Den Stars und Sternchen so nah mit Jana: Schauspielerin und Synchronsprecherin Eva-Maria Reichert im Interview – nächster Halt Kinoleinwand mit „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“ nach Jörg Maurer

…die gebürtige Münchnerin überzeugt noch in zahlreichen weiteren Rollen

Eine Stimme mit hohem Wiedererkennungswert, eine Schauspielerin mit vielen Facetten: Eva-Maria Reichert begeistert ihr Publikum auf unterschiedlichsten Wegen. Mit ihren Ansagen für die Bayerische Oberlandbahn und den Meridian wurde sie unzähligen Reisenden vertraut. Als Synchronsprecherin gibt sie Figuren in internationalen Erfolgsserien wie „Severance“ und „Pluribus“ eine deutsche Stimme. Auch vor der Kamera verbindet die gebürtige Münchnerin Wandlungsfähigkeit mit einem feinen Gespür für ihre Rollen – etwa als Anwältin Caro Berger in „Kanzlei Berger“. In „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“, der ersten Kinoverfilmung von Jörg Maurers Krimireihe, verkörpert sie die Psychotherapeutin Dr. Maria Schmalfuß. Unsere Redaktionsleitung Jana Dahnke sprach mit der sympathischen Schauspielerin über die Leidenschaft für ihren vielseitigen Beruf und noch einiges mehr…

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"Ich versuche, jede Rolle in ihrer ganzen Persönlichkeit zu verstehen, und suche dabei auch nach Eigenschaften, die uns verbinden"Bild: Nils Schwarz
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Neben ihrer Arbeit als Schauspielerin & Synchronsprecherin engagiert sich die gebürtige Münchnerin für den Tierschutz und findet ihren Ausgleich auf dem Rücken der PferdeBild: Nessi Reichert
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"Bisher habe ich noch nie für den „Tatort“ gedreht, und ich finde, das müssen wir ändern!"Bild: Tim Dobrovolny
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Mit KOMMISSAR JENNERWEIN - HOCHSAISON verfilmte Hannu Salonen erstmals einen Roman aus Jörg Maurers millionenfach verkaufter Bestseller-Reihe für das KinoBild: Wiedemann & Berg TV / Marc Reimann
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"Das absolute Highlight waren die Menschen – vor und gleichermaßen hinter der Kamera"Bild: Wiedemann & Berg TV / Marc Reimann
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Unsere Redaktionsleitung Jana Dahnke trifft "Stars und Sternchen" zum exklusiven InterviewBild: Jana
Jana: Wenn Du auf Deine bisherige Karriere zurückblickst: Welche Rollen sind Dir ans Herz gewachsen?
Eva-Maria Reichert: Da gibt es jede Menge! Besonders geprägt haben mich die drei Jahre bei „Forsthaus Falkenau“ zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn. In diesem etablierten Format konnte ich mir einiges abschauen und wahnsinnig viel lernen. Sehr gerne denke ich außerdem an die Anwältin Caro Berger in der Serie „Kanzlei Berger“ zurück. Da ich selbst einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn habe, hat mir diese Rolle unglaublichen Spaß gemacht. Ich habe es jeden Tag genossen, sie zu spielen, und gedanklich begleitet sie mich bis heute.
 
Welche Bedeutung haben solche persönlichen Anknüpfungspunkte: Fällt es Dir leichter, Dich in eine Figur hineinzuversetzen, wenn Du Gemeinsamkeiten mit ihr entdeckst?
Ich versuche, jede Rolle in ihrer ganzen Persönlichkeit zu verstehen, und suche dabei auch nach Eigenschaften, die uns verbinden. Bei Dr. Maria Schmalfuß, die ich in „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“ verkörpere, sind das etwa ihre Ehrlichkeit und ihre direkte Art. Solche Parallelen erleichtern mir den Zugang. Zum Beispiel eine Mörderin zu spielen, verlangt wiederum, mich in jemanden hineinzuversetzen, dessen Handeln mir selbst völlig fernliegt. Trotzdem muss ich mich vollkommen auf die Figur einlassen und versuchen, ihr mit größtmöglichem Verständnis zu begegnen – so, als wäre ich ihre Anwältin.
 
Bleiben wir bei „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“, der ersten Kinoverfilmung von Jörg Maurers Krimireihe: Was hat Dich an diesem Projekt sofort gereizt?
Da ich ganz in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen aufgewachsen bin, waren mir Jörg Maurer und sein Kommissar Jennerwein natürlich schon vertraut. In meinem Freundeskreis gibt es zudem mehrere begeisterte Leser seiner Krimis. Deshalb habe ich gehofft, dass mir die Geschichte und meine Rolle gefallen würden – und genau so war es: Die Handlung ist rundum gelungen, und meine Figur hat mich auf Anhieb überzeugt. Da habe ich nicht lange gezögert und zugesagt.
  
Wenn Du an die Dreharbeiten zurückdenkst: Was ist Dir dabei in ausgesprochen guter Erinnerung geblieben?
Das absolute Highlight waren die Menschen – vor und gleichermaßen hinter der Kamera. Helmfried von Lüttichau und Sarah Thonig kenne ich beispielsweise schon lange. Auch die Zusammenarbeit mit unserem Regisseur Hannu Salonen war total schön: Er vertraute unserer Interpretation der Rollen und ließ uns zunächst Raum dafür, bevor er eigene Varianten vorschlug. Im gesamten Team waren eine große Wertschätzung und gegenseitiger Respekt zu spüren – das ist nicht immer der Fall.
 
Neben dem hochrangigen Ensemble prägt die winterliche Berglandschaft den Film. Wie war es, in dieser Kulisse in Garmisch-Partenkirchen zu drehen?
Wir hatten sehr großes Glück mit dem Wetter, mit Schnee sieht alles noch einmal schöner aus! Zunächst haben wir einige Innenaufnahmen im Polizeirevier gedreht und als es dann nach draußen ging, begann es genau in der Nacht davor zu schneien – als hätten wir es bestellt.
 
Ihr habt Euch beim Dreh also nach den Schauplätzen gerichtet. Warum werden Filmszenen meist nicht in der Reihenfolge gedreht, in der sie später zu sehen sind?
Das hat vor allem logistische Gründe: Wenn die gesamte Ausrüstung bereits an einem Ort steht, bietet es sich an, alle dort spielenden Szenen zu bündeln. So müssen Lichttechnik und Kulissenteile nicht ständig zwischen den Drehorten transportiert werden.
 
Mit „Kommissar Jennerwein – Hochsaison“ kommt eine weitere erfolgreiche bayerische Krimireihe ins Kino. Wo liegt Deiner Meinung nach der Unterschied zu den Verfilmungen von Rita Falks Romanen?
Ich mag die Eberhofer-Filme sehr gerne. Deshalb freue ich mich, wenn wir mit ihnen in einem Atemzug genannt werden. Allerdings habe ich schon das Gefühl, dass bei uns – ohne zu viel verraten zu wollen – der Kriminalfall einen größeren Stellenwert hat.
 
Am 5. November hat das Warten endlich ein Ende: Dann ist Kinostart. Warum sollte man sich diese Geschichte auf der großen Leinwand nicht entgehen lassen?
Der Film lädt dazu ein, in die Welt von Garmisch-Partenkirchen einzutauchen – mit tollen Bildern und einem großartigen Ensemble. Selbst die Nebenfiguren sind so besonders, dass sie einen eigenen Film wert wären. Für mich war der Dreh tatsächlich eine meiner schönsten Arbeiten. Wir hoffen, dass das Publikum genauso viel Spaß beim Zuschauen hat, wie wir ihn beim Drehen hatten.
 
Komödien gelten oft als große Herausforderung für Schauspieler. Erfordern sie für Dich einen anderen Zugang zur Rolle?
Wenn ich eine Figur entwickle, versuche ich, gar nicht auf das Genre zu achten, sondern sie mit all ihren Eigenschaften und Beweggründen ernst zu nehmen. Das ist gerade bei einer Komödie wichtig. Genauso wie das richtige Timing. Während ich mich auf meine Rolle konzentrieren kann, muss die Regie alles im Blick haben. Man könnte es mit einem Orchester vergleichen: Ich spiele mein Instrument, während der Dirigent oder die Dirigentin dafür verantwortlich ist, wie am Ende alles zusammen „klingt".
 
In „Racko – Ein Hund für alle Fälle“ hattest Du einen tierischen Kollegen. Wie hast Du die Zusammenarbeit mit ihm erlebt?
Ich glaube, ich war Rackos größter Fan! (Lacht) Wirklich begeistert hat mich, mit welcher Freude er beim Dreh dabei war. Wir hatten eine hervorragende Tiertrainerin, die uns von Anfang an klare Regeln für den Umgang mit ihm vermittelt hat: In seiner Anwesenheit durfte am Set beispielsweise nicht gegessen werden, und selbst das Streicheln sollte vermieden werden, damit Racko nicht unnötig abgelenkt wird.
 
Du hast bereits die unterschiedlichsten Figuren verkörpert. Gibt es trotzdem ein Projekt, bei dem Du unbedingt noch mitwirken möchtest?
Bisher habe ich noch nie für den „Tatort“ gedreht, und ich finde, das müssen wir ändern! (Lacht) Er ist wie eine Institution im deutschen Fernsehen und steht deshalb noch auf meiner Bucketlist.
 
Was hat Dich zu Beginn Deiner schauspielerischen Laufbahn am Set noch aus der Ruhe gebracht, womit Du heute ganz gelassen umgehst?
Wie wohl so mancher Berufseinsteiger hatte ich Angst vor Fehlern. Meine Ausbildung war vorrangig auf das Theater ausgerichtet. Am Set war es für mich deshalb zunächst ungewohnt, während einer Szene die am Boden geklebten Markierungen zu treffen, die vorgeben, wo man vor der Kamera stehen soll. Dabei die richtige Position zu finden, ohne nach unten zu schauen, hat mich anfangs völlig überfordert. Heute gelingt mir das intuitiv – eine Sicherheit, die für mich damals kaum vorstellbar war.
 
Du hast Dich als Jugendliche intensiv dem Dressurreiten gewidmet. Was hast Du dabei gelernt, das Dir heute als Schauspielerin hilft?
Konzentration und die Fähigkeit, genau im entscheidenden Moment präsent zu sein. Man fährt mitunter mehrere Stunden zu einem Turnier und hat dann nur fünf Minuten, um seine Leistung abzurufen. Ob man vorher im Stau stand oder etwas anderes dazwischenkam – auf dem Pferderücken muss all das in den Hintergrund treten. Die Fähigkeit, alles andere auszublenden, hilft mir auch vor der Kamera. Ich würde fast sagen, dass nur beim Reiten und beim Schauspiel vollkommene Ruhe in meinem Kopf herrscht. Dann gibt es nichts anderes als die jeweilige Aufgabe – die Lektion in der Dressur oder den nächsten Satz beim Spielen.
 
Bleibt Dir im Berufsalltag noch Zeit fürs Reiten – oder wie findest Du sonst Deinen Ausgleich?
Meine Schwester betreibt in Bad Wörishofen eine Reitschule, und meine Mutter lebt ebenfalls dort. Ich besuche die beiden ungefähr zweimal pro Woche, komme allerdings nicht immer zum Reiten – gerade wenn ich beruflich sehr eingespannt bin. Dann hilft mir aber manchmal auch schon ein Spaziergang an der frischen Luft, bei dem ich spüre, wie mein Körper zur Ruhe kommt. Es geht nicht um sportlichen Ehrgeiz, sondern einfach um Bewegung. So gelingt es mir am besten, alles für eine Weile hinter mir zu lassen.
 
Neben der Arbeit vor der Kamera bist Du als Synchronsprecherin tätig. Was begeistert Dich daran – und was ist dabei anspruchsvoller, als man als Zuschauer vermuten würde?
Ich kann vollkommen hinter einer Figur verschwinden und mich ganz auf meine Stimme und mein Gefühl konzentrieren. Das empfinde ich als überaus befreiend. Vor der Kamera müssen äußere Details wie Frisur und Kleidung von einer Einstellung zur nächsten zusammenpassen. Im Tonstudio fällt all das weg: Ich kann mich ausschließlich damit beschäftigen, was meine Figur gerade emotional bewegt. Gleichzeitig muss ich genau erfassen, was die Schauspielerin ausdrückt, und lippensynchron bleiben. Vielleicht würde ich einen Satz selbst langsamer sprechen, doch ihr Tempo gibt meines vor. Die Schwierigkeit liegt darin, sich am Original zu orientieren und trotzdem einen eigenen, glaubwürdigen Ausdruck zu finden.
 
Welche Deiner Synchronarbeiten sind Deine bisherigen Highlights?
„Jeanne du Barry – Die Favoritin des Königs“ war für mich etwas ganz Besonderes. Darin durfte ich der Titelfigur meine Stimme geben. Der Film eröffnete 2023 die Filmfestspiele von Cannes und unsere Synchronfassung war 2025 für den Deutschen Synchronpreis nominiert. David Nathan spricht darin Johnny Depp. Da ich ein großer Fan von beiden bin, ging für mich mit der Arbeit ein kleiner Traum in Erfüllung. Auch meine Synchronrollen in „Severance“ und „Pluribus“ zählen zu meinen Favoriten – zwei tolle Serien, die ich jedem ans Herz legen kann.
 
Du hast Dich mit PETA für Tiere eingesetzt und über Deine Entscheidung gesprochen, vegetarisch zu leben. Gab es einen Schlüsselmoment, der Deinen Blick auf Tiere und Ernährung verändert hat?
Ich bin auf dem Land aufgewachsen und habe von klein auf einen bewussten Umgang mit Fleisch kennengelernt. In unserer Familie gehörte es zur Ernährung, in Maßen und mit Wertschätzung. Als ich ausgezogen bin und mich näher mit dem Thema beschäftigte, wurde mir klar, was Massentierhaltung bedeutet. Die Bilder, die ich in Berichten sah, haben mich sehr getroffen. Daraufhin habe ich beschlossen, auf Fleisch zu verzichten.
 
Welchen Traum abseits der Schauspielerei möchtest Du Dir noch erfüllen?
Ich würde unglaublich gerne selbst Interviews führen. Als neugieriger Mensch reizt es mich, Fragen zu stellen und mehr über mein Gegenüber zu erfahren. Dieser Wunsch begleitet mich schon lange. Vielleicht ergibt sich irgendwann die Gelegenheit dazu – in einem Podcast oder einer Sendung.
 
Worauf dürfen sich Deine Fans freuen?

Nächstes Jahr bin ich als Gast in einer Folge der „Rosenheim-Cops“ zu sehen. Über weitere Projekte darf ich leider noch nichts verraten. Aber sollte es rund um Kommissar Jennerwein eine Fortsetzung geben, wäre ich sofort wieder dabei. Jörg Maurer hat diese Figuren so wunderbar und klar gezeichnet – ein echter Schatz, den wir verfilmen durften. Ich hoffe, das Publikum empfindet das genauso.

"KOMMISSAR JENNERWEIN – HOCHSAISON": EIN ALPENKRIMI MIT BESONDERER HUMORFARBE – Die Reise beginnt 

Malerische Bergkulisse, ein rätselhafter Todesfall, anonyme Drohbriefe und viel schwarzer Humor: Mit KOMMISSAR JENNERWEIN - HOCHSAISON verfilmte Hannu Salonen erstmals einen Roman aus Jörg Maurers millionenfach verkaufter Bestseller-Reihe für das Kino. Der Trailer gibt einen ersten Vorgeschmack auf einen hochspannenden, atmosphärischen Alpenkrimi voller überraschender Wendungen. Kinostart ist am 5. November 2026 im Verleih von LEONINE Studios.