Schlemmerparadies im Garten? Wie Outdoor-Küchen unsere Gärten erobern

Von Standard bis Luxus - alles dabei

Eine Küche im Garten. Das muss man erstmal auf sich wirken lassen. Denn im ersten Moment klingt das irgendwie unpassend. Eine Küche gibt’s doch eh schon im Haus oder in der Wohnung. Warum dann also eine zweite? Wir haben die einfache Antwort: weil es praktisch ist. Doch wo liegen die Vorteile, was gilt es zu beachten und wie teuer kann so ein Projekt werden?

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Bild: Adobe Stock / Ozgur Coskun
Die Küche ist längst zum Statussymbol geworden, bietet sie doch vielfältige Möglichkeiten um sich und seine Träume zu verwirklichen. Von der Ausstattung in puncto Schrank und Front über technische Bestandteile bis hin zu klugen Kniffen für den Alltag kann der Raum völlig individuell geplant und ausgestattet werden. Ganz egal ob als Single, Paar oder Großfamilie – für nahezu alle Bedürfnisse gibt es zwischenzeitlich die passenden Lösungen. Und natürlich ist hier auch preislich alles möglich, von der günstigen 1.000 Euro Küchenzeile bis hin zum High-Class-Produkt für 50.000 Euro und mehr. Und genau so stellt sich auch der Markt der Outdoorküchen dar. Denn was unter dem Dach möglich ist, geht auch unter freiem Himmel. Zugegeben, ein paar kleine Abstriche gibt es doch – aber diese fallen beim Erlebnis Outdoorkochen kaum ins Gewicht. 

Ihren Ursprung hat die Freiluftküche in einem Hobby, das hierzulande gelebt und zelebriert wird: das Grillen. Was einst mit einem kleinen Rost begann, ist heute für viele zur Passion geworden. Und genau aus diesem Grund finden Outdoorküchen auch immer mehr Anhänger, die Umsätze der Branche steigen und steigen. Von Komplettlösungen über Modulbausätze bis hin zu fertigen Rundumlösungen gibt es die verschiedensten Optionen, den klassischen Grill im heimischen Garten abzulösen und für mehr Innovation, Platz und somit noch mehr Möglichkeiten zu sorgen. 

Die Vorteile im Überblick

Mehr Zeitersparnis
Kein ständiges ins Haus laufen mehr, weil Geschirr, Grillbesteck, Grillgut und Co geholt werden müssen. In der Outdoorküche findet alles kompakt gebündelt Platz. Unnötige Wege entfallen, wertvolle Zeit wird gespart. 

Mehr Zeit zusammen
Die Familie und Gäste sitzen im Garten, während man selbst zwischen Küche und Terrasse pendelt. Die Zeiten sind vorbei. Während in der Außenküche Beilagen und Hauptspeisen köcheln, ist der Küchenmeister in direkter Nähe.

Mehr Flexibilität
Im „echten“ Zuhause, geben Wände und Decken den Rahmen für die Größe und den Umfang einer Küche vor. Unter freien Himmel sind der Fantasie deutlich weniger Grenzen gesetzt, die Planungen so deutlich variabler und freier. 

Die Optionen
Grundsätzlich kann man bei Outdoorküchen zwischen fest installierten und mobilen Lösungen unterscheiden. Beide Optionen bieten Vor- und Nachteile, die jeweils auf die Bedürfnisse des Auftraggebers wie auf die räumlichen  bzw. infrastrukturellen Gegebenheiten vor Ort angepasst werden müssen. Bei mobilen Küchen handelt es sich in der Regel um eine Art Wagen, auf welchem verschiedene Bestandteile installiert sind. Dieser kann im Garten „mitwandern“, je nachdem ob sich in Ihrem Garten mehrere Orte zum Verweilen anbieten oder nicht. Fest installierte Varianten bieten diesen Vorteil nicht und sind zudem meist deutlich kostenintensiver, versprechen jedoch besondere Qualität und umfangreichere Ausstattungsoptionen. 

Der Standort
Oftmals löst sich die Frage nach dem „mobil oder nicht mobil“ schon allein durch die Standortwahl. Ist es Ihnen möglich, Versorgungsleitungen durch den Garten zu legen? Neben Strom ist auch ein Wasseranschluss elementar. Können diese Leitungen ganz flexibel verlegt werden, oder müssen sich diese aus Platzgründen in direkter Nähe der Küche befinden? Ist diese Frage geklärt, ergibt sich schnell die richtige Lösung. Grundsätzlich gilt: Leitungen verlegen möglich? Eine fest installierte Outdoorküche ist eine gute Wahl. Keine Leitungen im Garten möglich? Eine mobile Küche mit eigenem Energiepool (Gas und Wassertank) ist vermutlich die bessere Wahl. 

Küchenform, Grundbestandteile und Stauraum
Was genau möchten Sie mit ihrer neuen Errungenschaft erreichen? Umfängliche Menüs zubereiten? Auch außerhalb des üblichen Grillsektors Dinge zubereiten, z.B. im Topf? Für wie viele Personen kochen Sie üblicherweise? Geschirr und Besteck griffbereit in der Nähe haben? Den Abwasch direkt vor Ort erledigen können? All diese Fragestellungen ergeben die Parameter für Größe und Umfang Ihrer Zweitküche. Grundsätzlich gilt: Bei der Küchenform gilt es das „Küchendreieck“ im Blick zu behalten: Kühlschrank, Spüle und Kochfeld bzw. Grill. Diese drei Bestandteile sollten nie mehr als jeweils drei Meter voneinander entfernt liegen. Das Kochfeld bzw. der Grill sollte zudem die weiteste Entfernung zur Sitzgruppe haben, um Gerüche und Dämpfe nicht zu plakativ am Tisch zu provozieren. 

Die Ausstattung
Ähnlich wie bei einer herkömmlichen Indoor-Küche, können Sie auch hier ganz nach Ihren persönlichen Wünschen planen. Vom klassischen Grillrost über Induktionsfelder bis hin zu Infrarotelementen können Sie aus den Vollen schöpfen. Mobile Lösungen bieten meist eine Art Basisausstattung, welche modular erweitert werden kann. Auch bei Kühlschrank und Spüle sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, ebenso wenig wie bei Arbeitsplatte oder – bei fest installierten Küchen – beim Bodenbelag. 

Der richtige Partner
Zwischenzeitlich haben sich einige Küchenstudios auch auf Outdoorküchen spezialisiert. In Gartenbaumärkten halten mobile Lösungen ebenfalls Einzug und für die ganz einfache Lösung, ist auch der Campingfachmarkt eine Anlaufstelle. 

Die Preise
Die einfachsten mobilen Lösungen sind bereits für ca. 150 Euro erhältlich, hochwertigere Module mit entsprechend coolem Look und guter Ausstattung sind für ca. 1.000 Euro zu haben. Eine individuell geplante Outdoorküche hingegen schlägt schnell mit mindestens 1.000 Euro pro Quadratmeter zu Buche, ist dafür aber auch eine beständige und zuverlässige Lösung für viele Jahre.