinste absaugen können. Einige Vögel und Fledermäuse zählen zu den natürlichen Feinden des Eichenprozessionsspinners.
Orf betont: „Eine große Nützlings-Vielfalt im Garten kann vor Schädlingen schützen.“ Er rät deshalb, Nistmöglichkeiten zum Beispiel für Vögel und Fledermäuse zu schaffen. Auch manche Käfer, Wanzen und Würmer sind nützlich. „Wer die Artenvielfalt in seinem Garten unterstützt, hilft der Natur, sich selbst in Balance zu halten“, fasst er zusammen.
Weitere Infos auch unter www.unterallgaeu.de/schaedlinge











