Smarte Grillthermometer: Kabellose Geräte mit und ohne Smartphone-App im Test

Smartes Grillen

Die Grillsaison 2020 hat schon begonnen und die Grill-Profis – oder solche, die es werden wollen – stehen bereits seit einigen Wochen am heißen Rost, um das perfekte Steak zu servieren. Wer sein Grillgut nun auf den Punkt garen möchte und beim Grillen nicht auf gut Glück, sondern auf Nummer sicher gehen will, nutzt zur Bestimmung der Kerntemperatur des Grillfleisches im Idealfall ein Grillthermometer. In einem Grillszenario haben wir vier kleine drahtlose Helfer aus unterschiedlichen Preissegmenten getestet und verraten in diesem Artikel, ob diese das Grillergebnis deutlich verbessert haben und wie diese zu bedienen sind.

Für einen aussagekräftigen Test hatte die TRENDYone-Redaktion Folgendes vorbereitet: Saftige Rindersteaks, die in einem Oberhitzegrill gegart wurden und einen Schweinebraten vom Drehspieß, der in einem Gasgrill geräuchert wurde. Dabei wurden die kabellosen Grillthermometer genutzt, um die gewünschte Zielkerntemperatur zu erreichen. Der Vorteil solcher Messinstrumente liegt im kabellosen Handling, daher entsteht kein Kabelsalat oder eingeklemmte Kabel. So kann das Grillgut ganz einfach herumgedreht und verlegt werden. Zudem wurden alle Geräte genau verglichen und auf Vor- und Nachteile überprüft. Diese smarten Helfer wurden getestet:


Steak Champ, Preis: ca. 40,- €

Der Steak Champ ist das günstigste und funktionell simpelste Gerät im Test. Er nutzt keine App, hat kein Display sowie keinen Empfänger und misst nur die Innentemperatur des Grillgutes. Das batteriebetriebene Steak-Thermometer beschränkt sich somit funktionell auf das Wesentliche und ist unserer Meinung nach für Gelegenheitsgriller empfehlenswert. 

Der smarte Helfer besteht komplett aus Edelstahl und hat am hinteren Ende eine LED, die entweder rot, gelb oder grün leuchtet. Mit Hilfe dieser LEDs werden drei Temperaturbereiche zwischen 50 und 67 Grad erkannt und durch ein blinkendes Lämpchen signalisiert. Neben Rindersteaks können mit dem Steak Champ natürlich auch viele weitere Fleisch- oder Fischarten gegart werden, sofern man weiß, welcher Kerntemperaturbereich erreicht werden soll. Der Steak Champ hält bis zu 350 Grad Hitze stand und kann sogar bis zu drei Minuten bei maximal 500 Grad genutzt werden.

Eine Besonderheit des Steak Champs ist, dass er weder mit einer Ladefunktion noch einer Möglichkeit zum Batteriewechsel versehen wurde. Im Inneren des Geräts befindet sich nämlich ein fest installierter Akku, der für etwa 1.000 Anwendungen geladen ist. Wer nun befürchtet, dass ihm vorzeitig „der Saft“ ausgehen könnte und das Gerät entsorgt werden muss, kann beruhigt sein: der Hersteller gewährt eine 5-jährige Garantie auf den Akku.

Um ihn zu aktivieren, wird erst der Messfühler aus der Kunststoffhalterung genommen und anschließend etwas weiter unten wiedereingesetzt. Durch mehrmaliges Blinken aller drei Farben signalisiert das Gerät, dass es nun bereit ist. In unserem Test haben wir ihn an einem Rindersteak getestet und gewartet, bis dieser doppelt gelb blinkt. Um die Garstufe überprüfen zu können, muss jederzeit eine freie Sicht auf das Grillgut garantiert sein. Sobald die LED gelb aufleuchtet, wird das Steak vom Grill genommen und kurz ruhen gelassen, bis die LED erloschen ist. Als praktisches Gimmick erweist sich die dazugehörige Kunststoffschale, mit welcher sich das Grillthermometer ganz einfach aus dem Grillgut herausziehen lässt. So können Verbrennungen an den Fingern verhindert werden.

Meat it, Preis: ca. 70,- €

Die Ladestation des Meat it besteht aus schwarzem Kunststoff und wirkt eher etwas zweckmäßig. Im Gegensatz zum festverbauten Akku des Steak Champ, setzt der Hersteller hierbei auf eine manuelle Mikro-USB Ladefunktion. Auf der Rückseite der Ladestation sind Magnete integriert, wodurch diese einfach an metallenen Gegenständen befestigt werden kann. Dort befindet sich ebenfalls eine Funktion, mit welcher der heiße Messfühler ganz einfach aus dem Fleisch gezogen werden kann, ohne sich dabei zu verbrennen. 

Ein Vorteil des Meat it ist die App-Funktion, mit der das Gerät per Smartphone gesteuert werden kann. Allerdings ist die Anwendung mit 1,6 von 5 Sternen im App-Store sehr schlecht bewertet. Um die App nutzen zu können, ist eine Registrierung erforderlich, welche aber schnell erledigt ist. Bis zu 20 Meter beträgt die Reichweite der Messsonde, die per Bluetooth eine Verbindung zum Smartphone hält. Einen Wermutstropfen hat die Funktionalität allerdings: Im Test erwies sich die Verbindung als impraktikabel. Bei jedem Verbindungsabbruch mussten wir alle Einstellungen in der App aufs Neue vornehmen. Wer also ein Haus oder größeren Garten besitzt, sollte das Smartphone in der Nähe des Grills lassen oder einen Bluetooth Repeater nutzen, falls vorhanden. Gemessen wird beim Meat it ebenfalls ausschließlich die Kerntemperatur, eine Umgebungstemperaturmessung des Grillinneren ist nicht möglich.

Im Test haben wir die Messsonde in den Schweinebraten eingesetzt und eine Zielkerntemperatur von 66 Grad eingestellt, da wir diesen halbwegs durchgegart, aber dennoch saftig grillen wollten. Die App berechnete dann anhand der Daten die ungefähre Zeit bis zum Erreichen der Zieltemperatur. Die Anwendung ist optisch ansprechend gestaltet und zeigt an, ob zu langsam, zu schnell oder genau in der richtigen Geschwindigkeit gegart wird.

Meater+, Preis: ca. 110,- €

Dieses Gerät besticht durch die auffallend hochwertige Verarbeitung der Ladestation aus Bambusholz, als auch der des Messfühlers, der aus Edelstahl mit Keramik gefertigt wurde.  Betrieben wird die Ladestation mit einer kleinen Batterie, die bereits inklusive ist. Auch beim Schließen der Batterieabdeckung mit den Magneten macht sich die edle Verarbeitung sofort bemerkbar. Ähnlich wie beim Meat it hat auch die Ladeschale dieses Geräts eine magnetische Funktion, mit der die Ladestation am Grill oder anderen Gegenständen befestigt werden kann. 

Im Gegensatz zu den bisher genannten Konkurrenzprodukten besitzt der Meater+ sogar zwei Temperatursensoren, mit welchen nicht nur die Kerntemperatur des Grillgutes, sondern auch die Temperatur im Inneren des Grills gemessen werden kann. Die maximal messbare Kerntemperatur liegt laut Hersteller bei 100 Grad, die maximale Außentemperatur bei 275 Grad. Der Temperaturfühler ist außerdem wasserabweisend und einfach zu reinigen. Geladen wird der kleine Helfer durch einstecken in die Ladestation. Eine Akkuladung des Messfühlers soll für etwa 24 Stunden Garzeit reichen. Kleiner Tipp am Rande: Den Sensor beim Einsetzen in die Ladestation nicht ganz nach unten drücken, da er sich sonst aus der Halterung schlecht entfernen lässt.

Die App ist nicht nur ansprechend gestaltet, sondern weiß auch funktionell zu überzeugen. Neben der Anzeige zur Kern- sowie Außentemperatur zeigt die Anwendung auch, wie man den Messefühler im Grillgut am besten platziert.

Auffallend positiv war, dass sowohl die Kerntemperatur im Inneren des Steaks als auch die Außentemperatur im Grill zu messen war. Außerdem zeigt die App genau auf, wie der Anwender den Messfühler in das Grillgut am besten platzieren kann. Die 4,7 von 5 Sterne der knapp 400 Nutzerbewertungen sind somit nicht überraschend und unserer Meinung nach auch gerechtfertigt.

Noch ein kleiner Tipp für Sparfüchse: Den Meater gibt es auch ohne „+“ rund 20 Prozent günstiger zu kaufen. Allerdings hat dieses Modell nur eine Reichweite von rund 10 Metern, weshalb die Ladestation immer in der Nähe des Grills platziert werden sollte, um einen Verbindungsabbruch zu vermeiden. Wer sich mit diesem Nachteil jedoch nicht eingeschränkt fühlt, kann getrost zugreifen.

Meater Block, Preis: ca. 300,- €

Der Meater Block ist ein Tipp für echte Grillfans, die perfekten Grillgenuss lieben und gerne auch unterschiedliche Produkte gleichzeitig auf den Grill legen. Der „große Bruder“ des Meater+ hat sogar vier Messfühler, die ebenfalls die Kerntemperatur sowie die Umgebungstemperatur im Grill messen. 

Wie das kleine Pendant besticht auch der Meater Block durch die qualitativ hochwertige Verarbeitung der Komponenten und kann sogar mit einem integrierten Touch-Display aufwarten. So hat der Anwender oder die Anwenderin die Möglichkeit, das Grillgut mit Sensoren im Standalone-Modus auch ohne Smartphone zu garen. Ein weiter Vorteil ist die optionale Lademöglichkeit. Hierzu steht ein Batterieschacht oder ein Mikro-USB-Anschluss inklusive Kabel zur Auswahl.

Optisch sehen die zugehörigen vier Messfühler identisch aus. Deshalb versah der Hersteller diese mit einer Nummerierung, sodass jederzeit der Überblick über die Sensoren behalten werden kann. Wem die numerische Kennzeichnung zu unauffällig ist, kann zusätzlich die beigefügten Metallfähnchen an den Messfühlern befestigen. Meater+ und Meater Block setzen auf die gleiche, hervorragend bewertete App des Herstellers. Sollte man also beide Geräte besitzen, lassen diese sich sogar in Kombination verwenden.

Damit das Steak möglichst zart und rosa gebraten werden konnte, stellten wir in unserem Test die die Zieltemperatur auf 57 Grad. Ebenfalls brachten wir einen der Messfühler in den Schweinebraten an, um die Ergebnisse mit dem Fühler des Meater+ zu vergleichen. Mehr dazu im Testvideo.

Nicht nur aufgrund des Preises von etwa 300 Euro – auch hinsichtlich der Ausstattung, richtet sich der Meater Block somit ganz klar an eingefleischte Grillfans, die ihr Grillgut perfekt garen möchten. Wer jedoch vor den Anschaffungskosten nicht zurückschreckt, erhält ein ausgereiftes Gerät auf höchstem Niveau.

Auch hier ein kleiner Tipp: Den Ladeblock nicht dauerhaft in der direkten Sonne stehen lassen, denn laut Hersteller ist dieser nur bis zu einer maximalen Betriebstemperatur von 60 Grad geeignet.

Fazit
In Sachen Komfort, Bedienung und Ausstattung sind bei den Geräten deutliche Unterschiede zu erkennen. Jedoch ist es mit jedem der getesteten Geräte möglich, ein gutes Grillergebnis zu erzielen. Wieviel man in ein solches Gerät investieren möchte und was einem persönlich wichtig ist, sollte jeder für sich selbst entscheiden. Mehr dazu in der August-Ausgabe des TRENDYone-Magazins!