Tipps fürs Wintergrillen: Leckere Rezepte für Grillschmankerl im Winter

Winterliches Grillvergnügen: Der besondere Genuss bei Eis und Schnee

Die Grillsaison war vor einigen Jahren noch auf den Sommer beschränkt, doch das Grillen im Winter wird immer beliebter. Während es früher zur kalten Jahreszeit noch problematisch war Holzkohle zu finden, steht dem gemeinsamen Genusserlebnis in der Kälte heute nichts mehr im Weg. Doch wie wird aus dem Barbecue ein ganz besonderes Erlebnis und auf was sollte man achten?

Der Kugelgrill wurde im Winter erfunden

Bevor es den auf der ganzen Welt bekannten Kugelgrill gab, waren gemauerte Grills üblich. Zudem war es vor allem bei schlechtem Wetter und bei kalten Temperaturen sehr schwierig, eine gleichmäßige Wärmeverteilung und eine hohe Temperatur im Grill zu erreichen. Da das Grillen so keine Freude bereitete, sägte George Stephen in der Nähe von Chicago, Mitte des 20. Jahrhunderts eine alte Schiffsboje in zwei Teile und legte einen Rost in die Mitte, die Halbkugel oben konnte als Deckel genutzt werden. Durch eine Bohrung von Löchern in beide Teile wurde aus dem Prototypen ein Großserienprodukt, denn durch den entstehenden Kamineffekt konnte nun auch bei kalten Temperaturen eine ausreichende Hitze erzeugt werden. Mit dem aufsetzbaren Deckel spielte auch das Wetter kaum mehr eine Rolle.

Ein Stück deutsche Grillkultur

Während von den alten Römern Grillroste aus dem vierten Jahrhundert bekannt sind, wird in Deutschland erst seit den siebziger Jahren kräftig angeheizt. Die deutsche Grillkultur ist damit sehr jung. Nur vereinzelt hat man vor einigen Jahren im Winter Rauchsäulen von hartgesottenen Grillfans aufsteigen sehen, doch die Bratwurst vom Grill schmeckt schließlich auch im Winter gut, zum Beispiel auf dem Weihnachtsmarkt. Jedoch bietet das Wintergrillen noch eine weitaus größere Vielfalt, als nur klassische Wurst vom Rost.

Gute Vorbereitung ist wichtig

Das Flair des Wintergrillens macht nicht nur die Zubereitung im Freien aus, sondern auch das anschließende Essen. Wer draußen lediglich seine Speisen auf dem Grill zubereiten möchte und anschließend in der warmen Stube tafelt, der braucht keine besondere Planung. Für alle anderen ist das richtige Timing sehr wichtig, die Zubereitungszeiten sollten exakt aufeinander abgestimmt werden, denn auch kalte Beilagen sollten bei Minusgraden nicht länger als nötig draußen stehen. Damit die Speisen auf den Tellern nicht auskühlen, sollten letztere im Ofen vorgewärmt werden. Um das Auskühlen des eigenen Körpers zu verhindern, ist es neben der entsprechenden Kleiderwahl empfehlenswert, mit Decken und warmen Getränken vorzusorgen. Wer die Möglichkeit hat, kann auch mit einem Lagerfeuer, Feuerkorb oder Heizstrahler für eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre sorgen.

Das richtige Grillgerät

Im Winter kann - genau wie im Sommer - mit Elektrogrills, Holzkohlegrills oder Gasgrills gegrillt werden. Bei allen Grills ist nun jedoch ein Deckel wichtig, denn bei sehr kalten Temperaturen kann sich nur unter diesem eine ausreichende Hitze bilden, die das Grillgut durchgaren lässt. Wer nur einen Grill ohne Haube besitzt und das Wintergrillen lediglich einmal ausprobieren möchte, kann sich mit umgedrehten Aluminiumschalen behelfen, die in größeren Supermärkten erhältlich sind. Damit lassen sich Klassiker wie Steaks, Bratwurst oder Gemüse problemlos zubereiten. Das Grillgut sollte in diesem Fall jedoch in kleinen Stücken gegart werden.

Wer einen Kohlegrill sein Eigen nennt, sollte etwas mehr Kohle in den Grill geben als im Sommer, da die Hitze schneller verfliegt. Außerdem muss die Luftzufuhr komplett geöffnet werden. Beim Gasgrill gilt es zu beachten, dass Butangas ungeeignet ist, da dieses rasch gefrieren kann. Propangas ist zwar unempfindlicher, doch da Gasflaschen beim Entladen zusätzlich kühlen, sollte eine zweite Ersatzflasche bei normaler Raumtemperatur vorgehalten werden. Als Luxusvariante gibt es auch Gasflaschenheizungen, welche das Wechseln der Flasche überflüssig machen.

Der Winter bringt seine eigenen Rezepte mit

Im Winter sind kalte Salate als Beilagen nicht unbedingt geeignet. Auch auf ein kaltes Dessert hat kaum jemand Lust. Warme Grillkartoffeln und ein mit Zimt gewürzter Bratapfel sind nicht nur gesund, sondern passen auch zur Jahreszeit. Wichtig ist, dass die Zubereitungszeit aller Gerichte im Winter höher ist, da der Grill nicht so heiß werden kann. Auch bei den Hauptgerichten gibt es Alternativen zur Bratwurst. Die folgenden Rezepte sind jeweils für sechs Personen. Die Garzeiten können bei jedem Grill unterschiedlich ausfallen, die Zeitangabe dient daher nur der groben Orientierung.

DEFTIGE LAMM-KARTOFFEL-SPIESSE

Zutaten:
  • 450g mageres Lammfleisch
  • 500g gekochte Kartoffeln
  • 1 EL Sojasoße
  • 1⁄2 Espresso
  • 3 EL Olivenöl
  • 2 EL Rotwein
  • etwas Pfeffer
  • etwas Salz (am besten Fleur de Sel)
  • etwas Thymian
  • etwas Paprikagewürz
  • eine Knoblauchzehe (nach Belieben)
  • Schaschlikspieße


Lammfleisch und geschälte Kartoffeln in kleine, gleichmäßige Würfel schneiden und abwechselnd auf die Schaschlikspieße stecken. Sojasoße, Olivenöl, Rotwein, Espresso und bei Bedarf eine klein geschnittene Knoblauchzehe in eine Schüssel geben, verrühren und mit einem Backpinsel auf Fleisch und Kartoffeln auftragen. Die Spieße etwa 8-10 Minuten auf dem Grill mit geschlossenem Deckel grillen. Etwa eine Minute vor dem Ende der Garzeit den Thymian und das Paprikapulver auf den Spieß streuen. Mit Salz und Pfeffer erst dann würzen, wenn die Spieße auf dem Teller sind.
Tipp: Mit geräuchertem Paprikagewürz lässt sich ein deftigeres Grillaroma erzielen.

 

WINTERGEMÜSETASCHEN MIT BERGKÄSE


Zutaten:
  • 1 kleiner Apfel
  • 4 Pastinaken 
  • 4 Petersilienwurzeln
  • 3 gelbe Bete (falls nicht vorhanden rote Bete)
  • 1 Hokkaidokürbis
  • 4 Karotten 
  • 150g Bergkäse mittelalt 
  • 6 EL Olivenöl 
  • Salz, Pfeffer, Thymian und Rosmarin nach Belieben
  • Alufolie
Gemüse waschen, putzen und in Würfel mit 1,5 cm Kantenlänge schneiden und gut gemischt auf sechs vorbereitete Alufolienstücke legen. Bergkäse in Streifen schneiden und gleichmäßig verteilen. Gemüse nach Wunsch würzen, hierbei sparsam mit dem Salz umgehen, da der Bergkäse schon Salz enthält. Auf jedes „Paket“ einen Esslöffel Olivenöl träufeln und fest mit Alufolie verpacken, sodass nach unten keine Flüssigkeit austreten kann. Auf dem Grill bei indirekter Hitze mit geschlossenem Deckel etwa 15-20 Minuten grillen. Die Taschen können ohne Probleme zur Garkontrolle geöffnet und wieder verschlossen werden.

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