Jugendbeauftragte im Landkreis Augsburg: 42 Kommunen setzen auf junge Stimmen

Neue Qualifizierungsreihe der Kommunalen Jugendarbeit soll Jugendbeauftragte für ihre Aufgaben stärken und die Beteiligung junger Menschen vor Ort verbessern

Junge Menschen sollen in den Städten und Gemeinden des Landkreises Augsburg stärker gehört und in kommunale Entscheidungen einbezogen werden. Dafür setzen inzwischen 42 von 46 Kommunen auf eigene Jugendbeauftragte. Die neu benannten Mandatsträger sind jetzt bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung offiziell in ihre Aufgabe gestartet.

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Bild: Julia Pietsch
Organisiert wurde das Treffen von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Augsburg. Sie wird die ehrenamtlichen Jugendbeauftragten künftig nicht nur beraten, sondern auch miteinander vernetzen und mit gezielten Fortbildungen auf ihre Aufgaben vorbereiten.

Die Jugendbeauftragten sind Mitglieder der jeweiligen Stadt- oder Gemeinderäte und übernehmen ihre Funktion zusätzlich zu ihrem kommunalpolitischen Ehrenamt.

Jugendpolitik beginnt vor Ort

Für Landrat Martin Sailer spielt die kommunale Ebene eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, die Interessen junger Menschen in politische Prozesse einzubringen. Jugendpolitik finde nicht nur auf Landes- oder Bundesebene statt, sondern beginne unmittelbar in den Gemeinden.

Die Jugendbeauftragten sollen deshalb dafür sorgen, dass Kinder und Jugendliche feste Ansprechpartner vor Ort haben und ihre Anliegen in die Kommunalpolitik eingebracht werden können. Sailer begrüßte, dass sich bereits 42 der insgesamt 46 Kommunen im Landkreis beteiligt haben, und verband dies mit der Hoffnung, dass auch die noch fehlenden Gemeinden künftig Jugendbeauftragte benennen.

Mehr als eine reine Kontaktstelle

Das Aufgabenfeld der Jugendbeauftragten reicht über die reine Vermittlung von Anliegen hinaus. Sie können als Sprachrohr, Vermittler und Impulsgeber für junge Menschen fungieren.

Zu ihren möglichen Aufgaben gehören unter anderem:
  • Kontakte zu Jugendgruppen, Vereinen und Verbänden aufbauen,
  • Anliegen von Kindern und Jugendlichen in die kommunalen Gremien einbringen,
  • Beteiligungsangebote unterstützen,
  • Impulse für jugendgerechte Angebote geben,
  • bei der Entwicklung geeigneter Jugendräume mitwirken und
  • den Austausch zwischen jungen Menschen und Kommunalpolitik fördern.
  • In mehreren Gemeinden des Landkreises wird dieses Ehrenamt bereits seit Jahren praktiziert.
Jugend und Demokratie auch auf Landesebene im Fokus

Die stärkere Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungsprozessen ist derzeit auch auf Landesebene ein Thema. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung richtete sich Manuel Knoll, der Ende September erstmals das neu geschaffene Amt des bayerischen Staatsministers für Jugend und Demokratie übernommen hat, mit einem Dank an die Jugendbeauftragten.

Auch Landrat Sailer verwies auf die Bedeutung dieser Entwicklung. Die Einrichtung eines eigenen Ministeriums zeige, welche Rolle die Frage spiele, wie junge Menschen stärker an demokratischen Prozessen beteiligt werden können. Auf kommunaler Ebene seien mit den Jugendbeauftragten bereits entsprechende Strukturen vorhanden.

Landkreis startet eigene Qualifizierungsreihe

Damit die neuen Jugendbeauftragten ihre Aufgaben möglichst praxisnah wahrnehmen können, hat die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Augsburg eine mehrmonatige Qualifizierungsreihe entwickelt.

In verschiedenen Modulen geht es um konkrete Fragestellungen aus dem kommunalen Alltag. Behandelt werden unter anderem:
  • Grundlagen der kommunalen Jugendarbeit,
  • Möglichkeiten der Jugendbeteiligung,
  • rechtliche Fragestellungen,
  • Schutzkonzepte,
  • Ferienprogramme,
  • Jugendtreffs und
  • die Gestaltung jugendgerechter Räume.
Auch der Austausch untereinander soll eine wichtige Rolle spielen. Die Jugendbeauftragten sollen voneinander lernen, Erfahrungen weitergeben und erfolgreiche Beispiele aus ihren Kommunen teilen können.

Netzwerk für Jugendbeteiligung soll entstehen

Monika Seiler-Deffner von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises Augsburg sieht in der Qualifizierungsreihe deshalb nicht nur eine Möglichkeit zur Wissensvermittlung. Die Jugendbeauftragten sollen konkrete Werkzeuge für ihre Arbeit erhalten und gleichzeitig ein dauerhaftes Netzwerk aufbauen.

Damit sollen die kommunalen Ansprechpartner in die Lage versetzt werden, Jugendbeteiligung vor Ort aktiv zu gestalten und den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen zu stärken.

Junge Menschen, die ein Anliegen haben oder wissen möchten, wer in ihrer Gemeinde für ihre Fragen und Ideen zuständig ist, können sich direkt an ihre jeweilige Kommune oder an die Kommunale Jugendarbeit des Landkreises Augsburg wenden.