Hautpflegetipps für ein frisch gestochenes Tattoo

Für lange Farbfreude

Endlich ist es vollbracht: Sie haben sich ein Tattoo stechen lassen! Doch wie kann das Kunstwerk nun optimal gepflegt werden, damit es nicht nur möglichst lange schön und ansehnlich bleibt, sondern auch noch perfekt abheilt?

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Bild: Adobe Stock, Artem Markin
Tattoos sind weiterhin im Trend: Laut einer aktuellen Umfrage der Apotheken Umschau ist mehr als jeder fünfte Bundesbürger tätowiert – damit hat sich der Anteil der Tätowierten in den letzten sieben Jahren fast verdoppelt! Mit dem Stechen ist es allerdings nicht getan, vielmehr bedarf es vor allem im Anschluss einer intensiven Pflege.

Was beim Tätowieren passiert

Zunächst einmal stechen spezielle Tätowiermaschinen bis zu 10.000 Mal pro Minute die Haut mit Dutzenden von Nadelstichen und bringen Farbpigmente in die sogenannte Lederhaut. Dies führt zu vielen kleinen Wunden, die quasi wie eine Hautabschürfung wirken und dementsprechend heilen müssen. Damit dabei nicht die Konturen und Farben verwaschen, ist eine korrekte Pflege unabdingbar.

Wie pflegt man ein neues Tattoo?

Direkt nach dem Stechen versorgt der Tätowierer die Wunde, indem er sie mit einer desinfizierenden Salbe bedeckt und mit einer luftdurchlässigen, sterilen Folie verschließt. Nach acht Stunden, in denen Sie lockere Kleidung tragen sollten, kann dieser Wundverband dann entfernt werden. 

Um das frisch gestochene Kunstwerk zu reinigen, können Sie jetzt klares Wasser darüber laufen lassen und es mit einer speziellen Tattoo-Seife waschen. Parfümierte Seifen und irritierende Substanzen sind hierbei nicht ideal, da die Haut empfindlicher ist als sonst. Im Anschluss sollte das Tattoo mit einem nicht fusselnden Papiertuch trocken getupft werden.

Cremen, cremen, cremen!

Für den Heilungsprozess ist dann eine gute Creme unabdingbar. Hierbei bieten sich Wund- und Heilsalben an, die dann dreimal täglich vorsichtig und mit sauberen Händen in dünnen Schichten auf das neue Tattoo aufzutragen sind. Die Creme sollte desinfizieren und Entzündungen vorbeugen, dabei aber wenig Fett enthalten. Ein zu hoher Fettgehalt weicht nämlich die Wunde auf und führt zum Verwaschen der Farben. Tattoo-Studios verkaufen auch Salben, die speziell für die Tattoo-Pflege entwickelt wurden. 

Auf keinen Fall kratzen!

So unangenehm es auch ist: Wenn die Hautstelle juckt, dann sollten Sie nicht daran kratzen. Juckende Haut und Verkrustungen sind nämlich Teil des normalen Heilungsprozesses – es ist sogar sehr wichtig, dass sich die abgestorbene Haut des Tattoos ablöst. Vor allem sollte die Kruste nicht abgelöst werden, weil das die Narbenbildung fördert.

Der beste Zeitpunkt

Profis halten den Frühling oder den Herbst am geeignetsten zum Stechen eines Tattoos – schließlich ist es dann weder zu warm noch zu kalt. Im Sommer und Winter könnten dagegen Probleme auftreten: Durch die leichte Bekleidung in der Sommerzeit kann das frische Tattoo nur schwer vor der Sonne geschützt werden, im Winter verursacht dicke Kleidung am neuen Tattoo eventuell Reibung und verzögert so die Heilung. 

Was ist mit Sport?

Ein neues Tattoo braucht Pflege und Ruhe, um zu heilen – daher sollten Sie sich zu Anfang keineswegs überanstrengen. Das Tattoo droht dann nämlich zu schuppen und schlecht zu verheilen. Auch Schweiß ist Gift für das frisch gestochene Tattoo! Ebenso sollte auf Schwimmen aufgrund des im Wasser enthaltenen Chlors sowie auf langes Duschen oder Baden verzichtet werden.

Wie lange die Heilung dauert

Ein Tattoo braucht je nach Größe zwischen zwei Wochen und drei Monaten, um wirklich vollständig zu heilen – jeder Körper reagiert hierbei individuell. Brennt die Haut bei Kontakt mit salzigem Wasser, sind noch offene Wunden vorhanden. Jedoch endet die Tattoo-Pflege auch nach dem Abheilen nicht: Damit das Tattoo so lange wie möglich gut aussieht, bedarf es andauernder Pflege mit Sonnen- und Feuchtigkeitscreme, um das Verbleichen der Tätowierung zu verhindern. 

Gefährliche UV-Strahlung

Sonnenschutz ist demnach besonders wichtig: Da UV-Strahlen die Farbe leicht verblassen lassen können, sollte das Tattoo nicht zu lange dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden. Die Haut über Tattoos verbrennt nämlich schneller als normale Haut, ein Sonnenbrand führt darüber hinaus zu unscharfen Konturen. Daher immer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor oder gar einen speziellen Tattoo-Sonnenschutz auftragen. In den ersten drei Monaten nach dem Stechen sollte der direkte Kontakt mit der Sonne sogar komplett vermieden werden! Auch Saunagänge sind in dieser Zeit tabu, weil dort eine erhöhte Infektionsgefahr besteht. 

Es gibt also einiges zu beachten, jedoch zahlt sich eine umfangreiche Pflege natürlich auch aus. Was Sie speziell in den ersten Wochen nach dem Stechen beachten müssen, ist hier noch einmal kurz und knackig zusammengefasst. |Text: Vera Mergle

Do‘s und Dont‘s bei der Tattoo-Pflege

Do‘s
  • Mindestens zwei Mal täglich eincremen
  • Wunde vor Schmutz und Staub schützen
  • Weite, fusselfreie Kleidung tragen
  • Auf saubere Bettwäsche achten
  • Tattoo vor UV-Strahlung schützen
  • Möglichst schnell duschen
Dont‘s
  • Kratzen oder Schorf entfernen
  • Kontakt mit Schmuckstücken oder Tieren
  • Zu lange und ohne Schutz in der Sonne liegen
  • Saunabesuche und heiße, lange Bäder
  • Schwimmen gehen
  • Anstrengenden Sport treiben