Wenn Nachhilfe zur Familienchallenge wird

Hilfe gesucht!

Es wird gelernt und gebüffelt, Bücher werden gewälzt, die Eltern und Geschwister befragt. Und trotzdem flattert sie ins Haus: die schlechte Prüfungsnote. Dieses Schicksal kennen viele Schülerinnen und Schülern und natürlich auch Mütter und Väter, die sich um ihren Nachwuchs sorgen. Wir haben Tipps für all die, die sich aus diesem Grund über Nachhilfe Gedanken machen.

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Bild: Adobe Stock / Freedomz
Befragt man Bekannte und Verwandte, ist kaum ein Kind durch den Weg der Schulzeit ohne Nachhilfestunden geschritten. Ob im kleinen oder großen Umfang, ob nur einmal punktuell oder pauschal für ein Fach, das einem einfach nicht liegen mag. Nachhilfe ist ein beliebtes Mittel, um den Notenschnitt zu verbessern und durch Prüfungen zu gelangen. Und das effizienteste. Denn wenn Konzentrationsübungen oder zusätzliche Lerneinheiten alleine nicht den gewünschten Erfolg bringen, bleibt nur noch der Weg über externe Unterstützung. Das passiert vor allem auf dem Gymnasium, doch auch bei allen anderen Schulformen ist es Thema. Gerade in den bekannten Hauptfächern wie Deutsch, Englisch und natürlich Mathe tun sich viele schwer. Lehrer und Experten schätzen, dass z.B. in Mathematik über die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler Hilfe benötigt, Englisch folgt mit etwas unter 50% und bei Deutsch kommt ca. ein Drittel der Kinder nicht alleine zurecht.

Nicht selten sind Eltern die Treiber, wenn es um die Entscheidung für zusätzliche Unterstützung geht. Sie sehen die Zukunft des Nachwuchs in Gefahr, ein schlechter Notenschnitt oder gar das nicht Bestehen von Prüfungen kann zu gravierenden Folgen für die berufliche Laufbahn führen. Für manche Studiengänge sind gar bestimmte Notenschnitte erforderlich, um überhaupt zum Studium zugelassen zu werden – zum Beispiel für ein Mathe- oder Psychologiestudium ist eine Einser-Abitur Pflicht. Doch bereits viele Jahre früher, im Grundschulalter, können Lernen und Noten zur Frustration werden. Wenn die Erfolge eher überschaubar sind, frisst sich das Bewusstsein schnell in die Köpfe der Sprösslinge und Schule bleibt fortan immer eine Qual. Die nächsten Jahre werden also mit Sicherheit anstrengend. Warum also nicht rechtzeitig entgegen wirken? Und macht Präventivarbeit überhaupt Sinn?

Die richtige Nachhilfe finden

Wer Hilfe sucht, wird viele Angebote finden. Diese unterscheiden sich bereits im Kern: wo findet sie statt? Doch nicht jede Variante ist auch für jedes Kind oder Jugendlichen geeignet. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Angebote innerhalb der Schule, private Nachhilfestunden zuhause oder in einem Institut oder Onlinestunden, die vor allem zu Coronazeiten großen Erfolg haben. Doch bevor die Entscheidung getroffen wird, welche Art die sinnvollste ist, sollte man sich den/die potentielle/n Nachhilfelehrer/in genau ansehen. Denn vier Faktoren sind hier ganz entscheidend:
  • Fachliche Kompetenz
  • Erfahrung mit der Thematik „Lehren“
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Sympathie
Nur wenn diese Punkte zusammenkommen, kann das Lernen ein Erfolg werden. Und natürlich ist auch der Preis ein entscheidender Faktor. Wir stellen die verschiedenen Arten nochmals im Überblick vor:

Nachhilfeinstitut – analog und online

Spezifisch ausgerichtete Einrichtungen versprechen ein hohes Maß an Kompetenz und werben gar oftmals mit einer Art „Notenverbesserungsgarantie“. Ein Lehrer betreut hier mitunter mehrere Schüler, außer es wird explizit Einzelunterricht gebucht. Die fachliche Expertise ist gesichert, es handelt sich meist um Lehrer oder Studenten der betreffenden Fachrichtung. In diesem Segment sind auch eine Vielzahl an Onlineangeboten entstanden, eine tolle Möglichkeit die Zeit optimal zu nutzen und Anfahrten zu sparen.

Kosten: Zwischen 90 und 150 Euro für einen monatlichen Vertrag, Onlinestunden ca. 15 Euro pro Stunde, ebenfalls bei Abschluss von monatlichen Verträgen

Pro: Die Erfolgsaussichten sind hoch, da viel Erfahrung in dem Metier vorliegt.

Contra: Oftmals muss man sich als Eltern als mehrmonatige Verträge binden, sehr flexible Lösungen sind selten möglich.

Wo erkundigen: bei bekannten Anbietern wie studienkreis.de, erstenachhilfe.de


Nachhilfe in der Schule

Auch Schulen selbst bieten Unterstützung an, zum Beispiel in einer Art „Tutoren-Programm“. Ältere Schüler/innen unterstützen jüngere und das im gewohnten schulischen Umfeld.

Kosten: ca. 10-20 Euro pro Stunde

Pro: Lehrmaterialen stehen sofort zur Verfügung, die Preise sind oft moderat

Contra: Keine ausgebildeten Nachhilfelehrer, kein „Tapetenwechsel“ -> Motivation kann ausbleiben wenn der Schultag um die Nachhilfezeit verlängert wird

Wo erkundigen: direkt in der Schule beim Klassenlehrer anfragen

 

Privater Nachhilfelehrer

Wer exklusive Alleinbetreuung wünscht, sollte hier zufrieden sein. Über Zeitungen oder Onlineinserate bieten hier Einzelpersonen ihren Lehr-Dienst an, häufig punktuell in bestimmten Fächern. Die Preise können stark variieren, die Unterrichtszeiten sind meist bei dem/der Schüler/in zuhause.

Kosten: ca. 30-40 Euro pro Stunde (je nach Erfahrung)

Pro: Einzelbetreuung ist maximal individuell, Zeiten können variabel vereinbart werden

Contra: oftmals etwas teurer als alternative Angebote, häufig Spezifizierung auf ein oder zwei Fächer, „Rundumversorgung“ schwieriger

Wo erkundigen: In Anzeigenblätter, Tageszeitungen, Online-Job-Portalen

 

Fazit: Preis, Art und Umfang können und müssen nach persönlichem Gusto gewählt werden. Nicht jeder Lerntyp ist gleich, aber die Angebotsvielfalt hält für jeden das Passende bereit. Die Preisrange liegt zwischen 10 Euro pro Stunde und 150 Euro monatlich. Übrigens: Wer meint er tut seinem Kind etwas Gutes, wenn Nachhilfe gleich mal präventiv genommen wird, irrt. Ein Notenspektrum zwischen zwei und drei ist kein Grund für Unterstützung. Es entsteht unnötig Druck, der das Lernen dauerhaft negativ belastet.