Natürliche Schädlingsbekämpfung leicht gemacht!

Tierischer Ärger in Haus und Garten

Ob Läuse, Raupen oder Schnecken: im Garten leben zahlreiche und oftmals schädliche Lebewesen, die sich dort von den unterschiedlichsten Gewächsen ernähren. Dass diese Pflanzen dabei entweder stark in Mitleidenschaft gezogen werden oder sogar vollständig absterben, ist der Albtraum eines jeden Gärtners. Neben der chemischen Schädlingsbekämpfung gibt es noch eine Reihe von hilfreichen natürlichen Alternativen, die wir im Folgenden zusammengefasst haben.

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Bild: Adobe.Stock/Dieter Hawlan
Um die ungewollten Bewohner loszuwerden, muss zunächst einmal geklärt werden, von welcher Schädlingsart die Pflanze überhaupt befallen ist. Blattlauskolonien stellen dabei die größte Art von Schadorganismen dar. Sie siedeln sich etwa an der Blattunterseite oder direkt am Stängel der Pflanze an und sind an ihrer schwarzen Farbe erkennbar. Betroffene Gewächse sind dabei im Wachstum deutlich beeinträchtigt. Schildläuse treten ebenfalls in Gruppen auf und ernähren sich zum Beispiel von dem Saft des Oleanders oder der Orchidee. Da sich diese Schädlinge an den unterschiedlichsten Pflanzenteilen aufhalten und sich dort tarnen, werden sie oftmals erst spät erkannt. Klebrige Reste auf dem Boden oder dem Gewächs selbst sind jedoch ein deutliches Anzeichen für einen Befall. Zarte Netzstrukturen sowie helle Verfärbungen der Blattoberseite werden von den Spinnmilben verursacht. Betroffen sind hiervon zum Beispiel Zitronenbäume. Vertrocknete Blätter und ein daraus resultierendes Absterben sind die Folgen, die diese Schädlinge verursachen.    


Schädlingsbefall verkleinern: Vorbeugung ist die halbe Miete

Eine durchdachte Vorbeugung ist von höchster Bedeutung. Dabei spielt beispielsweise das Anlegen von Beeten eine wesentliche Rolle. Gerade bei Gewächsen wie Rosen sind für Blattläuse sowie Mehltau anfällig und sollten aus diesem Grund zum Beispiel nur neben Lavendel eingepflanzt werden. Die Kombination schaut nicht nur wunderschön aus, sondern verringert außerdem den Schädlingsbefall. Stark duftender Lavendel, egal ob als Pflanze oder als Aufguss, ist für Blattläuse abstoßend. Eine ähnliche Wirkung weist die Kapuzinerkresse auf.

Kostengünstige Anschaffungen, große Wirkung

Barrieren in Form von Zäunen oder Netzen schützen zum einen vor Unkraut, zum anderen aber auch vor Schnecken. Aus Brettern gebaute oder gekaufte Hochbeete halten die lästigen Kriechtiere von Salaten und Ähnlichem fern. Da Schnecken stets auf Feuchtigkeit angewiesen sind, stellen Asche sowie Sand eine hilfreiche Alternative zu chemischen Bekämpfungsmitteln dar. Unter einer gewöhnlichen Fliese suchen Schnecken tagsüber Schutz und können somit leicht abgesammelt werden. Auch leere Behältnisse eignen sich hierfür und sorgen für das gleiche Ergebnis. Damit Pflanzen weniger anfällig für Schädlinge sind, sollte darauf geachtet werden, dass der Boden reich an Nährstoffen ist. Ein organischer
Bodenaktivator garantiert eine gute Qualität der Erde und fördert zudem das Pflanzenwachstum. Der gemahlene, düngerähnliche Wirkstoff verbessert den Zustand des Erdreiches langfristig und sorgt zudem für eine beständige Fruchtbarkeit des Bodens. Ein Bodenaktivator ist in jedem Gartencenter erhältlich und kostet zwischen 15 und 20 Euro. 


Schädlinge an den Pflanzen – was nun? 

Sobald es Anzeichen für einen Schädlingsbefall gibt, sollte schnell gehandelt werden. Eine Reihe von Hausmitteln und einfachen Handgriffen helfen, die lästigen Tiere loszuwerden. Von Blattläusen befallene Pflanzen können zum Beispiel mit warmem Wasser in einer Sprühflasche behandelt werden. Beim Blumengießen beigemischter abgekühlter Kaffee oder schwarzer Tee bewirkt ebenfalls ein baldiges Verschwinden der Schädlinge. Auch unterschiedliche Sude, zum Beispiel aus Brennnesseln, sind erfolgs-
versprechend. 


Nützlinge gegen Schädlinge einsetzen 

Laufenten fühlen sich in großen Gärten mit Teichen wohl und tragen einen großen Teil zur Schädlingsbekämpfung bei. Dass die Nützlinge Nacktschnecken als Nahrung bevorzugen, ist für die meisten Gartenbesitzer ein Grund, sich diese Tiere in die eigene Grünanlage zu holen. Dass Ohrenkneifer nützlich sind, wissen nur die Wenigsten: die kleinen Insekten ernähren sich am liebsten von Blattläusen und tragen somit ebenfalls zur Schädlingsbekämpfung bei.
Wer aber nicht ausreichend Platz für Laufenten zur Verfügung hat, kann einen Unterschlupf für Ohrenkneifer bauen und diese damit in die eigene Grünanlage locken. Dafür wird ein Blumentopf aus Ton, etwas Stroh sowie ein Netz benötigt. Zu Beginn den Blumentopf mit Heu füllen – nicht zu fest andrücken, damit den Insekten genügend Platz zum herumkrabbeln bleibt. Anschließend ein Netz über den Topf stülpen. Hierfür eignet sich zum Beispiel die Verpackung eines Meisenknödels. Zum Schluss eine geeignete, vom Regen geschützte Stelle suchen – und fertig ist der Unterschlupf. Auch Marienkäfer sagen Blattläusen den Kampf an und befreien die Pflanzen zunehmend von diesen Schädlingen. 


Rezept: Brennnesselsud

Ein Brennnesselsud vertreibt nicht nur Blattläuse, sondern auch Schnecken.

Benötigt werden: 
1 Kilogramm Brennnesselblätter
10 Liter Wasser
Gefäß mit Deckel (z.B. ein Eimer)

In wenigen Schritten zum fertigen Ergebnis
Brennnesselblätter für etwa zwei bis drei Wochen in einem großen Gefäß mit Wasser einwirken lassen, den Deckel dabei locker auflegen. Sobald der entstandene Schaum verschwunden ist, mit wenig Wasser verdünnt in Sprühflaschen füllen.  Achtung! Nur in geringen Rationen verwenden, da der Sud eine sehr starke Wirkung aufweist.