DIY: Milchalternativen – Welche pflanzlichen Produkte können überzeugen?

Mit wenigen Zutaten für die Zubereitung

Einem bekannten Ratschlag zufolge, sollen 3-4 Gläser Milch pro Tag den Knochenaufbau maßgeblich stärken. Der Trend geht derzeit jedoch zunehmend in Richtung eines veganen Lebensstils. Egal ob aus eigener Einstellung heraus oder aufgrund einer Laktoseintoleranz, immer mehr Menschen greifen zur pflanzlichen Alternative und lassen die herkömmliche Kuhmilch im Kühlregal stehen.

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Bild: TRENDYone
Der Milchkonsum in Deutschland ist in den vergangenen Jahren nicht nur deutlich zurückgegangen, sondern sinkt auch weiterhin stetig.

Dass Pflanzendrinks immer mehr an Beliebtheit gewinnen, lässt sich zudem an der großen Auswahl in den Lebensmittelmärkten feststellen: Während vor kurzer Zeit noch kaum Alternativen zur herkömmlichen Milch angeboten wurden, wird mittlerweile jeder fündig. Egal ob Mandel-, Hafer- oder Sojadrink, zahlreiche Produkte sorgen seither für viel Anklang und sind dank der pflanzlichen Proteine zusätzlich äußerst nachhaltig. 

Milch – Kalziumlieferant oder weißer Mythos?

Natürlich, gesund und erfrischend – Milch gilt als das Wundermittel überhaupt und ist nicht nur ein perfekter Allrounder in der Küche, sondern zählt des Weiteren als absolute Kalziumquelle. Dennoch ist Milch gleichzeitig eines der umstrittensten Getränke und wird in zahlreichen Studien hinterfragt. Ethische Argumente sowie gesundheitliche Gründe werden immer wieder Teil reger Diskussionen – die Wahrheit liegt dabei irgendwo dazwischen. Zwar enthält das Grundnahrungsmittel Milch wertvolles Eiweiß, viel Zink und essentielle Mineralstoffe, jedoch ist die vermeintliche Stärkung der Knochen ebenso ein Mythos, wie die gedachte Unterstützung bei einer Diät. Für viele ist dies Grund genug, auch die pflanzlichen Alternativen in Betracht zu ziehen. Spätestens jetzt dürften Kaffeeliebhaber ins Zweifeln kommen: Egal ob für einen Cappuccino, einen Latte Macchiato oder andere beliebte Kaffeekreationen – ohne feinen, cremigen Milchschaum schmeckt das Heißgetränk nur halb so gut. Pflanzlichen Milchalternativen wird oftmals nachgesagt, dass die Schaumbarkeit sehr zu wünschen übriglässt. Zwar erreicht Milch die besten Ergebnisse, dennoch eignen sich auch Haferdrink und Co. für die perfekte Krönung auf jeder Kaffeevariation. Die besten Ergebnisse erzielt dabei der Sojadrink: Die Schäumbarkeit konnte bei dieser Alternative im Vergleich zur herkömmlichen Milch durchaus mithalten.

In wenigen Schritten zum leckeren Ergebnis 

Wer weitgehend auf Verpackungsmüll verzichten möchte, kann die pflanzlichen Milchalternativen auch ganz einfach und bereits mit einer kurzen Zutatenliste selber herstellen. Als Hilfsmittel wird lediglich ein guter Mixer und ein Tuch benötigt, den Rest gibt es im Supermarktregal. Wird hierbei auf regionale Produkte gesetzt, kann gleichzeitig die Umwelt entlastet und der ökologische Fußabdruck verkleinert werden. Pflanzliche Alternativen sind der herkömmlichen Milch nicht nur in der Konsistenz und Farbe ähnlich, sondern können ebenso für nahezu alles verwendet werden: Egal ob zum Kochen, zum Backen oder einfach als Erfrischung für zwischendurch. Welche Milchalternative sich dabei für welches Einsatzgebiet am besten eignet und wie der pflanzliche Drink ganz einfach zubereitet werden kann, zeigen wir Ihnen im Folgenden. (Die Zutatenmenge reicht immer für einen Liter.)



Sojadrink

In den vergangenen Jahren hat sich der Sojadrink bei uns in Deutschland immer weiter etabliert und ist für viele seither nicht mehr wegzudenken. Vegan, milcheiweißfrei, laktosefrei und zusätzlich noch glutenfrei: diese pflanzliche Milchalternative besitzt viele gesundheitlich positive Aspekte. Sojadrinks versorgen den menschlichen Körper mit wichtigen Nährstoffen, Proteinen und sind zudem ein perfekter Lieferant in Hinsicht auf ungesättigte Fettsäuren. Da es durchaus möglich ist, dass Soja bei einigen von uns zu Allergien führen kann, sollte anfangs erst einmal überprüft werden, ob der Drink als Alternative überhaupt in Frage kommt. Auch der Geschmack ist zunächst vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, der Umstieg gelingt dennoch nach ein paar Wochen problemlos. Wer sich seinen Sojadrink selber herstellen möchte, muss 100 Gramm Sojabohnen über Nacht im Wasser einweichen lassen, da nur so ein perfektes Ergebnis aus Geschmack und Konsistenz erzielt werden kann. Ist dies geschehen, wird im nächsten Schritt das Wasser abgegossen und mit einem Liter frischem Wasser ausgetauscht. Mit dem Mixer in eine feine, breiartige Konsistenz bringen und im Anschluss in einen erhitzten Topf mit Wasser geben. Nach einem ungefähr zehnminütigem köcheln lassen, den fertigen Brei abkühlen und durch ein Sieb passieren lassen. Die zurückgebliebene Masse nun noch mit etwas kaltem Wasser übergießen. Nach Belieben natürliche Geschmacksverstärke hinzugeben, luftdicht verschließen und fertig ist der Sojadrink. Im Kühlschrank hält sich die pflanzliche Alternative bis zu vier Tage. Wer den Sojadrink lieber direkt fertig zubereitet beim Supermarkt nebenan kaufen möchte, wird schnell feststellen, dass die Alternative ein echter Preishit ist. Während Mandeldrink, Kokosmilch und Co. im Vergleich relativ teuer sind, ist ein Liter Sojadrink bereits für einen Euro erhältlich. Egal ob für Eis, Puddings, Milchreis, Müsli oder Smoothies, die pflanzliche Alternative ist ein perfekter Allrounder. 

Haferdrink

Hafer ist ein absolutes Power-Getreide und enthält neben elementaren Nährstoffen noch viele Vitamine, Mineralstoffe wie Magnesium und Kalium sowie Ballaststoffe. Zwar gehen bei der Verarbeitung zum Drink verschiedene Stoffe verloren, dennoch ist Hafermilch deutlich nahrhafter als beispielsweise der Reis- oder Sojadrink. Wer zu einer Glutenunverträglichkeit neigt, sollte von diesem pflanzlichen Drink jedoch lieber die Finger lassen und zu einem anderen Ersatz greifen. Für die Herstellung werden dabei lediglich zwei Zutaten benötigt: Ein Liter Wasser und 100 Gramm Haferflocken. Eine Prise Salz kann nach Belieben hinzugefügt werden, auch Zimt oder Vanille verfeinern den Geschmack des Drinks. Zunächst die  Haferflocken im Wasser aufkochen und danach Abkühlen lassen. Anschließend mit dem Mixer pürieren. Hierdurch entsteht eine breiartige Masse – nach dem Filtern durch das Sieb ist der Haferdrink dann fertig. In verschlossenen Gefäßen hält sich die pflanzliche Alternative etwa drei Tage, Voraussetzung ist dabei die Aufbewahrung im Kühlschrank. Haferdrinks fördern die Verdauung, sollen den Cholesterinspiegel im Blut senken und wirken sich zusätzlich positiv auf die Stimmung und das Hautbild aus. Neben dem Sojadrink eignet sich ebenso der Haferdrink für die schaumige Krönung auf allen Kaffeekreationen und bietet auch eine cremige Basis für den ein oder anderen Smoothie.

Reisdrink

Auch Reismilch ist eine leckere sowie gesunde Alternative zur herkömmlichen Milch und im Geschmack weitgehend neutral bis leicht süßlich. Der Drink punktet durch seine stärkende und unterstützende Wirkung auf unsere Knochen, enthält jedoch praktisch keine Proteine oder Nährstoffe. Als Energielieferant erfüllt das Getränk dank der vielen Kohlenhydrate die Anforderungen und ist aus diesem Grund ein absoluter Tipp für den Sport. Einsatz findet der Reisdrink besonders bei der Zubereitung von Pfannkuchen, Milchreis, Porridge sowie anderen Desserts und verleiht durch die leichte Süße ein angenehmes Aroma. Für die Zubereitung bestmöglich 100 Gramm Vollkornreis aus biologischem Anbau kochen und im nächsten Schritt mit Salz, beliebigen Süßungsmitteln und einem Liter Wasser fein pürieren. Im Anschluss noch mittels eines Siebes oder mit einem Tuch abseihen, umfüllen und luftdicht verschließen. Vor Gebrauch gut schütteln, ansonsten kann sich der Geschmack nicht vollständig entfalten. Im Kühlschrank hält sich der Reisdrink bis zu vier Tage, sollte dann aber zügig aufgebraucht werden. Wird Wert auf einen besonders aromatischen Drink gelegt, ist es empfehlenswert, die Reiskörner über Nacht im Wasser einweichen zu lassen und gegebenenfalls  am nächsten Tag in einer Pfanne leicht anzurösten.  

Mandeldrink

In der sizilianischen und spanischen Küche ist der Mandeldrink schon lange ein Begriff und auch bei uns etabliert sich diese Alternative zunehmend in den Supermarktregalen. Gerade für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit oder Sojaallergie eignet sich die pflanzliche Alternative. Vitamine und Mineralstoffe sucht man im Mandeldrink vergeblich, da nur eine äußerst geringe Dosis enthalten ist. Um den Körper auch mit diesen Stoffen ausreichend versorgen zu können, mischen viele Hersteller dem Drink künstliche Mineralstoffe wie beispielsweise Kalzium hinzu. Für die Herstellung werden 250 Gramm Mandeln, ein Liter Wasser, Süßungsmittel nach Belieben sowie ein Nussmilchbeutel oder ein einfaches Sieb benötigt. Nussmilchbeutel sind in der Drogerie oder online erhältlich und eignen sich für die Zubereitung besonders gut – aber auch ein normales Sieb erfüllt seinen Zweck. Die Mandeln müssen über Nacht in etwas Wasser eingeweicht werden, erst dann kann die eigentliche Arbeit beginnen. Am nächsten Tag das Wasser zunächst abgießen und mit 750 Milliliter frischem Wasser mixen. Sobald eine geschmeidige, glatte Flüssigkeit entstanden ist, den Sud durch einen Nussmilchbeutel oder ein Sieb passieren lassen. Ein kleiner Löffel bietet hier hilfreiche Unterstützung, da so wirklich die komplette Flüssigkeit im Auffanggefäß landet. Auch der Mandeldrink kann mit Zimt, Datteln oder anderen natürlichen Geschmacksverstärkern verfeinert und gesüßt werden. Im Kühlschrank kann die pflanzliche Milchalternative insgesamt vier Tage lang aufbewahrt werden. Verwendet werden kann der Mandeldrink für nahezu alles: Egal ob für Smoothies, Cremesuppen oder andere Spezialitäten – der Geschmack überzeugt überall.

Fazit
Dass pflanzliche Alternativen einer herkömmlichen Kuhmilch in nichts nachstehen, beweisen die vielen essentiellen Inhaltsstoffe, die sich in den Drinks verbergen. Egal ob selber hergestellt oder im Supermarkt gekauft, Milchalternativen sind für viele nicht mehr wegzudenken. 

Eines ist jedoch klar: Wer auf Kuhmilch aufgrund ethischer oder anderer Aspekte verzichten möchte, hat dank der vielen pflanzlichen Alternativen einen wunderbaren Ersatz. Ein großer Vorteil, der aus einer Zubereitung daheim resultiert, ist der Wegfall von Zucker. Auch Vanille, Datteln sowie Ahornsirup garantieren ein perfektes Zusammenspiel aus Geschmack und Konsistenz und sind dabei wesentlich gesünder als Zucker. Aufgrund der einfachen und schnellen Zubereitung, sowie der geringen Kosten ist die Hafervariante unser DIY-Favorit.