Wohnungsnot im Landkreis Augsburg: Kommunen beraten in Gersthofen

Rund 50 Fachleute diskutieren in Gersthofen über Wohnungsnotfälle, rechtliche Unterbringung und eine bessere Zusammenarbeit der Kommunen im Landkreis Augsburg.

Wie können Kommunen Menschen in akuten Wohnungsnotlagen besser unterstützen?

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Bild: Stadt Gersthofen (Wera von Witzleben)
Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Städten, Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften des Landkreises Augsburg bei einer Fachtagung am 23. September 2026 im Gersthofer Rathaus. Ziel der Veranstaltung war es, fachliche Informationen zu vermitteln, Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Stellen weiter zu stärken.

Organisiert wurde die Tagung von der Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werkes Augsburg. Brigitte Grohmann, Dritte Bürgermeisterin der Stadt Gersthofen, begrüßte die Teilnehmenden sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener sozialer und kommunaler Einrichtungen. Dazu gehörten unter anderem der Besondere Soziale Dienst, das Jobcenter Augsburg Land, die Familienstation und das Wohnprojekt Augsburg.

Gemeinsam gegen Wohnungsnotfälle

In ihrer Begrüßung unterstrich Grohmann, dass die Bewältigung von Wohnungsnot eine gemeinsame Aufgabe sei. Einzelne Kommunen könnten die damit verbundenen Herausforderungen nicht allein lösen. Entscheidend seien deshalb kurze Kommunikationswege, ein regelmäßiger Austausch und die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Fachstellen.

Nur wenn die Beteiligten ihre Erfahrungen und Kompetenzen zusammenführten, könnten Menschen in schwierigen Wohnsituationen wirksam unterstützt werden, betonte die Dritte Bürgermeisterin.

Fachvorträge zu Unterbringung und Unterstützungsangeboten

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf den rechtlichen und praktischen Fragen der ordnungsrechtlichen Unterbringung. Rechtsanwalt im Ruhestand Karl-Heinz Ruder informierte in seinem Fachvortrag über die entsprechenden rechtlichen Grundlagen und aktuelle Unterbringungsrichtlinien.

Ergänzend stellte die Diakonie Augsburg die Arbeit ihrer Wohnungsnotfallhilfe im Landkreis vor. Dabei erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Aufgaben der Fachstelle und deren praktische Unterstützung von Menschen, die von Wohnungsnot betroffen sind.

Die Vorträge bildeten die Grundlage für einen ausführlichen Austausch. Dabei ging es sowohl um Erfahrungen aus dem kommunalen Alltag als auch um konkrete Schwierigkeiten bei Wohnungsnotfällen und der Unterbringung betroffener Menschen.

Kreisweite Strategie als mögliches Zukunftsmodell

Die Diskussionen machten deutlich, dass viele Kommunen vor vergleichbaren Herausforderungen stehen. Umso wichtiger ist es, Informationen frühzeitig auszutauschen, Zuständigkeiten zu klären und vorhandene Hilfsangebote besser miteinander zu verknüpfen.

Als langfristige Perspektive wurde eine mögliche kreisweite Strategie zum Umgang mit Wohnungsnotfällen angesprochen. Sie könnte dazu beitragen, kommunale Handlungsmöglichkeiten und bestehende Unterstützungsstrukturen besser aufeinander abzustimmen. Dadurch ließen sich Betroffene im Idealfall früher erreichen und gezielter unterstützen.

Konkrete Beschlüsse für eine solche Strategie wurden in der Mitteilung nicht genannt. Die Fachtagung setzte jedoch einen wichtigen Impuls, um die interkommunale Zusammenarbeit weiterzuentwickeln.

Gersthofen begrüßt weiteren Austausch

Für die Stadt Gersthofen ist die Veranstaltung ein wichtiger Schritt hin zu einer engeren Kooperation im Landkreis. Brigitte Grohmann hob hervor, dass der offene und praxisorientierte Dialog die Gemeinsamkeiten zwischen den Kommunen sichtbar gemacht habe. Durch gegenseitiges Lernen und eine stärkere Vernetzung könnten langfristig tragfähigere Lösungen entstehen.

Die Stadt Gersthofen bedankte sich abschließend bei der Wohnungsnotfallhilfe des Diakonischen Werkes Augsburg für die Organisation sowie bei allen beteiligten Kommunen, Fachstellen und Referenten für ihre Beiträge und den konstruktiven Austausch.