Corona-Bonus: E-Modelle und ihre Zuschüsse

Krisenbewältigung durch Zuschüsse

Mehr Geld für Familien und Kommunen, Entlastungen beim Strompreis und eine Senkung der Mehrwertsteuer – die Regierungskoalition hat sich im Zuge der Corona-Krise auf ein umfangreiches Konjunkturpaket in Höhe von 130 Milliarden Euro geeinigt. Wer sich schon länger Gedanken über die Anschaffung eines neuen Autos macht, kann jetzt richtig profitieren – zumindest wenn es um E-Autos geht. Also einsteigen und richtig sparen!

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Bild: Adobe Stock / Nischaporn
Gefühlt hinken die Elektrofahrzeuge den Benzinern und Dieseln noch immer hinterher, zumindest in puncto Auswahl. Doch die Liste an Modellen wächst stetig und damit haben Kunden immer mehr die Qual der Wahl. Wer sich am Automarkt neu orientieren möchte, kann in anhängender Tabelle für den Einstieg alle aktuell auf dem deutschen Markt erhältlichen E-Autos mitsamt der jeweiligen Klasse, den Reichweiten (nach den offiziellen Herstellerangaben) und den Grundpreisen finden. 

Eine genaue Auflistung der Modelle und Ihre Zuschüsse finden Sie in unserem E-paper: 

https://www.trendyone.de/magazin?month=8&year=2020


Senkung der Mehrwertsteuer

Mit dem am 4. Juni vorgestellten Konjunkturpaket sollen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise gemindert werden – unmittelbar betroffen sind alle von der beschlossenen Senkung der Mehrwertsteuer von 19 auf 16 beziehungsweise 7 auf 5 Prozent, die vorerst vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 gilt. 

Gerade bei größeren Anschaffungen wie einem neuen Auto fällt dies durchaus ins Gewicht – vor allem, wenn es ein E-Auto werden soll. Weil das wegen Corona beschlossene Konjunkturpaket an Klimaschutz und der Förderung von Zukunftstechnologien ausgerichtet ist, wurde nämlich entschieden, dass es keine Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor geben wird (wie von vielen gefordert). Jedoch sollen die bisherigen Kaufprämien des Bundes für Elektroautos als neue „Innovationsprämie“ verdoppelt werden. Die ohnehin bestehende Prämie der Hersteller (3.000 Euro) bleibt davon allerdings unberührt, weshalb erhebliche finanzielle Ersparnisse möglich sind.

Ein Rechenbeispiel

Dies verdeutlicht ein einfaches, fiktives Rechenbeispiel: Bis zu einem Nettolistenpreis des E-Fahrzeugs von bis zu 40.000 Euro steigt die Förderung des Bundes nun von 3.000 auf 6.000 Euro. Hinzu kämen unverändert die besagten 3.000 Euro vom Hersteller, also insgesamt 9.000 Euro (netto). Zudem sinken die Bruttopreise der Fahrzeuge durch die reduzierte Mehrwertsteuer ebenfalls um drei Prozent. 

Kostet das gewünschte Auto also bislang 30.000 Euro netto, kamen dazu noch 5.700 Euro Mehrwertsteuer – nämlich 19%. Durch die Steuersenkung beträgt die Steuerlast nun nur noch 4.800 Euro – abgezogen vom Gesamtpreis (nun 34.800 Euro) werden dazu 6.000 Euro staatliche und 3.000 Euro Herstellerprämie. Macht am Ende des Tages also 25.800 Euro – statt bisher 29.700 Euro. Ersparnis im Vergleich zu Vor-Corona-Zeiten: 3.900 Euro. Aber Achtung: Die hohen Zuschüsse gelten nur für Elektroautos bis 75.400 Euro Bruttolistenpreis. 

Vorteile bei Kfz-Steuer

Hinzu kommt dann noch, dass Elektroautos auch steuerlich gefördert werden: Bislang musste für batterieelektrische Fahrzeuge, die bis zum 31.12.2020 erstmals zugelassen werden, zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer gezahlt werden. Im Rahmen des Konjunkturprogramms wird jetzt die bereits geltende zehnjährige Kraftfahrzeugsteuerbefreiung für reine Elektrofahrzeuge bis zum 31.12.2025 gewährt und sogar bis 31.12.2030 verlängert. Außerdem wird zukünftig die Kfz-Steuer für Pkw stärker an CO2-Emissionen ausgerichtet. Zusätzlich soll die Ladesäulen-Infrastruktur ausgebaut und die Forschung zu Elektromobilität gefördert werden.

Aber auch teurere und gebrauchte E-Autos (unter gewissen Umständen) sowie Plug-In-Hybride werden gefördert und dadurch billiger. Bei der Besteuerung von rein elektrischen Dienstwagen von 0,25 Prozent wird die Kaufpreisgrenze außerdem von 40.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht. Dabei sollte allerdings stets beachtet werden, dass die Maßnahmen zunächst befristet sind – daher sollten sich Käufer bestenfalls beeilen und über die weiteren Entwicklungen und Neuerungen stets auf dem Laufenden halten.

Weitere Prämien beim Händler

Ohnehin lohnt es sich für Interessenten etwas umfangreicher zu recherchieren und zu vergleichen. Manche Energieversorger zahlen nämlich beispielsweise Prämien an Kunden aus, die sich ein neues Elektroauto anschaffen – zusätzlich zum Umweltbonus. Außerdem bieten auch Autohändler weitere Aktionen beziehungsweise Boni, weshalb Sie hierzu einfach den Händler Ihres Vertrauens kontaktieren sollten. 

Sonderfall Plugin-Hybride

Neben Elektroautos wird aber auch die Anschaffung von Plug-In-Hybriden gefördert, die immer häufiger auf den Straßen zu finden sind. Sogenannte PHEV-Fahrzeuge (Plug-in Hybrid Electric Vehicle) sind Hybrid-Autos, deren Batterien auch extern aufgeladen werden können – sie werden von einem Benzinmotor (einige Hersteller bieten auch Diesel-Hybrid-Varianten an) und einem oder mehreren Elektromotoren mobilisiert. Ein Hybrid-Fahrzeug kann im niedrigeren Geschwindigkeitsbereich rein elektrisch jedoch nur wenige Kilometer weit fahren. Bei stärkeren Beschleunigungen unterstützt der Elektromotor dann den Verbrennungsmotor und kann auch bei höheren Geschwindigkeiten das Fahrzeug quasi „segeln“ lassen, während der Verbrennungsmotor abgeschaltet wird. Außerdem können hierbei die vergleichsweise deutlich größeren Batterien des Autos zu Hause an einer passenden Steckdose oder einer Ladesäule aufgeladen werden.

Wenngleich die Zuschüsse nicht ganz so hoch ausfallen wie bei rein elektrischen Autos, so ist die Anschaffung eines Plug-In-Fahrzeugs durchaus eine Überlegung wert – zumal es in diesem Segment eine deutlich breitere Auswahl an verschiedenen Modellen gibt. Einen Überblick sowohl über die Zuschüsse für Elektroautos als auch für Plug-In-Hybride liefert unsere Tabelle. Um förderfähig zu sein, müssen Plug-in-Hybride übrigens derzeit eine rein elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometern (ab 2022: 60 Kilometer) vorweisen oder höchstens 50 Gramm CO₂ pro Kilometer emittieren.

| Text: Vera Mergle