Wirtschaftsmacher Tobias Weidlich: Inhaber des Malerfachbetriebs Weidlich

Malerei in Augsburg seit 1921

Wer das Team von Malermeister Tobias Weidlich beobachtet, der sieht eine junge aber dennoch erfahrene Malertruppe, die ihr Handwerk liebt – und das bereits seit 100 Jahren. So lange existiert der Betrieb in Augsburgs Altstadt nämlich bereits. Im Interview erzählte uns Wirtschaftsmacher Tobias Weidlich, wieso es für ihn niemals eine andere Berufsoption gab und wieso sein Team in Augsburg des öfteren auf Lastenrädern unterwegs ist.

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Bild: Malerfachbetrieb Weidlich
Was hat Sie dazu bewogen, den Betrieb Ihres Vaters/Großvaters zu übernehmen und keine andere berufliche Richtung einzuschlagen?
• Ich bin mit meinem Handwerk aufgewachsen. Mein Großvater und mein Vater haben mich schon als kleiner Junge mit auf die Arbeitsstellen genommen - da war es klar, dass ich den Beruf später einmal ausüben werde. Heute bin ich sehr dankbar, diesen Weg für mein Leben gegangen zu sein.

Wieso sollten Ihrer Meinung nach junge Leute eine Ausbildung im Malerhandwerk beginnen?
Wir bilden jedes Jahr neue Lehrlinge erfolgreich aus. Bisher haben alle Auszubildenden die Facharbeiterprüfung bestanden und können zuversichtlich in die Zukunft blicken. Das Handwerk hat ganz klar Zukunft und wieder „goldenen Boden“. Mit den eigenen Händen etwas zu erschaffen, gibt jedem Menschen innere Zufriedenheit und Erfüllung.

Worauf legen Sie in Ihrem Unternehmen Wert bei der Ausbildung der Mitarbeiter?
• Volle Integration in alle täglichen Arbeiten und in das Team. Jederzeit die absolute Unterstützung und Rückhalt vom Team um nach der Ausbildung ein guter Facharbeiter in unserem Handwerk zu werden. Alle Auszubildenden werden mit dem Ziel der späteren Übernahme bei uns im Betrieb ausgebildet.

Wie hat es Ihr Betrieb geschafft, sich hundert Jahre zu profilieren?
• In erster Linie auf jeden Fall durch die hohe Qualität unserer Arbeiten und die Kontinuität jeden Tag das Beste zu geben. Den Wandel der Zeit immer rechtzeitig zu erkennen und die Firmeninternen Abläufe danach auszurichten.

Wie profitieren Sie als Betrieb von der Innenstadtlage und welche Kunden bedienen Sie am häufigsten?
• Durch sehr kurze und zentrale Wege zu unseren Kunden und Arbeitsstellen. Zu unserer Kundschaft zählen überwiegend Privatkunden, Hausverwaltungen und Architekten die uns immer wieder anfordern. Wir sind ein Handwerksbetrieb aus Augsburg für Augsburg.

Als Malermeister leben Sie auch von Ihrem Team – was zeichnet Ihre Angestellten aus und wieso arbeiten diese gerne in Ihrem Betrieb?
• Ohne mein perfekt funktionierendes Team würde es niemals gehen! Jeder hat seine Aufgabe im Betrieb und weiß genau, was zu tun ist. Dies ist nur möglich wenn das gesamte Team gemeinsam in die gleiche Richtung blickt und ein gemeinsames Ziel verfolgt. Unser Teamflow und der respektvolle Umgang miteinander trägt dazu bei sich wie bei Freunden oder in der Familie zu fühlen.

Ein Malermeisterbetrieb auf Lastenräder – das sieht man nicht oft. Wie kam Ihnen diese umweltfreundliche Idee?
• Ich bin leidenschaftlicher Mountain-Biker. In meinem Freundeskreis wurde ich schon vor langer Zeit auf die Bullit-Lastenräder aufmerksam. Da war es eine Herzensangelegenheit diese auch in meinem Betrieb einzusetzen. Stau und Parkplatznot sind bei kleineren Aufträgen keine Hindernisse mehr. Kurze Strecken lassen sich schnell und unkompliziert damit fahren. Wir sind mit den Lastenrädern im Stadtgebiet schneller und wesentlich flexibler als mit dem Auto.

Wo sehen Sie die Zukunft des Handwerks?
• Das gesamte Handwerk wird weiterhin eine positive Zukunft vor sich haben. In seiner ursprünglichen Form kann es nicht gegen Homeoffice, Maschinen oder Computer eingetauscht werden. Mich würde es wahnsinnig freuen wenn ich für die Zukunft beobachten könnte das sich wieder mehr Schulabgänger für eine handwerkliche Ausbildung entscheiden würden.

Augsburgs schönste Fassade ist...
• In der Augsburger Maximilianstraße gibt es einige Fassaden die unsere Handschrift tragen. Die schönste davon zu benennen ist nicht ganz einfach, aber die Fassade der Maximilianstraße 33 ist uns sehr gut gelungen. Diese haben diese erst vor kurzem für einen lieben Stammkunden neu erstrahlen lassen.

Welche Ziele möchten Sie in den nächsten Jahren in Ihrem Unternehmen erreichen?
• In der momentanen Zeit ist es eher schwierig, so weit im voraus zu planen. Eines kann ich dazu in jedem Fall sagen - wir werden uns weiterhin den Verän- derungen und Herausforderungen, die unsere Zukunft mit sich bringen wird, mit Liebe zu unserem Handwerk und vollem täglichen Arbeitseinsatz stellen.

Der Beruf des Malermeisters in drei Worten bildlich formuliert....
• Leidenschaft, Berufung, Erfüllung.