Grüne Allgäu kritisieren Fördergelder für Beschneiungsanlagen und Parkplätze

Natürlich grün statt künstlich weiß

Geht es nach den Grünen im Bayerischen Landtag sollte im Freistaat neu über die Förderung von Bergbahnen nachgedacht werden. Was die Partei stört, ist, dass ein erheblicher Anteil der Fördergelder nicht in die Sanierung von bestehenden Seibahnanlagen geht, sondern zu einem beträchtlichen Teil wohl für den Ausbau von Lift- und Beschneiungsanlagen verwendet wird. In einer Pressemitteilung fordert die Partei nun ein Umdenken von der Bayerischen Staatsregierung. Die Pressemitteillung der Grünen im Wortlaut:

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„Mehr Geld für Bahn und Bus, statt für Beschneiungsanlagen.", fordert der Allgäuer Grünenpolitiker Thomas Gehring (MdL).Bild: privat
Grüne fordern Neuausrichtung der Förderpolitik für Bergbahnen

Rund 75 Millionen Euro hat Bayern in den vergangenen zehn Jahren in Modernisierung und Ausbau von Liftanlagen gesteckt. Wie eine Anfrage der Grünen im Landtag ergab, sind nur rund 64 Prozent der Fördergelder in die Seilbahnen direkt, deren Modernisierung und barrierefreien Ausbau geflossen. Über ein Drittel kam nicht der Modernisierung von Seilbahnen zugute, sondern wurde zur Finanzierung von Beschneiungsanlagen oder auch Parkplätzen verwendet. Die Grünen kritisieren diese Förderpolitik, die nicht zu den Klimaschutzbekenntnissen der Staatsregierung passe.

Die Staatsregierung hat angekündigt, Bayern bis 2040 klimaneutral zu machen, Umweltminister Thorsten Glauber zählt in seinem Maßnahmenpaket zum Klimagesetz den Punkt „Klimaverträglicher Bergtourismus“ auf. „Das sind alles leere Phrasen, wenn die Staatsregierung trotz Klimakrise weiter Steuergelder in Schneekanonen steckt. Das ist kurzsichtig und blockiert zukunftsgerichtete Investitionen“, kritisiert Christian Zwanziger, tourismuspolitischer Sprecher der Grünen im Bayerischen Landtag.

Der Landkreis Oberallgäu habe in den vergangenen Jahren einen großen Anteil der Fördergelder für Seilbahnen bekommen. Fast 47 Millionen Euro stellte Thomas Gehring, Oberallgäuer Abgeordneter, fest. Das hatte zur Folge, dass die künstlich beschneite Fläche im Regierungsbezirk Schwaben von 2011 bis 2020 von 265,87 auf 322,51 Hektar angewachsen ist.

Das Programm zur Seilbahnförderung läuft Ende 2022 aus. Die Grünen fordern es nun dringend zu evaluieren und im Hinblick auf die Klimaziele und die zukünftigen Herausforderungen des Tourismus anzupassen.

Thomas Gehring: „In den Debatten um den Grünten sehen wir, wie dringend wir uns auf einen nachhaltigen Tourismus konzentrieren müssen. Alles andere schadet nicht nur der Umwelt und konterkariert Klimaschutzziele – auch die Bevölkerung trägt das nicht mehr mit.“ Besonders die Verkehrsproblematik gelte es schnell anzugehen. „Statt in Kunstschnee und Parkplätze sollten wir die Gelder lieber in funktionierende Angebote zur Anreise mit Bus und Bahn stecken sowie in eine Besucherlenkung, etwa für einen „klimaverträglichen Bergtourismus“ am „Winter- und Sommerbergsteigerberg Grünten“, so Gehring.

Zur Erläuterung:
Der Freistaat fördert Seilbahn- und Beschneiungsanlagen aus dem Bayerischen Regionalen Förderprogramm, der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" und seit 2009 vor allem aus den „Richtlinien zur Förderung von Seilbahnen und Nebenanlagen in kleinen Skigebieten“, der sogenannten Seilbahnförderung.