Dogfishing - Hundsgemeiner Dating-Trend?

Vor allem Frauen sollen geködert werden

Ist Ihnen das auch schon einmal passiert? Sie schauen sich in Ihrer Pause halbherzig ein paar Dating-Profile an und beißen lustlos in Ihr Sandwich. Doch plötzlich hören Sie auf zu kauen. Denn auf einmal ist er da: Mit großen, treuen Augen und einem unschuldigen Blick, der bedingungslose Liebe verspricht. Durch sein zerzaustes Haar würden Sie am liebsten durchwuscheln. Sie schmelzen dahin und schicken ihm sofort eine Nachricht, bevor es jemand anderes macht. Sie müssen ihn unbedingt kennenlernen! Und sein Herrchen vielleicht auch. Denn wer sich um so einen niedlichen Vierbeiner kümmert, muss doch ein toller Kerl sein, oder?

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Bild: stock.adobe.com
Falls Ihnen das bekannt vorkommt, hingen Sie vermutlich an der Angel eines Dogfishers. Wir verraten Ihnen, was genau hinter diesem neuen Dating-Phänomen steckt und ob es tatsächlich die Chancen verbessert, jemanden kennenzulernen. Sitz. Platz. Los geht’s!

Was ist Dogfishing?

Aufmerksamen Tinder-Nutzerinnen werden diese sich rasch vermehrenden Exemplare bereits aufgefallen sein: Männer, die sich auf Dating-Plattformen mit einem Hund inszenieren. Wohlgemerkt mit einem Hund, nicht mit ihrem Hund. Dabei wird akribisch darauf geachtet, dass entweder Bellos Blick ins rechte Licht gerückt oder der Hundekuss perfekt auf dem Foto platziert wird. Notfalls wird für Tinder & Co. kurzerhand der Hund des Nachbarn oder der Oma zweckentfremdet und dann gedrückt und geherzt, als hätte man(n) schon sein ganzes Leben miteinander verbracht. 

Nice to know: Männer mit Fellanhängsel werden von Frauen um 30 Prozent attraktiver bewertet. Folge: Dogfishing ist hauptsächlich ein Phänomen unserer männlichen Kollegen.

Was steckt dahinter?

Haben Männer Pflanzen in ihrer Singlewohnung, die noch einen Hauch Leben in sich tragen, wird dies bereits positiv im Frauenhirn vermerkt. Haben Männer jedoch einen Hund, bedeutet dies gleich eine ganze Palette lobens- und wünschenswerter Eigenschaften, die Frauen bei Männern suchen. Das weibliche Gehirn assoziiert mit einem Hundebesitzer einen vertrauensvollen, liebenswürdigen und fürsorglichen Menschen. 

Diese positiven Eigenschaften, die Hundebesitzern zugesprochen werden, wollen sich einige Nicht-Hundebesitzer beim Daten scheinbar zu eigen machen – sie posieren bei Tinder, Bumble und anderen Apps mit wonnigen Vierbeinern, die ihnen nicht gehören. „Dogfishing“ nennt sich dieser Trend, der sich auf den Online-Dating-Plattformen mittlerweile abzeichnet. 

Durchforsten wir das Netz nach Tipps, wie das eigene Dating-Profil optimiert werden kann, um mehr Matches zu generieren, wird vor allem Männern von recht zweifelhaft wirkenden Quellen geraten mit Hund zu posieren. Laut einigen Flirt-Coaches hinterließen Haustiere  einen guten Eindruck auf Profilbildern und manipulieren so die weibliche Reizwahrnehmung. 

Bessere Chancen?

Nehmen wir an, einem Dogfisher ist es gelungen, seine Angebetete zu einem Date einzuladen. Spätestens, wenn die Wohnung des besagten betreten wird und die Dame sich nach dem entzückenden Fellknäul umschaut, sollte eine gute Rede einstudiert worden sein. Wir wissen: Schummeln beim Dating-Profil hat keine Zukunft.  Wer nun tatsächlich einen Hund hat und single ist, für den gibt es allerdings gute Nachrichten: Denn wer einen Vierbeiner besitzt, hat optimale Chancen darauf, sich bald nicht mehr allein um ihn kümmern zu müssen. So werden laut einer YouGov-Umfrage alleinstehende Hundebesitzer positiver bewertet als Singles ohne Haustier: 34 Prozent der Frauen und 31 Prozent der Männer gaben an, dass sie eher Ja zu einem Date sagen, wenn der potenzielle Partner einen Hund besitzt. Interessant: Der britische Tierfutter-Hersteller Webbox hat sogar ein zweiwöchiges Experiment mit dem Titel „Pet Wingman“ durchgeführt. Dabei kam heraus, dass Frauen auf Tinder 69 Prozent mehr Matches bekommen und Männer immerhin 38 Prozent. 

Auch die Betreiber von Dating-Plattformen stellten fest, dass Singles mit Hunden im Profilbild punkten. Ein Sprecher von Tinder sagte gegenüber „Elite Daily“, dass etwa zehn Prozent aller User Bilder von Hunden in ihren Profilen haben und dass dies in der Regel positiv bewertet würde. Die Betreiber der Dating-App Badoo haben zudem herausgefunden, dass Frauen bei Profilbildern mit Hund zu 29 Prozent eher nach rechts swipen. Bei Männern sind es 21 Prozent. 

Fazit

Wer keinen Hund hat, sollte auf einem Profilbild nicht den Anschein erwecken. Denn dies kommt so oder so nach einer Weile heraus und vermittelt nicht das Bild eines verantwortungsvollen Tierfreundes, sondern einer Person, die auf Teufel komm raus Frauen kennenlernen will. Charmant und unwiderstehlich ist etwas anders. Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Suche. Bleiben Sie ehrlich. Das ist smart. |Text: Stefanie Steinbach

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