Sauna und Whirlpool im eigenen Zuhause

Wellness so nah statt fern

Nicht erst durch Corona ist ein bisschen Luxus in den eigenen vier Wänden wichtiger geworden. Doch die vergangenen Monate haben uns gezeigt, dass das Wohlfühlen zu Hause einen besonderen Stellenwert bekommen kann. Gerade in Zeiten, in welchen man nicht ohne weiteres in den Urlaub fahren oder fliegen kann, müssen Alternativen her. Und das spürt vor allem die Wellnessbranche und zwar jene, welche sich um die richtige Entspannung in nächster Nähe kümmert. Und zwar unter dem eigenen Dach.

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Bild: stock.adobe / bernardbodo
Die wohlige Wärme einer Sauna genießen, den Stress rausschwitzen, danach unter die kalte Dusche und in den entspannenden Whirlpool legen. Klingt nach dem perfekten Tag im Wellnessresort. Oder eben auch nicht – denn warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch so nah sein kann. Die Branche erlebt einen regelrechten Boom, vor allem auch deshalb, weil nahezu jede Möglichkeit für Baden, Saunieren und Co. monatelang unmöglich war. Lieferzeiten von über einem halben Jahr sind keine Seltenheit, teils nehmen Hersteller und Installateure sogar aktuell keine Neuaufträge mehr an. Der Bundesfachverband Saunabau, Infrarot- und Dampfbad mit Sitz in Wiesbaden veröffentlichte Zahlen und konnte eine Steigerung von 36,8 Prozent seit Beginn der Coronakrise verzeichnen. Die sonst übliche Sommerpause, welche bei Produzenten nahezu normal ist, ist aktuell kein Thema. Das Personal arbeitet durch, um die Aufträge abzuwickeln und den vielen Kunden auf Wellnessentzug ein wenig Glückseligkeit zu liefern. Wurden früher z.B. in einem Unternehmen ganzjährig um die 1.000 Saunakabinen produziert, sind es heute oftmals schon 1.500 oder mehr. Und das zur Jahreshalbzeit. 

Doch nicht nur im „Schwitz-Metier“ sind die Auftragsbücher voll, auch Poolbauer kommen kaum hinterher. In diesem Jahr noch einen Pool in den eigenen Garten setzen lassen? Wer dies nicht bereits letztes Jahr beauftragt hat, hat heuer keine Chance mehr. „Keine Kapazitäten mehr“ heißt es nahezu durchgehend, wenn man sich um einen Termin bemüht. Dabei haben sich Poolbauer in weiser Voraussicht häufig bereits vor 12 Monaten für die Saison 2021 mit deutlich mehr Material eingedeckt. Und trotzdem heißt es für viele Poolfans warten bis zum nächsten Jahr. Das Geld scheint bei vielen also lockerer zu sitzen, denn für das Plantschen zu Hause werden im Schnitt nicht weniger als 25.000 Euro fällig. Natürlich nichts für jeden Geldbeutel darum sind auch Plantschbecken bzw. mobile Lösungen eine Option. Doch auch hier können die Lieferzeiten bei bestimmten Produkten lang sein. Wer sich nun – auch für die Zeit nach Corona – doch noch für einen Wellnesstempel at home entscheidet, steht erst einmal vor vielen Fragezeichen. Welche Lösungen gibt es überhaupt? Welches Budget muss eingeplant werden? Und welche Lösung ist die jeweils individuell richtige? Wir klären auf. 

Rund um die Sauna

Wohin?

Die Standortwahl ist individuell, ganz nach den jeweiligen Voraussetzungen. Eine ganz klassische Variante, auch als finnische Sauna bekannt, ist gut für eine Inneninstallation geeignet. Hier kommt es zwar zu hohen Temperaturen von 80 bis 100 Grad, jedoch ist die Luftfeuchtigkeit gering. Das ist gut für Wand und Boden und somit besser als eine Niedrigtemperatur-, Dampf- oder Biosauna. Bei letzteren sollte man sich also lieber für den Garten entscheiden, um das Mauerwerk innen nicht unnötig zu belasten und Schimmelbildung zu vermeiden. 

Denn gerade Schimmel und Feuchtigkeit sind ein unterschätztes Problem und viele entscheiden sich für den Standort Keller. Doch Vorsicht: Eine oftmals unzureichende Wärmedämmung im Keller führt dazu, dass die Feuchtigkeit, welche beim Saunieren entsteht, an der erkalteten Wand als Kondenswasser zurückbleibt. Das Mauerwerk durchfeuchtet und die Bausubstanz leidet. Wichtig ist daher immer eine ausreichende Belüftung in Kombination mit der richtigen Dämmung. Der Einbau eines Be- und Entlüftungssystems kann Problemen vorbeugen. 

Was beachten?

Grundsätzlich ist für den Einbau einer Indoor-Sauna keine Baugenehmigung notwendig. Die Planung sollte jedoch natürlich an die jeweiligen Anforderungen angepasst sein, also auch Statik und Infrastruktur von Strom bis Wasser und Belüftung muss geklärt sein. Anders sieht bei der Sauna im Garten aus, hier muss unter Umständen ein Bauantrag eingereicht werden. Die Bauämter in den jeweiligen Rathäusern können hier Auskunft geben. Zur groben Orientierung: innerhalb einer Siedlung muss ab 75 m³ Rauminhalt in Bayern die Behörde eine entsprechende Genehmigung erteilen, außerhalb einer Siedlung immer. 

Welches Material?

Echte Saunaexperten setzen für das Grundkonstrukt auf nordische Fichte oder kanadische Hemlocktanne. Durch ihren regionalen Ursprung sind diese Hölzer klimatisch schwierige Bedingungen gewohnt und ertragen entsprechend viel. Wichtig ist in jedem Falle ausreichend festes und hartes Material. Im Innenleben sollte es Holz mit geringer Wärmeleitfähigkeit sein, damit die Sitzflächen nicht zu heiß werden. Pappel-, Linden- oder Espenholz ist hier eine gute Wahl. Ein renommierte Hersteller, wird jedoch keine Kompromisse bei den Rohstoffen machen, Sie können sich hier in der Regel auf die Expertise verlassen.  

Welcher Ofen?

Grundsätzlich haben Sie die Wahl zwischen Holz-, Kombi-, Elektro- oder Gasofen. Unterschiede gibt es hierbei beim Energieverbrauch und auch der Art, wie die Hitze im Raum entsteht und sich verbreitet. Ist Ihr Saunastandort der Garten, macht ein Holzofen Sinn. Innerhalb sollte ein Elektroofen zum Einsatz kommen. Ein Starkstromanschluss ist ebenfalls Voraussetzung, hier ist ein Fachmann erforderlich. Dieser kann jedoch ebenfalls die Installation des Ofens übernehmen. Die Leistung des Ofens sollte übrigens unbedingt an die Größe der Sauna angepasst werden. Beispiel: 4,5 Kubikmeter große Sauna bedeutet ein Ofen mit einer Leistung von ca. sechs Kilowatt (kW). Bei acht bis zwölf Kubikmeter sollte die Leistung bereits 7,5 Kilowatt (kW) liegen. Darüber hinaus, bis14 Kubikmeter, sind 9-kW-Öfen ratsam. 

Wie viel Budget?

Wie bei nahezu allem: nach oben gibt es kaum Grenzen. Eine durchschnittliche Fertigsauna ist für ca. 5.000 Euro zu haben, wer sich an einen Bausatz machen will, legt dafür zwischen 1.500 und 10.000 Euro auf den Tisch. Pro Saunagang kommen Kosten in Höhe von ca. zwei bis vier Euro auf den Besitzer zu. 


TRENDYone-Tipp:

Sie wollen erst einmal testen, ob eine Sauna zu Hause für Sie etwas wäre? Oder Sie haben schlichtweg nicht den Platz oder das Budget, für eine dauerhafte Lösung? Wie wäre es mit einer Sauna to Go? Hier können ganz flexibel einzelne Tage gebucht werden, an welchen die Sauna dann direkt vor der Haustür oder im Garten Entspannung ermöglicht. Ab 25 Euro pro Tag (bei entsprechend langer Mietdauer) ist dies möglich, ein ganzes Wochenende gibt’s bereits ab 230 Euro. Im Mietpreis enthalten ist dann das Rundum-Sorglos-Paket inklusive Aufgüsse, Brennholz, Beleuchtung und Co. Für die Anlieferung, welche meist pro Kilometer abgerechnet wird, muss ein entsprechend breiter Weg zur Verfügung stehen. Die Saunen haben Maße von ca. 2,20 m Breite, 6 m Länge und 4 m Höhe. 


Rund um den Whirlpool


Wohin?

Natürlich ist der eigene Garten die perfekte Voraussetzung. Doch auch auf einem Balkon kann ein Whirlpool funktionieren, hier ist jedoch die unbedingte Voraussetzung die passende Statik. Zudem sollte für das Befüllen und Ablassen des Wassers

eine entsprechende Infrastruktur bestehen. Der Standort sollte zudem die entstehende Luftfeuchtigkeit gut ertragen, also eingebettet in Mauern oder zu enge Nischen eher meiden. Auch Indoor ist ein Whirlpool möglich! Hier ist es jedoch wichtig, dass die Oberflächentemperatur der Wände, Fenster und Decken nicht mehr als 3 Grad von der Raumtemperatur unterscheidet. Dafür essenziell: die richtige Wärmedämmung. 

Was beachten?

Grundsätzlich ist das Aufstellen eines Pools unbürokratisch möglich. Um jedoch eventuellen Ärger, vor allem mit den Nachbarn, zu vermeiden, lohnt sich eine Nachfrage beim zuständigen Bauamt. 

Welche Ausführung? 

Wie groß, wie klein, eckig oder rund – das ist individueller Gusto. Eine Grundsätzliche Überlegung sollte sein, wie viele Personen den Pool meist nutzen werden. Kleine Lösungen für zwei Personen sind ebenso möglich, wie Größen für sechs Personen oder mehr. Im Regelfall ist man mit einer Größe für vier bis sechs Personen gut bedient, denn hier kann man auch mal mit Freunden oder Familie Badespaß genießen. 

Welches Material?

Hier kommt es auf die richtige Qualität an, darum ist eine Beratung beim Fachhändler eine gute Entscheidung. Mobile bzw. aufblasbare Lösungen überzeugen durch maximale Flexibilität, die Haltbarkeit des Materials ist aber häufig deutlich geringer, als bei fest installierten Lösungen. 

Wie viel Budget?

Aufblasbare Varianten sind bereits ab ca. 500 Euro zu bekommen. Aktuell sind diese jedoch nahezu überall ausverkauft oder mit entsprechend langen Wartezeiten versehen. Eingebaute Whirlpools schlagen schnell mit mehreren tausend Euro zu Buche, Einsteigergeräte beginnen zwischen 2.000 und 5.000 Euro. Im Premiumsegment werden ca. 10.000 Euro fällig, hier fehlt es dann aber an kaum einer Ausstattung. 

FAZIT: 

Ein Wellnesstempel zu Hause ist der Traum vieler. Die Anschaffungskosten amortisieren sich häufig durch wegfallende Wellnessurlaube relativ zeitnah, doch im Blick behalten sollte man den stetigen Unterhalt für die einzelnen Module. Auch mit wenig Platz lassen sich tolle Lösungen verwirklichen, darum sind Sauna und Whirlpool öfter möglich, als man denkt. Wer seine Entscheidung pro Sauna noch nicht getroffen hat, kann mit Mietmodellen die Zeit bis zum finalen Ja oder Nein überbrücken.