Montessori-Schüler aus Dinkelscherben überqueren die Alpen in sechs Tagen

Elf Schülerinnen und Schüler bewältigen 5.100 Höhenmeter bergauf und 6.400 Höhenmeter bergab – von Oberstdorf bis nach Vernagt in Südtirol

Sechs Tage, drei Länder und mehr als 11.000 Höhenmeter

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Bild: Montessori Elternverein Augsburg-Westliche Wälder e.V.
Eine Alpenüberquerung ist auch für erfahrene Wanderer eine Herausforderung. Für elf Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse der Montessori-Schule Dinkelscherben wurde sie zum besonderen Abschluss der Sommerferien. Gemeinsam mit vier Begleitpersonen legten die Jugendlichen in sechs Tagen die Strecke von Oberstdorf bis zum Stausee von Vernagt in Südtirol zurück.

Dabei kamen rund 5.100 Höhenmeter im Aufstieg und 6.400 Höhenmeter im Abstieg zusammen. Die Route führte die Gruppe durch drei Länder und über zahlreiche hochalpine Übergänge und Gipfel.

Von Oberstdorf über das Mädelejoch nach Österreich

Bereits die erste Etappe hatte es in sich. Von Oberstdorf aus stieg die Gruppe zur Kemptner Hütte auf 1.845 Metern auf. Über das Mädelejoch ging es anschließend weiter nach Österreich.

Unterwegs warteten unter anderem beeindruckende Wasserfälle und die rund 300 Meter lange Hängebrücke bei Holzgau auf die Jugendlichen. Danach folgte der nächste anspruchsvolle Aufstieg zum Kaiserjochhaus auf 2.310 Metern.

In den folgenden Tagen wurde die Tour zunehmend anspruchsvoller. Mit Rucksäcken auf dem Rücken bestieg die Gruppe unter anderem den Malatschkopf und bewältigte lange Auf- und Abstiege.

Gewitter, Schnee und fast 3.000 Meter Höhe

Eine besondere Herausforderung stellte der Weg zur Braunschweiger Hütte auf 2.759 Metern dar. Die Schülerinnen und Schüler erreichten die Hütte gerade noch rechtzeitig, bevor ein Gewitter mit Regen und Schnee über die Berge zog.

Am nächsten Morgen setzte die Gruppe ihren Weg bei Nebel und teilweise verschneiten Wegen fort. Über das Pitztaler Jöchl auf 2.996 Metern führte die Route weiter. Damit erreichten die Jugendlichen eine Höhe, die sogar über dem Gipfel der Zugspitze, Deutschlands höchstem Berg, liegt.

Anschließend ging es über Hochsölden und Vent zur Martin-Busch-Hütte.

Zum Abschluss über das Niederjoch nach Südtirol

Auch am sechsten und letzten Tag blieb die Tour anspruchsvoll. Mit dem 3.019 Meter hohen Niederjoch stand noch einmal ein hochalpiner Übergang auf dem Programm.

Auf dem Weg kam die Gruppe außerdem an der Fundstelle des berühmten „Ötzi“ vorbei. Über die Similaunhütte führte die letzte große Abstiegsstrecke schließlich hinunter ins Südtiroler Schnalstal.

Ziel der Alpenüberquerung war der Stausee von Vernagt.

Gemeinsam über Grenzen hinauswachsen

Für die Jugendlichen ging es bei der Tour allerdings um mehr als zurückgelegte Kilometer und Höhenmeter. Die sechs Tage verlangten Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Unterstützung.

Gerade unter den anspruchsvollen Bedingungen in den Bergen war die Gruppe darauf angewiesen, aufeinander zu achten und gemeinsam Lösungen zu finden. Am Ende überwog bei den Schülerinnen und Schülern die Freude über das Erreichte. Die Strapazen seien die vielen besonderen Momente wert gewesen – und die Erlebnisse der Alpenüberquerung dürften noch lange in Erinnerung bleiben.

Tour erstmals auf Instagram begleitet

Auch diejenigen, die nicht selbst dabei waren, konnten die Alpenüberquerung verfolgen. Eltern, Mitschülerinnen und Mitschüler sowie weitere Interessierte hatten in diesem Jahr erstmals die Möglichkeit, die Tour über den Instagram-Kanal der Montessori-Schule Dinkelscherben mitzuerleben.

Unterstützt wurde die Reise zudem von der Schöffelstiftung. Sie übernahm die Kosten für das erste gemeinsame Abendessen auf der Kemptner Hütte sowie für die Busfahrt zurück nach Hause.