Tinder & Co.: Dating-Apps im Vergleich

Schn-App sie Dir!

Tinder, Badoo, Lovoo, Jaumo oder die Apps von Parship, LoveScout24 oder Elitepartner: Die kleinen digitalen Spaßmacher und Launevertreiber bieten allerhand Abwechslung und unterschiedliche Vorgehensweisen auf der Suche nach der Liebe. Welche Apps gibt es und was macht die einzelnen Anbieter aus? „App“ zu unserem Dating-App-Vergleich.

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Parship ist derzeit die größte Partnerbörse Deutschlands.Bild: stock.adobe.com
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Parship-App

Der Gigant unter den Partnerbörsen: Mit fünf Millionen Mitgliedern gilt Parship als die größte Partnerbörse in Deutschland (elf Millionen weltweit). Wer auf Abenteuer aus ist, darf die App gleich wieder schließen. Hier steht die Beziehung im Vordergrund. Die App für iPhone und Android-Geräte macht nicht nur optisch einiges her. Hier finden sich auf einen Blick alle Nachrichten, passende Partnervorschläge und die bisherigen Kontakte. Per App kann der User nicht nur “Lächeln” versenden, sondern auch individuell nach passenden Partnern fischen. Dank Push-Benachrichtigung und extra großer Foto-Ansicht kann von unterwegs prima geflirtet werden. Geballter Service kostet, aber schließlich soll sich auf Parship alle elf Minuten ein Single verlieben. Magisch. 

Elitepartner-App

Elitepartner hat eine bestimmte Zielgruppe im Visier: Akademiker und Singles mit Niveau. Hier begegnen sich Studierte, Gutverdiener und die kultivierte Gesellschaft, um mit etwas Glück in St. Moritz gemeinsam Schneeflocken mit der Zunge zu fangen. Und die Voraussetzungen dafür stehen gut: laut Elitepartner finden 42 Prozent der Premiummitglieder Ihren Traumpartner. Und auch die App von Elitepartner kann sich sehen lassen: Neben den Basisfunktionen wie dem Lesen und Verschicken von Nachrichten, dem Durchforsten der Partnervorschläge und der Bearbeitung der Profilangaben serviert Elitepartner auch einige exquisite Digital-Leckerbissen. Dazu gehört die gut durchdachte Umkreissuche, die Singles in der direkten Umgebung anzeigt. 

eDarling-App

Obwohl es eDarling noch nicht so lange gibt wie Parship oder Elitepartner, gehört das Berliner Unternehmen mittlerweile zu den renommiertesten Partnervermittlungen Deutschlands. Auch eDarling setzt auf die Vermittlung der großen Liebe. Die eDarling-App beschränkt sich auf das Wesentliche. Dazu gehören das Lesen und Versenden von Nachrichten, das Ansehen von Partnervorschlägen und Profilbesuchern sowie der Foto-Upload direkt vom Smartphone aus. Zu den Highlights zählt die “Was wäre wenn”-Funktion, bei der eDarling zumindest einen Teil seiner Matching-Algorithmen über Bord wirft und den Mitgliedern Kandidaten vorstellt, die sonst aus dem Raster gefallen wären. So können Sie auch Singles kennenlernen, deren Körpergröße vielleicht drei Zentimeter unter der Wunschgröße liegt.

LoveScout24-App

Die mit Bestnoten ausgezeichnete größte Datingbörse in Deutschland hat eine App entwickelt, die sich mühelos mit Tinder, Lovoo und Co. messen lässt. Das Feature “Date-Roulette” beispielsweise funktioniert nach dem Tinder-Prinzip: Hier werden dem User passende Singles vorgestellt, die mit den Buttons “Ja”, “Vielleicht” oder “Nächster” in Windeseile in die richtige Schublade (oder Tonne) sortiert werden können. Die Umkreissuche “Around me” zeigt flirtwillige Singles in der direkten Umgebung an und erinnert stark an den “Live-Radar” von Lovoo (kommt noch). Darüber hinaus bietet der verbesserte Friendscout24-Nachfolger seinen Mitgliedern sämtliche Features und Funktionen, die es auch bei der Desktop-Nutzung gibt: Nachrichten und “Smiles” verschicken, Profile durchstöbern und Singles individuell suchen und filtern.

Dating-App Tinder

An Tinder kommt fast niemand vorbei, der sich für Dating-Apps interessiert. Das Erfolgsrezept ist einfach und genial. Tinder beschränkt sich auf das Wesentliche: die Optik. Ihnen werden Fotos von angemeldeten Mitgliedern im direkten Umfeld angezeigt. Springt der Funke bei Ihnen nicht über, wischen Sie das Foto nach links. Gefällt Ihnen, was Sie sehen, wischen Sie nach rechts – Swiping nennt sich das Phänomen. Mit einem dezenten „It´s a Match!“ werden Sie darüber informiert, dass das Gegenüber genauso denkt. Mit der Fokussierung auf den Standort des interessierten Singles gilt Tinder als prickelnde Möglichkeit für eine schnelle Bettgeschichte. Für zwangloses Dating oder unschuldige Bar-Bagatellen eignet sich die Flirt-App aber ebenso. Die Grundfunktionen und das abenteuerliche Smartphone-Gewische sind weiterhin kostenlos.

Achtung:

Wem seine Daten lieb sind, der sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, dass man sich nur mit einem gültigen Facebook-Profil anmelden kann.

Dating-App Badoo

Die Flirt-App Badoo erblickte 2006 in Russland das Licht der Welt. In Deutschland gehört die Dating-App mittlerweile zu den größten Anbietern. Badoo hat allerdings mit dem Ruf zu kämpfen, als Plattform für relativ viele Fake-Profile zu dienen.

Warum ist die App so beliebt? Wahrscheinlich, weil sie im Prinzip kostenlos ist – soll heißen, dass die Kontaktaufnahme und grenzenloses Flirten den User nichts kosten. Für bestimmte Funktionen wie die unbegrenzte Kontaktaufnahme, digitale Geschenke oder eine bessere Platzierung des eigenen Profils müssen Sie allerdings mit sogenannten “Punkten” bezahlen. Diese “Punkte” können Sie sich verdienen, indem Sie Freunde werben, an Umfragen von Kooperationspartnern teilnehmen oder sich Probe-Abos von Magazinen und Zeitschriften auferlegen lassen. Darüber hinaus können die “Punkte” auch käuflich erworben werden.

Dating-App Lovoo

Die Flirt-App Lovoo wurde 2011 von einem kleinen Dresdner Startup-Unternehmen auf den Markt geworfen. Aushängeschild ist das Feature „Live-Radar“. Hier werden dem User Singles und sämtliche Aktivitäten im direkten Umkreis angezeigt. Die Lovoo-App ist im Prinzip kostenlos. Wer allerdings das volle Angebot nutzen und unbegrenzt kommunizieren möchte, sollte sich einen „VIP-Zugang“ zulegen: dadurch werden Sie beim Flirt-Matching häufiger in Umlauf gebracht und präsenter platziert. Darüber hinaus können Sie im sogenannten “Ghost-Modus” die anderen Singles begutachten, ohne dass sie davon Wind bekommen – Inkognito-Stalking, wenn man so will. Einige der vielen virtuellen Sonderrechte wie das Versenden von digitalen Küssen lassen sich auch mit sogenannten “Credits” bezahlen, die durch den täglichen Login oder für den Download von Partner-Apps erworben werden können.

Dating-App Once

Die Dating-App Once wird in den Medien oft als das “Anti-Tinder” dargestellt. Der französische App-Erfinder Jean Meyer wollte mit seinem 2014 gegründeten Dienst vor allem auf Klasse statt Masse setzen. Hier wird dem Single täglich genau ein Kandidat vorgestellt, auf den er 24 Stunden lang seine komplette Aufmerksamkeit richten kann. Gefällt Ihnen das Gegenüber? Dann klicken Sie auf eine goldene Krone und warten auf das Okay des Gegenübers, um mit dem Chatten zu starten.

Once setzt bei der Single-Vermittlung auf Menschen statt Maschinen. Während viele andere Anbieter auf Algorithmen, Berechnungen und Roboter-Romantik zurückgreifen, spannt Once für die alles entscheidende Zusammenführung rund 250 sogenannte “Matchmaker” aus Fleisch und Blut ein. 

Sämtliche Basis-Funktionen bleiben laut Once kostenlos. Wer für das digitale Flirten zusätzliche Features nutzen möchte, kann sich diese mit der Once-Währung “Kronen” hinzukaufen. 

Dating-App Jaumo

Die Flirt-App Jaumo ist gebürtige Stuttgarterin und wurde 2011 von den beiden Freunden Jens Kammerer und Benjamin Roth ausgebrütet. Die Plattform schreibt sich das Prinzip des kostenlosen Flirtens groß auf die Fahnen. Bei Jaumo sollen sämtliche Basisfunktionen auch in Zukunft gratis bleiben. Die Kontaktaufnahme ist nicht wie bei vielen anderen Dating-Apps beschränkt. Damit können Singles so viele User anschreiben, wie sie wollen. Zwar können sich per „VIP-Mitgliedschaft“ oder dem Erwerb von „Coins“ nette Kleinigkeiten wie eine bessere Platzierung des Profils oder eine Lesebestätigung beim Nachrichtenversand gegönnt werden, allerdings sind diese Features nicht wirklich notwendig, um gepflegt zu flirten. Auch diese „Coins“ können durch bestimmte Aktionen wie Facebook-Likes oder mehrere Profilbilder gesammelt werden.

Das Unternehmen legt Wert darauf, datenschutzrechtliche Richtlinien zu befolgen und keine Angaben an Dritte weiterzureichen. Im Großen und Ganzen überzeugt Jaumo durch eine individuelle Profilgestaltung und vielfältige Suchfunktionen. Dank der „Zapping“-Funktion (Swipen nach dem Tinder-Prinzip) und der Umgebungssuche kann von unterwegs geflirtet werden.

Dating-App Zoosk

Die kostenlose App der amerikanischen Singlebörse Zoosk überzeugt vor allem durch ein übersichtliches Design und ein einfaches Handling. Während das Dating-Portal weltweit mit fast 38 Millionen Mitgliedern aufwartet, sind für Deutschland über eine halbe Million Mitglieder verzeichnet.

Eine nette Spielerei ist das „Flirt-Karussell“: Hier können Fotos anderer Mitglieder bewertet werden, wodurch Sie „Coins“ verdienen können, die Sie wiederum in virtuelle Geschenke oder Popup-Mitteilungen investieren dürfen. Das Feature „Smart Date“ hat sich Zoosk sogar patentieren lassen. Hier werden dem User im 24-Stunden-Takt Singles vorgeschlagen, die per Matching-System aus dem großen Pool gefischt wurden. Zoosk lässt sich innerhalb der Basisfunktionen kostenlos nutzen und folgt mit der Einführung eines „Coin“-Systems dem gängigen „Freemium-Prinzip“. Allerdings muss dem User klar sein, dass er schon für das Verschicken von Nachrichten zur Kasse gebeten wird. 

Vielleicht wird die Romantik durch das emsige Gewische und Geklicke ein wenig verscheucht, aber sie ist da. Denn alle Mitglieder suchen in der reinen Form das Gleiche: Zuneigung. | Text: Stefanie Steinbach