Jobhopping - Wie viele Jobwechsel verträgt ein Lebenslauf?

Weshalb wechseln deutsche Arbeitnehmer ihren Job?

Zugegeben: Hakenschlagende Arbeitnehmer im Dauerlauf hinterlassen einen eher fragwürdigen Eindruck als diejenigen, die selbstsicher und gezielt immer denselben Unternehmenseingang benutzen. Aber ist die wechselnde Bürostuhlkultur denn unbedingt negativ behaftet? Und ab wann sprechen wir eigentlich von „Jobhopping“? Diese Fragen und noch ein wenig mehr beantworten wir Ihnen. Auf zum Sprung!

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Bild: Adobe Stock
Die Gründe dafür lassen sich grob nach dem Lebensalter der Personen einteilen. So spielt bei jüngeren Vertretern der Arbeitswelt (18 bis 25 Jahre) meist das Gehalt die größte Rolle als Motivation zum Wechsel ihres Jobs. Die 30- bis 55-Jährigen beschäftigen sich hingehen vermehrt mit Gefühlen von Stress, Über- oder Unterforderung sowie mangelnder Wertschätzung. Letzteres trifft auch auf die Fraktion im gediegenen Alter zu (60 bis 65 Jahre). In der Lebensmitte, meist im Rahmen der Familienplanung, sind private Gründe oftmals die Ursache für das Jobhopping. Arbeitnehmer ab 40 Jahren beschäftigen sich tatsächlich mit den ersten Zipperlein – sprich: Gesundheitliche Gründe spielen hier häufig eine tragende Rolle. 

Als fundierter Hintergrund dieser Altersangaben kommt nun ein bisschen Statistik: Nach dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, treten rein rechnerisch 15 bis 24-jährige Arbeitnehmer alle zwei Jahre eine neue Stelle an. Zum Vergleich: Bei den über 50-Jährigen passiert das im Schnitt nur noch alle sechs Jahre.

Ist Jophopping ein Problem bei der Bewerbung?

Zu viele Brüche im Lebenslauf wirken sich negativ bei potenziellen Arbeitgebern aus. Überlegen Sie mal: Sie führen ein Unternehmen und vor Ihnen liegt eine Bewerbung auf dem Tisch, deren Schreiberling allem Anschein nach schon überdurchschnittlich viele Bürostühle hinter sich hat. Macht dies auf Sie einen zuverlässigen und loyalen Eindruck? Dem Bewerber gegenüber ist dies zwar nicht fair, doch sind die Grübelgründe auf Unternehmensseite doch irgendwie nachvollziehbar.

Jobhopping als Zeichen von Flexibilität?

Nun, dies hängt individuell von der Branche, dem ausgeschriebenen Posten und der Art und Häufigkeit der Jobwechsel ab. Springen erfahrene Arbeitnehmer zu oft durch die Jobs, wird dies im Nu als unzuverlässig abgestempelt. Dennoch: Nicht allein die Anzahl der Wechsel ist ausschlaggebend, sondern auch die Nachvollziehbarkeit der Erklärungen dafür. Plausible Gründe können häufige Jobwechsel in ein positives Licht rücken. 

Ab wann werden Wechsel zum Hopping?

Eine Person, die es nicht länger als drei Jahre in einem Unternehmen aushält, erweckt den Eindruck, nur einen Job und keine Berufung zu suchen. Eine Arbeit eben, die nur für den Moment einen Zweck erfüllt. Ist von Jobhopping die Rede, wird dieser Begriff negativ betrachtet. Wir assoziieren „hopping“ mit bindungsunwillig, unstet, sprunghaft. Gut portionierte Jobwechsel gehören dennoch zum Verlauf jeder Karriere dazu und sind eine Normalität in der Arbeitswelt. Experten empfehlen sogar eine Perspektivenveränderung, da dies ein wichtiger Schritt zum Erfolg sein kann. 

Das spricht gegen viele Jobwechsel

Etwa die Hälfte der hochrangigen Unternehmensführungskräfte blickt auf eine klassische Hauskarriere zurück. Wer sein Leben lang einem Konzern treu bleibt, macht häufig rasanter Karriere als die modernen Jobhopper. Ein Wechsel der Arbeitsstelle sollte daher der Verbesserung der finanziellen, gesundheitlichen oder privaten Situation dienen. Als Karriereturbo können Jobwechsel demnach nicht bezeichnet werden. Ein Hindernis sind sie allerdings auch nicht. Wer die richtigen Stellen wählt und seine Wechsel in einer Bewerbung gut begründen kann, hat durchaus auch mit regelmäßigen Jobhops eine Chance auf den beruflichen Aufstieg. 

Tipps für Jobhopper im Anschreiben und Lebenslauf

Nicht nur der Lebenslauf eines Jobhoppers sollte die vielen Jobwechsel seriös und nachvollziehbar verpacken. Auch das Anschreiben dient als Werkzeug, um die ergiebigen Stationen Ihrer Laufbahn akkurat zu begründen. 

Tipp 1: Kündigungen durch den Arbeitgeber
Erliegen Sie nicht der Versuchung, sich für eine Kündigung zu rechtfertigen. Dieser Reflex ist nachvollziehbar, schadet dennoch Ihren Chancen. Gehen Sie kurz und klar auf die Ursache ein.

Tipp 2: Kurze Gastspiele
Wie erklären Sie die kurze Verweildauer bei Ihren Arbeitgebern? Beschränken Sie sich auf echte, authentische Gründe, hinter denen Sie stehen. Jeder macht Fehler. Klar und deutliche Aussagen machen Eindruck.

Tipp 3: Zahlreiche Branchenwechsel
Haben Sie mehrfach die Branche gewechselt, braucht auch dieses Phänomen eine Erklärung. Selbe Vorgehensweise: Konzentrieren Sie sich auf die realen Ursachen. Vermeiden Sie Rumdruckserei - kommt selten gut an.

Allround-Tipp:
Beantworten Sie keine Fragen, die sich nicht automatisch aus Ihrem Lebenslauf ergeben und die Ihnen (noch) niemand gestellt hat. 

Also volle Kraft voraus, Anlauf nehmen und HOPP! |Text: Stefanie Steinbach

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