Blitzumfrage der IHK Ulm

Ausbildungsbetriebe halten ihr Angebot an Ausbildungsplätzen auf- recht

„Die Unternehmen in der IHK-Region Ulm bieten auch während der Corona-Krise jungen Menschen die Chance auf eine Berufsausbildung und damit einen Einstieg in die berufliche Karriere“, fasst IHK-Hauptgeschäftsführer Max-Martin W. Deinhard die Ergebnisse einer aktuellen IHK-Blitzumfrage zur Ausbildung zusammen.

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Bild: stock.adobe/magele-picture
Die Einschränkungen der Corona-Pandemie stellen die duale Ausbildung vor große Herausforderungen. Berufsschulen und Ausbildungsbetriebe sind in einer bislang nicht gekannten Weise gefordert: Sie müssen praktikable Lösungen finden, um die Ausbildung zu gewährleisten. Die IHK Ulm hat die regionalen Unternehmen dazu befragt. 173 Unternehmen haben sich an der Umfrage beteiligt.

Das Ergebnis: 79 Prozent der teilnehmenden Unternehmen haben ihr Angebot an Ausbildungsplätzen entweder auf dem Vor-Krisen-Niveau gehalten oder sogar noch erweitert. Lediglich 12 Prozent haben ihr Angebot reduziert, bilden aber weiter aus. Wermutstropfen ist die Zahl der Bewerbungen, die aktuell bei den Unternehmen einge- hen: 28 Prozent der Unternehmen bekommen (fast) keine Bewerbungen und 37 Prozent bekommen zwar welche, aber nur wenig qualifizierte.

„Die Unternehmen suchen weiterhin Auszubildende – trotz Corona. In vielen IHK-Berufen gibt es gute Perspektiven, auch für Absolventinnen und Absolventen mit Haupt- oder Realschulabschluss“, stellt Deinhard fest.

Als Reaktion auf die angespannte Bewerbersituation haben 23 Prozent der Unternehmen ihre Marketingaktivitäten erweitert, um passende Bewerber zu finden. Alle anderen Unternehmen nutzen überwiegend kostenfreie Unterstützungsmöglichkeiten, wie Stellenportale, Lehrstellenbörsen oder Speed-Datings. Mit virtuellen Ausbildungsmessen hat sich hingegen nur eines von zehn Unternehmen beschäftigt.

Ebenfalls auf geringe Resonanz stoßen die Fördermöglichkeiten des Bundesprogramms „Ausbildung sichern": Nur 20 Prozent der befrag- ten Betriebe nutzen das Angebot. 37 Prozent geben an, das Programm nicht zu kennen und 42 Prozent erfüllen die Anforderungen nicht.

Mit den technischen Rahmenbedingungen des Distanzunterrichts sind 80 Prozent der Unternehmen zufrieden oder teilweise zufrieden. Allerdings befürchten 89 Prozent, dass sich die Ergebnisse ihrer Auszubildenden durch den Distanzunterricht verschlechtern oder sind sich dazu noch unsicher.

60 Prozent der Unternehmen wollen gleichviel Auszubildende übernehmen wie jedes Jahr, 29 Prozent haben noch keine Entscheidung zur Übernahme getroffen und lediglich 11 Prozent wollen weniger Auszubildende übernehmen. „Das zeigt, dass sich die Unternehmen von der aktuellen Situation nicht entmutigen lassen und positiv in die Zukunft blicken“, resümiert Deinhard.