Lust an öffentlichen Plätzen: Was ist erlaubt?

Liebe unter freiem Himmel ist für viele reizvoll

Es ist wie Tiefseetauchen, Bungeejumping und Formel 1 in einem: Liebe im Freien ist belebend für die Beziehung, eine willkommene Abwechslung und schweißt Paare noch mehr zusammen. Laut einer aktuellen Studie hat fast jeder (95 Prozent) schon einmal von luftiger Liebe unter dem Sternenzelt geträumt. 90 Prozent sollen es sogar schon ausprobiert haben. Aber ist das überhaupt erlaubt? Gibt es rechtliche Unterschiede, wenn wir uns für den Kinosaal anstatt für das Zelt in der Pampa entscheiden?

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Bild: stock.adobe.com

Das Warum

Es ächzt das Bett im fast lähmenden, immer wiederkehrendes Rhythmus. Die unterschiedlichsten Räume, Gegenstände und Elektrogeräte wurden bereits mehrfach inspiziert. Wenn in den heimischen vier Wänden wortwörtlich die Luft raus ist, streben viele Paare nach einer erquickenden und aufregenden Brise, die ihnen ums entblößte Hinterteil weht. 
Outdoor-Schäferstündchen sind laut einer Umfrage von 2016 die beliebteste erotische Fantasie der Deutschen. Fast ein Drittel der Befragten wollen einmal unter freiem Himmel Sex haben, wie das Meinungsforschungsinstitut Mafo.de im Auftrag des Magazins „Playboy“ repräsentativ ermittelte. Der Lieblingsort vieler wäre dabei der Strand – und zwar für 68,4 Prozent der Frauen und 57,4 Prozent der Männer1. 
Der Reiz des Verbotenen schlummert in jedem von uns. Kein Wunder, dass das „Freilichtpimpern“ einen nicht unbeachtlichen Adrenalinkick mit sich bringt und somit die viel zu festen Ketten des Alltags sprengt. Also alle raus, könnten wir jetzt appellieren, aber ist diese explosive Freizeitgestaltung denn überhaupt erlaubt?

Rechtliches

Die gute Nachricht ist: Wer sich wirklich bemüht, unentdeckt zu bleiben, muss nicht unbedingt mit einer Strafe rechnen. Zwar wird der Einzelfall bewertet, doch wenn ein Paar beispielsweise im Auto die Fenster verdeckt oder an eine Stelle geht, an der sie sehr gut vor neugierigen Blicken geschützt sind, steht dem Liebesspiel prinzipiell nichts im Wege.

Weniger gut: Im Fahrstuhl oder im Kinosaal. Sie merken, worauf wir hinauswollen.
Wer es ohne Hemmungen drauf anlegt und gewillt einsehbar die Hosen runterlässt, macht sich strafbar. Diese “Erregung öffentlichen Ärgernisses” zählt als Belästigung und kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer ansehnlichen Geldstrafe geahndet werden. Vorraussetzung: Sie müssen in flagranti dabei erwischt werden, was im Fahrstuhl wesentlich wahrscheinlicher ist als auf einem verlassenen Hinterhof. 

Für Mieter:

Liebe auf einer einsehbaren Terrasse oder im Garten kann zu einer Abmahnung führen, wenn der Vermieter den Hausfrieden dadurch gestört sieht.
Übrigens: Beim Sex im Freien beobachtet zu werden, liegt laut der Umfrage nicht hoch im Kurs. Mit gerade einmal 3,9 Prozent ist es die am wenigsten verbreitete erotische Fantasie hierzulande.

Tipps

Gut gemachter und seriöser Outdoor -Sex ist das Ziel. Wir wollen niemanden verärgern und das Erlebnis der besonderen Art in guter Erinnerung behalten. Hier ein paar prickelnde Tipps im Überblick.

1. Im Auto geht immer
Parken Sie an einer einsamen Lichtung oder suchen sich ein verlassenes Fleckchen Erde mit einer schönen Aussicht. Auch ohne heimisches Bettgeflüster bietet das Gefährt noch am meisten Schutz vor Blicken, ohne dabei zu prüde zu wirken. Gut geeignet: Reiter-Stellung. Yeeha.

2. In der Umkleidekabine
Für Fortgeschrittene. Lässt sich abchließen und bietet Ihnen eine eigene kleine Welt in der breiten Öffentlichkeit. Nur allzu laut sollten Sie nicht die Korken knallen lassen. Es hört jeder mit. Bitte leise und lustvoll genießen, sonst kann es Ärger geben. Gilt auch für Toilettenkabinen: Bitte sauber hinterlassen!

3. Der Wald ruft 
Hier gibt es viele Büsche, Bäume und versteckte Ecken. Aber: Laufen Sie bitte nicht vollkommen nackig durch den Wald. Familien und Sportler sind auch an abgelegenen Wegen anzutreffen. Makaber aber wertvoll: Nicht während der Jagdsaison!

4. Vorsicht vor Zecken! 
Ermitteln Sie mit der Landkarte vom Robert-Koch-Institut die FSME-Risikogebiete. Eine Gefahr besteht u. a. hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg. 

5. Obacht vor Sonnenbrand
Beim erotischen Akt im Freien wird es in zweierlei Hinsicht heiß. Vorher eincremen…vielleicht sogar gegenseitig. 

6. Korn um Korn
Auch wenn der Strand ein sexueller Sehnsuchtsort von uns zu sein scheint: Nehmen Sie lieber eine geeignete Unterlage mit. Denn die kleinen Körner finden jede Nische Ihres Körpers. Jede.