Über das Ende der Verbrennermotoren

Alternativer Antrieb ahoi!

Bereits im 19. Jahrhundert wurde die elektrische Antriebskraft zur Fortbewegung erforscht. Allerdings konnte damals aufgrund der noch unzureichenden Technologie kein Erfolg erzielt werden. Knapp über ein Jahrhundert wurden Automobile durch fossile Treibstoffe angetrieben und weiterentwickelt. Immer mehr Hersteller sind aufgekommen, die alle auf Verbrennungsprozesse zurückgreifen, um so ihr Fahrzeug anzutreiben. Doch gerade jetzt in Zeiten der Digitalisierung und der Technologie können Elektroautos wieder mit neuen Argumenten auftrumpfen und viele der Hersteller sind überzeugt, dass das Aussterben der Verbrenner nur noch eine Frage der Zeit ist.

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Bild: Adobe Stock
Einer der Hauptgründe für den Wandel ist der Klima- sowie Naturschutz. Besonders in Ballungszentren kommt es aufgrund der vielen Autofahrer zu besonders hohen Emissionswerten. Einerseits wird dadurch die Atemluft geschädigt. Andererseits setzen sich Schadstoffe auf Pflanzen fest, wodurch grundlegende Prozesse, wie die Fotosynthese behindert werden. Dagegen sind Elektroautos in der Benutzung vollkommen emissionsfrei und können bei genau diesen Contra-Aspekten der Verbrenner punkten. Vielen Menschen ist der Erhalt der Natur und der Schutz von Pflanzen- und Tierarten äußerst wichtig geworden. Mit der Zeit hat sich dieser Gedanke weiterverbreitet und ist mittlerweile sogar in den großen Konzernen angekommen, wodurch diese entsprechend reagieren müssen.

Audi

Markus Duesmann, Chef der Audi AG strebt bereits für das Jahr 2035 eine rein elektrische Produktpalette an. Schon jetzt steht fest, dass bei Modellen der Klasse A3, A4 und A6 keine Verbrenner-Nachfolger mehr geplant sind. Für 2026 ist die letzte Benziner und Diesel-Baureihe vorgesehen, die allerdings schon ab 2033 nicht mehr produziert werden soll. Zudem fokussiert sich die Marke zukünftig vermehrt auf größere und luxuriösere Modelle und verzichtet auf Baureihen, die unterhalb der Kompaktklasse liegen.

Mercedes

Ähnliche Ansichten teilt sich die Marke mit dem Stern. Gegenüber einem Handelsblatt-Interview äußerte sich CEO Ola Källenius, dass er bereits deutlich früher als geplant auf Stromer umsteigen will. Ursprünglich war der Umstieg für 2039 geplant. Doch durch neu aufkommende Szenarien und Möglichkeiten lässt sich der Umstieg eventuell schon fünf bis acht Jahre früher realisieren. Auch zwischen den Investoren und Mercedes selbst gibt es klaren profitablen Zuspruch für beide Seiten zukünftig mit dem Umschwung ein gutes Geschäft zu machen. Grund dafür ist die überdurchschnittliche Platzierung von anderen Herstellern für Elektrofahrzeuge an der Börse, wie beispielsweise Tesla oder Nio. Durch die öffentlichen Äußerungen der beiden großen Weltkonzerne Audi und Mercedes ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich andere Hersteller diesen Maßnahmen anpassen werden.

Fiat

Auch die Italiener reagieren. Bis 2030 plant Fiat den kompletten Abschied von Verbrennern. Ein äußerst sportliches Ziel, nachdem sie aktuell mit dem 500e nur ein einziges rein elektrisches Fahrzeug auf dem Markt haben. Ziel sei es laut Olivier François zwischen 2025 und 2030 die Produktpalette schrittweise umzustellen. Die aktuell sinkenden Batteriekosten sollen dafür genutzt werden, so schnell wie möglich mehr Stromer auf den Markt zu bringen. Zudem dürfte die Marke mit der kommenden Elektrifizierung vom neuen Stellantis-Konzertverbund profitieren.

Honda

Etwas später aber ebenso entschlossen stellt auch Honda die Forderung an sich selbst ab 2040 vollkommen elektrische Fahrzeuge herzustellen. Darunter fallen auch sämtliche Hybridmodelle aus. Allerdings beinhalten die Pläne des Japaners auch Brennstoffzellenautos in China, USA und Europa vermehrt in den Markt zu integrieren. Neben dem Honda E sind für 2024 bereits weitere Elektromodelle in der Entwicklung.

Mini

Auch das Tochterunternehmen von BMW verabschiedet sich von den Verbrennern. Schon 2025 wird das letzte Modell erscheinen und mit 2031 endet die Produktion dann vollständig. Mittelfristig ist bis 2027 das Ziel bereits die Hälfte des Absatzes allein durch E-Autos zu erzielen.

BMW

Obwohl BMW den absoluten Ausstiegszeitpunkt aus den Verbrennermotoren noch nicht ausgesprochen hat, kann man auch hier eine deutliche Tendenz beobachten. Ab 2023 sollen laut Hersteller nach und nach Schritte eingeleitet werden, um zukünftig konstant E-Modelle zu integrieren. Der Absatz soll 2030 zu 50 Prozent aus Stromern gezogen werden. Ziel von BMW-Chef Oliver Zipse sei es, das grünste E-Auto des Marktes zu produzieren. Das würde einen weiteren wichtigen Meilenstein darstellen, um dem Vorhaben ein grünes Unternehmen zu werden näher zu kommen.

Jaguar

Auch bei Jaguar soll sich bis 2025 einiges umstellen. Mindestens ein Elektroauto pro Baureihe sind das aktuelle Ziel. Dafür ist bereits offiziell angekündigt worden, dass in den kommenden fünf Jahren sechs neue Stromer auf dem Markt erscheinen werden. Zusammen mit einer komplett eigenständigen Elektroplattform wird versucht auch über das Ziel hinaus weiter an der Technologie zu arbeiten und sie konstant zu verbessern.

Ford

Mit einer Investition über eine Milliarde Euro erhofft sich Ford zeitnah ein erstes eigenes Modell auf MEB-Basis veröffentlichen zu können. Dafür wurde mit der Investition das Kölner Stammwerk gefördert, um schon 2023 das Elektro-Crossover an den Start zu bringen. Genau wie viele andere Hersteller hat sich auch Ford vorgenommen ab 2030 alle Pkw´s zu elektrifizieren. Mit Investitionen über 22 Milliarden Euro fallen die Förderbeträge dabei deutlich höher aus als bei vergleichbaren Herstellern der Automobilindustrie.

Volvo

Bei Volvo fällt der Schritt des Umstiegs etwas radikaler aus. Bedeutet, dass weder Verbrenner noch Hybriden in der Produktpalette auftauchen werden. Mit dem Jahr 2030 soll von den Schweden eine rein elektrisch angetriebene Reihe an Premium-Modellen angeboten werden. Gemeinsam mit dem Wandel der Produkte stellt sich auch der Vertrieb stark um. Es soll vollständig auf stationären Handel verzichtet werden. Die Zukunft bestehe aus Elektrik und Online-Handel, stellte der Volvo-Chef Kåkan Samuelsson in einer Pressemitteilung klar.

Fazit

Das voranschreitende Interesse der Kunden an mehr Umweltbewusstsein und Klimaschutz hat zur Folge, dass besonders in der Automobilindustrie viele Unternehmen umstrukturieren müssen. Durch die führenden Großkonzerne wie Audi, Mercedes oder VW werden erste große Schritte eingeleitet. Kleinere Unternehmen und Tochterfirmen bleibt kaum eine andere Möglichkeit als dem Wandel zu folgen und ihre Ziele den Bedürfnissen der Kunden anzupassen.